Manuskripte

SWR3 Worte

Man kann nicht nur mit dem Körper zärtlich sein, sondern auch mit der Seele. Wie, das beschreibt Papst Franziskus in seinem Buch über die Liebe. Er sagt: 

Zärtlichkeit ist eine Äußerung jener Liebe, die sich von dem Wunsch egoistischen Besitzens befreit. Sie bringt uns dazu, vor einem Menschen gleichsam zu erzittern, mit unermesslicher Achtung und einer gewissen Furcht, ihm Schaden zuzufügen oder ihm seine Freiheit zu nehmen. Die Liebe zum anderen freut sich daran, das Schöne und Unantastbare seines persönlichen Wesens zu betrachten, das jenseits meiner Bedürfnisse existiert. Das ermöglicht mir, sein Wohl zu suchen, auch wenn ich weiß, dass er mir nicht gehören kann… 

Quelle: Papst Franziskus . Amoris Laetitia – Freude der Liebe. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 2016. S. 122.

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In seinem Buch über die Liebe betreibt Papst Franziskus auch kräftige Selbstkritik an der Katholischen Kirche. Und redet seinen Priestern ins Gewissen, barmherzig mit den Fehlernund Schwächen der Menschen umzugehen. Er sagt:

Wir dürfen nicht vergessen, dass Barmherzigkeit nicht nur eine Eigenschaft des Handelns Gottes ist. Sie wird vielmehr auch zum Kriterium an dem man erkennt, wer wirklich seine Kinder sind…Denn die Barmherzigkeit ist der Tragbalken der das Leben der Kirche stützt. Ihr gesamtes seelsorgliches Handeln sollte umgeben sein von der Zärtlichkeit, mit der sie sich an die Gläubigen wendet; ihre Verkündigung und ihr Zeugnis gegenüber der Welt können nicht ohne Barmherzigkeit geschehen. Es ist wahr, dass wir uns manchmal wie Kontrolleure der Gnade und nicht wie ihre Förderer verhalten. Doch die Kirche ist keine Zollstation, sie ist das Vaterhaus, wo Platz ist für jeden mit seinem mühevollen Leben. 

Quelle: Papst Franziskus . Amoris Laetitia – Freude der Liebe. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 2016. S. 263.

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In seinem Buch über die Liebe betreibt Papst Franziskus auch kräftige Selbstkritik an der Katholischen Kirche. Und redet seinen Priestern ins Gewissen nicht moralisch zu verurteilen, sondern barmherzig mit den Fehlernund Schwächen der Menschen umzugehen. Er sagt:

Der Beichtstuhl darf keine Folterkammer sein, sondern ein Ort der Barmherzigkeit des Herrn. Und die Eucharistie nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen. 

Quelle: Papst Franziskus . Amoris Laetitia – Freude der Liebe. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 2016. S. 257.

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In seinem Buch über die Liebe schreibt Papst Franziskus auch darüber wie wichtig es ist, Kinder zum Warten zu befähigen. Er sagt:

In dieser Zeit, in der die Ängstlichkeit und die Hast der Technik regieren, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Familien, zur Fähigkeit des Abwartens zu erziehen. Es geht nicht darum, den Kindern zu verbieten, mit den elektronischen Geräten zu spielen, sondern darum, in ihnen die Fähigkeit zu erzeugen, … nicht die digitale Geschwindigkeit auf sämtliche Lebensbereiche zu übertragen. …Wenn die Kinder oder die Jugendlichen nicht dazu erzogen sind, zu akzeptieren, dass einige Dinge warten müssen, werden sie zu rücksichtslosen Menschen, die alles der unmittelbaren Befriedigung ihrer Bedürfnisse unterwerfen und wachsen mit dem Laster des „Ich will und ich bekomme“ auf. 

Quelle: Papst Franziskus . Amoris Laetitia – Freude der Liebe. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 2016. S. 230.

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Papst Franziskus über Wichtigkeit von Ritualen in der Ehe: 

Es ist gut den Morgen immer mit einem Kuss zu beginnen und jeden Abend … auf den anderen zu warten und ihn zu empfangen, wenn er nach Hause kommt, manchmal zusammen auszugehen und die häuslichen Aufgaben gemeinsam zu erledigen. Zugleich ist es aber auch gut die Routine durch ein Fest zu unterbrechen, nicht die Fähigkeit zu verlieren, in der Familie zu feiern, sich zu freuen und die schönen Erfahrungen festlich zu begehen…Wenn man zu feiern versteht, erneuert das die Energie der Liebe, befreit sie von Eintönigkeit und erfüllt die Alltagsroutine mit Farbe und Hoffnung. 

Quelle: Papst Franziskus . Amoris Laetitia – Freude der Liebe. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 2016. S. 196.

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Papst Franziskus hat ein Buch über die Liebe geschrieben. Darin ist er manchmal wunderbar konkret. Zum Beispiel, wenn es darum geht in der Familie gut miteinander umzugehen. Er sagt: 

In der Familie ist es nötig drei Worte zu gebrauchen. Ich will es wiederholen. Drei Worte: „darf ich?“, „danke“ und „entschuldige“. Drei Schlüsselworte! Wenn man in einer Familie nicht aufdringlich ist und „darf ich?“ fragt, wenn man in einer Familie nicht egoistisch ist und lernt „ danke“! zu sagen, und wenn in einer Familie einer merkt, dass er etwas Hässliches getan hat und es versteht, „entschuldige!“ zu sagen, dann herrschen in dieser Familie Frieden und Freude. Seien wir nicht kleinlich mit dem Gebrauch dieser Worte, seien wir großzügig, sie Tag für Tag zu wiederholen. 

Quelle: Papst Franziskus . Amoris Laetitia – Freude der Liebe. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 2016. S. 126.

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Papst Franziskus darüber, wie sich Gott in der Liebe eines Paares spiegelt:  

Die Liebe Gottes drückt sich auch in den persönlichen Worten aus mit denen Mann und Frau einander ihre eheliche Liebe konkret zeigen. So sind die beiden füreinander Widerschein der göttlichen Liebe, die mit dem Wort, dem Blick, der Hilfe, der Liebkosung und der Umarmung tröstet. Darum ist der Wunsch eine Familie zu gründen der Entschluss ein Teil von Gottes Traum zu sein, der Entschluss, mit ihm zu träumen, der Entschluss, sich gemeinsam mit ihm in dieses Abenteuer zu stürzen, eine Welt aufzubauen, in der sich keiner allein fühlt. 

Quelle: Papst Franziskus . Amoris Laetitia – Freude der Liebe. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau, 2016. S. 271.

 

 

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