Manuskripte

SWR3 Worte

Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, über den Glauben:

Für mich ist der Glaube an Gott wie ein Fixstern, der immer da ist. Ein treuer Begleiter, der dir oft genau dann Kraft schenkt, wenn du gar nicht mehr damit rechnest.

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Vittorio Gallese war Gefängnisarzt in Parma. Er hat jeden Tag Schwerverbrecher behandelt. Erst Jahre später kann er beschreiben, was damals in ihm vorgegangen ist:

Hätte ich von den Tätern nur aus der Presse erfahren, so hätte es wohl auch mir vor ihnen gegraut. Aber hier standen mir keine Fälle gegenüber, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Sie sprachen von ihren Frauen, hatten eine persönliche Geschichte wie ich. Es waren doch keine ganz anderen Wesen. Und nicht zuletzt teilten wir eine Umgebung: Sieben Türen schlossen sich hinter mir auf dem Weg von der Straße bis in mein Büro; ich wusste genau wie es ist, wenn die Außenwelt weggesperrt ist. Weil ich letztlich mit ihnen lebte, fiel es mir nicht schwer, mich in meine Patienten hineinzuversetzen. Als Arzt wollte ich ihnen helfen, nicht über sie urteilen.“

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Die Künstlerin Candy Chang hat in vielen Städten auf der ganzen Welt große Tafeln aufgestellt mit der Überschrift: „Bevor ich sterbe möchte ich - Punkt, Punkt Punkt“. Daneben liegt bunte Kreide, mit der Passanten den Satzanfang vervollständigen können. In Baden-Baden standen auch solche Tafeln, und ich hab sie mir angeschaut. Da stand:

Bevor ich sterbe möchte ich…

… fett anpflanzen

… die Welt ein bisschen besser machen

… meine eigene Geige gebaut haben

… Uroma werden

… mit Lisa die Welt erkunden

… beim Isle of Man Rennen mitmachen

… aus einem Flugzeug springen (mit Fallschirm)

… einen Tag ohne Schmerzen sein

… verstehen, warum ich hier bin

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Eine kleine Geschichte des brasilianischen Schriftstellers Paulo Coelho über die Angst:

Ein Patient sagte zu seinem Arzt: „Angst beherrscht mein Leben, und sie hat mir alle Freude genommen.“

„Hier in meiner Praxis lebt eine Maus, die an meinen Büchern knabbert“, entgegnete der Arzt. „Mach ich zu viel Aufhebens von der Maus, wird sie sich vor mir verstecken, und ich werde nichts anderes mehr tun, als sie zu jagen.

Stattdessen habe ich meine wertvollsten Bücher an einen sicheren Platz gestellt und erlaube ihr, an den anderen zu knabbern.

So bleibt sie eine einfache Maus und wird nicht zu einem Monster. (…)

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Jeden Dienstag besucht Mitch seinen alten Professor Morrie. Morrie ist schwer krank und weiß, dass er bald sterben muss. Mitch lernt bei jedem Besuch etwas fürs Leben. Und deshalb hat er alles aufgeschrieben und ein Buch daraus gemacht. Dort steht:

Ich fragte Morrie, ob er sich selbst bemitleide.

„Manchmal am Morgen“, sagte er. „ (…) Ich betrauere, was ich alles verloren habe. Ich betrauere die langsame, heimtückische Art, wie ich sterbe. Aber dann höre ich auf zu trauern. (…) Dann  konzentriere ich mich auf all die guten Dinge, die es noch in meinem Leben gibt. Auf die Leute, die mich besuchen kommen. Auf dich – wenn es Dienstag ist. (…)

Es ist schrecklich (…). Aber es ist auch wunderbar, wegen der vielen Zeit, die mir gewährt wird, um mich zu verabschieden.“ Er lächelte. „Nicht jeder hat so viel Glück.“

Ich betrachtete ihn in seinem Sessel, unfähig aufzustehen, sich zu waschen, sich die Hose anzuziehen. Glück? Hatte er eben wirklich „Glück“ gesagt?

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Heute steht in meinem Kalender ganz klein „Siebenschläfertag“. Der Ausdruck stammt von einer Legende, und die geht so:

Sieben Brüder, Christen und Schafhirten aus Ephesus, wurden ihres Glaubens wegen verfolgt. Sie flohen in eine Höhle und wurden auf Befehl des Kaisers Decius im Jahr 251 eingemauert. (…) Im Jahr 437 wollte (…) ein Bürger diese Höhle als Schafstall nutzen und ließ das Mauerwerk entfernen. Die Brüder erwachten; einer lief, um Brot zu holen; er kannte niemanden mehr in der inzwischen christlich gewordenen Stadt und gab dem erstaunten Bäcker eine Goldmünze mit dem Bild von Kaiser Decius zur Bezahlung. Da ging der Bischof mit den erstaunten Bürgern zur Höhle und fand alle Brüder lebendig vor. (…)

 

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Ein Gedicht nach Mutter Teresa:

Das Leben ist eine Chance, nutze sie.
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
Das Leben ist Seligkeit, genieße sie.
Das Leben ist ein Traum, mach daraus Wirklichkeit.
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es.
(…)

Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es.
(…)
Das Leben ist Traurigkeit, überwinde sie.
Das Leben ist eine Hymne, singe sie.
(…)

Das Leben ist ein Abenteuer, wage es.
(…)
Das Leben ist das Leben, bewahre es.
Das Leben ist lebenswert, lebe es.

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