Manuskripte

SWR3 Worte

Der Schauspieler Matthias Brandt in einem Interview auf die Frage, ob er eine Vorstellung von Gott hat: 

„Ich bin mir nicht sicher. Ich finde es beeindruckend, Menschen zu begegnen, die absolut sicher und gefestigt in ihrem Glauben sind. Das muss toll sein, weil es eine Art von Gemeinschaft schafft, zu der ich eben nicht gehöre. Momentan erlebe ich das nicht als Mangel, aber ich weiß ja nicht, was mir im Leben noch widerfährt. Und ich habe durchaus das Gefühl, dass nicht alles in meiner Hand liegt. Es kennt doch jeder so eine Art Empfindung, dass Dinge passieren, weil sie passieren sollen – oder eben nicht passieren, weil sie nicht passieren sollen. Dieses Gefühl ist mir sehr vertraut.“

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„Jeden Tag eine gute Tat.“ Der Spruch stammt vom Gründer der Pfadfinder-Bewegung, von Robert Baden Powell. In seinem Abschiedsbrief, kurz bevor er stirbt, erklärt er wie er das mit der guten Tat gemeint hat:

„Ich glaube, Gott hat uns in diese Welt gestellt, um darin glücklich zu sein und uns des Lebens zu freuen. (…) Ein wichtiger Schritt zum Glück besteht darin, dass Ihr Euch nützlich macht und des Lebens froh werdet. (…) Seid zufrieden mit dem, was Euch gegeben ist, und macht davon den bestmöglichen Gebrauch. Strebt danach, jeder Sache eine gute Seite abzugewinnen. Das eigentliche Glück aber findet Ihr darin, dass Ihr andere glücklich macht. Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt.“

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Die junge Journalistin Valerie aus Berlin und ein junger Priester aus Münster treffen sich. Ein ganzes Jahr lang. Sie ist hat absolut nichts mit der Kirche am Hut. Er schon. Im Internet-Blog „Valerie und der Priester“ kann man ihre Gespräche nachlesen. Zum Beispiel dieses hier: 

Valerie: Verstehst du Menschen, die nicht glauben (…)?

Der Priester: Ich kann das kognitiv verstehen, wenn das jemand erklärt. Aber nicht emotional. Dann denke ich: Hallo, mach doch mal die Augen auf. Ist das hier alles nur Zufall? Siehst du nicht… Gott?

Valerie: Was kann kein Zufall sein?

Der Priester: Vergebung erfahren, wenn ich selbst vergeben kann, das Gefühl von Geborgenheit. Liebe zwischen zwei Menschen generell, zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern, zwischen Freunden, die sich lange Zeit nicht gesehen haben und wieder begegnen.

Valerie: Zwei Freunde, die sich freuen, sich zu sehen: Darin siehst du Gott?

Der Priester: Ich sehe mehr als zwei Menschen, ja. Ich würde sagen, das ist geschenkt.

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Die Fernsehjournalisten Dunja Hayali hat zu den Themen Flüchtlingskrise und Fremdenhass recherchiert. Deswegen schlägt ihr im Internet viel Hass entgegen. Trotzdem sucht sie immer wieder das Gespräch - auch mit denen, die sie attackieren. Sie sagt: 

(…) Zum hundertsten Mal: In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden. Aber: Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind sie verdammt noch mal ein Rassist. Fertig. Und das müssen Sie auch ertragen können. (…) Ich habe (geändert) eigentlich nur eine Bitte: Seien Sie offen! Bleiben Sie fair! Differenzieren Sie! Wahrheit braucht einfach Zeit.“

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Wenn jemand hoffen kann, dann sieht die Welt für ihn schon ein bisschen besser aus.

In einem Segensgebet aus Irland heißt es: 

Wo immer das Glück sich aufhält, hoffe ebenfalls dort zu sein.

Wo immer jemand freundlich lächelt, hoffe, dass sein Lächeln Dir gilt.

Wo immer die Sonne aus den Wolken hervorbricht, hoffe, dass sie besonders für Dich scheint.

Damit jeder Tag Deines Lebens so hell wie nur möglich sei.

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Der Astronaut Alexander Gerst hat während seiner im All wunderschöne Fotos gepostet. In einem Interview wurde er gefragt, wann der Blick im All für ihn besonders schön war.  

„Das Polarlicht zu sehen ist wunderschön. Manchmal flackern grüne Wellen von einem Horizont zum anderen. Das waren Momente, in denen wir über Bordsprechanlage gerufen haben, dass alle in die Kuppel kommen müssen, weil es so unglaublich ist. Wüsten sind auch wahnsinnig schön, so bunt und vielfältig. Die Anden waren toll, Neuseeland. Europa bei Nacht, unglaublich, ein Lichtermeer. Wenn man im Sommer nachts um zehn oder elf über Italien fliegt, sieht man entlang der ganzen Küste Feuerwerke für die Touristen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass diese kleinen grünen, roten, blauen Lichter Feuerwerke sind.

(In solchen Momenten) brauchte ich nur aus dem Fenster zu schauen, um zu wissen: Wow, es ist unglaublich großartig, hier zu sein.“ 

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Der Astronaut Alexander Gerst hat in Internetbotschaften aus dem Weltraum beschrieben, wie schön der Planet Erde aussieht. In einem Interview hat er aber auch gesagt, dass er im All manchmal traurig geworden ist. Er sagt: 

„Wenn man sich die Atmosphäre genauer anschaut, ist das traurig. Die ist hauchdünn, es sieht aus, als könnte man sie wegpusten. Und wir blasen da Dreck und Abgase rein. Das ist grotesk, wenn man das von außen sieht. Die Zerbrechlichkeit der Welt wird einem schmerzlich bewusst. Die Erde ist, soweit wir wissen, der einzige Ort, an dem wir leben können, und wir behandeln ihn, als ob es kein Morgen gäbe. Das ist so, wie wenn man in einem Boot mitten auf dem Ozean sitzt, nur ein paar Ressourcen dabei hat, und anfängt, Dinge über Bord zu werfen und Löcher ins Boot zu machen.“ 

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