Manuskripte

SWR3 Worte

Gebet eines Vaters für seine Tochter

Was ich dir wünsche
Ich wünsche Dir nicht den Himmel auf Erden-
Aber einen Freund, der dich ganz versteht.

Ich wünsche dir nicht die große Karriere –
Nur den guten Weg, den du gehen kannst.

Ich wünsche dir nicht, dass du hart wirst und kalt –
Doch die Kraft zum Protest, wenn Unrecht geschieht.

Ich wünsche dir nicht allen Reichtum der Welt –
Doch ganz viel von dem, was man Hoffnung nennt.

Ich wünsche dir nicht Erfolg, der dich stolz macht –
Aber die Liebe, die dich verwandelt.

Thomas Klocke / Johannes Thiele
Aus: Evangelischer Lebensbegleiter

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Es gibt Worte, die sollte man sich aufschreiben und an die Tür hängen, meint die Zeichnerin und Autorin Karin Clauss. Zum Beispiel diese:

Weisst du,
du bist schön.
Egal wie sehr
Du Dich mittendrin
Anzweifelst.
Egal, wie sehr
Du denkst, Du
Musst anders sein.
Besser, Schöner,
Klüger, weiter….
Jetzt bist Du
Schön. Mit
All dem.
Es gibt eigentlich
Nix zu reparieren.
Das was war, war.
Das was kommt, kommt.
Und jetzt ist
Jetzt.

Auf der Facebookseite der Autorin zu finden.

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O bitte betrachten Sie doch bitte diesen herrlichen Tag! Vergessen Sie nicht, wenn Sie noch so beschäftigt sind, wenn Sie auch nur in dringendem Tagwerk über den Hof eilen, vergessen Sie nicht, schnell den Kopf zu heben und einen Blick auf diese riesigen silbernen Wolken zu werfen und auf den stillen blauen Ozean, in dem sie schwimmen. Beachten Sie doch die Luft, die von leidenschaftlichem Atem der letzten Lindenblüten schwer ist, und den Glanz und die Herrlichkeit, die auf diesem Tage liegen, denn dieser Tag kommt nie, nie wieder! Er ist Ihnen geschenkt wie eine voll aufgeblühte Rose, die zu Ihren Füßen liegt und darauf wartet, dass Sie sie aufheben und an Ihre Lippen drücken.

Rosa Luxemburg aus dem Gefängnis
aus: Christian Leven, Heute ist der beste Tag zum glücklich sein,

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Der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch begrüßte sein Publikum einmal so:

Man sagt ja immer: „Meine Damen und Herren, liebe Freunde“, ich würde gern zur Begrüßung sagen: „Meine lieben Sterblichen!“ nicht wahr. Das muss gar nicht traurig sein, das muss auch nicht bitter sein, und gar nicht aggressiv, um  Gottes willen! Aber es muss doch dahin führen, dass man sagt: „Soll’n wir uns mal wieder klar darüber werden, dass wir alle, wie wir hier sitzen, fünfhundertfünfzig Leute, eines Tages alt sind, älter werden, schwächer werden, kleiner werden und dann nicht mehr da sind?“ Das sollten wir wissen, und das sollte uns vielleicht auch freundlich und sogar heiter stimmen.

Hanns Dieter Hüsch, aus: Martin Buchholz, was machen wir hinterher?

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Caterina Kelper wurde von einem Unbekannten vor einen Zug gestoßen und wäre fast dabei gestorben. Aber sie wollte den Täter wiedersehen. Wie es ihr bei dem Treffen ging, beschreibt sie so:

Da sitzt also jemand vor mir, der eine arme Socke ist, der sein Leben offensichtlich überhaupt nicht im Griff hat. Im Vergleich zu ihm habe ich sozial und psychisch viel mehr Resourcen. Ich habe ihm verziehen. Ich empfand das nicht als großartige Geste. Ich habe das für mich getan. Denn wenn man gegen jemanden Groll hegt, dann leidet man selber darunter, man ist mir dieser Person verbandelt, weil sie einem als Gespenst im Kopf herumspukt. Für mich ist die Sache jetzt abgeschlossen.

CHRISMON-Plus, Ausgabe 7, 2016

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Der amerikanische Autor Theo Padnos wurde in Syrien zwei Jahre als Geisel der Nusra-Front  festgehalten. Wie er damit umgeht beschreibt er in einem Interview.

Ich bin nicht wirklich Christ […] Aber ich glaube an eine wichtige christliche Lehre, und die lautet: Liebe deine Feinde. Ich glaubte das damals und ich glaube das heute. Wir müssen anständig mit der arabischen Welt umgehen. Ich weiß, das klingt naiv, aber das ist der einzige Weg.

CHRISMON-Plus, Ausgabe 7, 2016

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Was ist Liebe? Pfarrer Matthias Schubert übersetzt die Antwort der Bibel so:

Wenn ich alles Geld der Welt hätte
Und würde Mercedes
Oder gar Rolls Royce fahren,
hätte aber die Liebe nicht,
so wäre ich ein hölzerner Bottich
oder eine klingende Scherbe.

Und wenn ich klug, schön, jung,
gesund und erfolgreich wäre,
so dass ich alles haben könnte, was ich wollte,
hätte aber die Liebe nicht,
so wäre ich ein ausgestopfter Pfau,
der sein buntes Rad im Dunkeln schlägt.

Und wäre ich ein großer Maler,
Sänger oder Dichter,
so dass ich alle Welt
mit meiner Kunst begeistern würde,
doch hätte die Liebe nicht,
so wäre ich ein niemand.

Die Liebe hört niemals auf.
Glücklich ist, wer sie erfahren hat –
Von Kindesbeinen an.
Glücklich ist, wer sie erfährt – jeden Tag neu.

Stefan Matthias Schubert: „Pass auf deine Träume auf“

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