Manuskripte

SWR3 Worte

Manchmal muss man jemandem die Wahrheit sagen. Und manchmal tut die Wahrheit richtig weh. Deshalb hat der Schriftsteller Max Frisch folgenden Tipp:

Man sollte dem anderen die Wahrheit hinhalten wie einen Mantel,
dass er hinein schlüpfen kann,
und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren schlagen.

Aus:http://www.kirche-sasel.de/web/textezum/textezumpage.php?id=T1105471156

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Das ist nicht zu schaffen. Das kriege ich niemals hin. Denke ich manchmal. Doch, das geht, meint der Straßenkehrer Beppo in Michael Endes Kinderbuch „Momo“. Und er verrät auch, wie:

Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst Du?

Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.

Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.

Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt, wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig.

Aus: http://www.kirche-sasel.de/web/textezum/textezumpage.php?id=T1105463324

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Was zählt am Ende? Was hat Bestand, wenn man Abschied nehmen muss? Der Pfarrer und Schriftsteller Gerhard Engelsberger meint:

Am Ende zählt, ob du echt gewesen bist. Ob du echt ein Mensch gewesen bist, ein Kind Gottes, ein Geschenk für die Welt. Du bist eine Möglichkeit Gottes. Nütze sie.

Aus: http://www.kirche-sasel.de/web/textezum/textezumpage.php?id=T1105462407

 

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Leben im Hier und Jetzt. Davon spricht der jüdische Philosoph Martin Buber:

Es gibt etwas, was man an einem einzigen Ort in der Welt finden kann.
Es ist ein großer Schatz, man kann ihn die Erfüllung des Daseins nennen.
Und der Ort, an dem dieser Schatz zu finden ist, ist der Ort, wo man steht.

Aus: http://www.kirche-sasel.de/web/textezum/textezumpage.php?id=T1105461779

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Ein guter Rat für alle Morgenmuffel – aber nicht nur für die – von dem Schriftsteller und Theologen Jörg Zink:

Nimm den Anfang des Tages wahr, er ist die Stelle, an der du die Ewigkeit berührst.

In der Tat wäre uns in vielen Nöten und Krankheiten des Leibes und der Seele geholfen, wenn es uns gelänge, die erste Morgenröte von Eile, von Lärm und Ärger freizuhalten.

Der Lauf des Tages hängt im Allgemeinen nicht von unseren persönlichen Vorstellungen ab. Er wird uns aufgezwungen. Aber der Anfang sollte uns gehören.

Aus: http://www.kirche-sasel.de/web/textezum/textezumpage.php?id=T1105461535

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Wer mit sich selbst nicht gut umgeht, kann auch für andere nicht gut da sein. Das wusste schon der Abt Bernhard von Clairvaux im Mittelalter und hat folgenden Rat:

Denk also daran: Gönne Dich Dir selbst.
Ich sage nicht: Tu das immer,
ich sage nicht: Tu das oft,
aber ich sage: Tu es immer wieder einmal.
Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da,
oder jedenfalls sei es nach allen anderen.

Aus: http://www.kirche-sasel.de/web/textezum/textezumpage.php?id=T1105461257

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Bei manchen Sätzen tut sich der Himmel auf. Wie zum Beispiel bei diesen aus der St. Pauls-Kirche in Baltimore:

Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und die Sterne.
Du hast ein Recht, hier zu sein, ob es dir nun bewusst ist oder nicht.
Darum lebe in Frieden mit Gott, was für eine Vorstellung du auch von ihm hast.
In der lärmenden Wirrnis des Lebens erhalte dir den Frieden mit deiner Seele.
Trotz allem Schein, der Plackerei und den zerbrochenen Träumen ist diese Welt doch wunderschön.

Aus: http://www.kirche-sasel.de/web/textezum/textezumpage.php?id=T1189780398

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