Manuskripte

SWR3 Worte

Mahatma Gandhi hat seinem Enkel einmal einen Zettel mit einer Liste in die Hand gegeben. Auf dieser Liste standen 7 Fehler, die Gandhi für die gröbsten Fehler hielt, die die Gesellschaft begehen kann. Diese Fehler wurden auch die 7 sozialen Sünden genannt. Sie sind: 

  1. Reichtum ohne Arbeit
  2. Genuss ohne Gewissen.
  3. Wissen ohne Charakter.
  4. Geschäft ohne Moral.
  5. Wissenschaft ohne Menschlichkeit.
  6. Religion ohne Opfer.
  7. Politik ohne Prinzipien.
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Die amerikanische Autorin Susan Sontag hatte sich selbst 10 Erziehungsregeln für ihren 7jährigen Sohn gegeben: 

  1. Sei konsequent.

  2. Sprich nicht in seiner Gegenwart über ihn…

  3. Lobe ihn nicht für etwas, das du nicht auch sonst gutheißen würdest.

  4. Tadele ihn nicht scharf für etwas, das du ihm erlaubt hast.

  5. Tagesablauf: Essen, Hausaufgaben, Baden, Zähne, Zimmer, Geschichte, Bett.

  6. Lass dich nicht von ihm vereinnahmen, wenn andere Leute dabei sind.

  7. Sprich immer gut über seinen Vater (Keine Grimassen, Seufzer, Ungeduld usw.).

  8. Behindere nicht die kindliche Fantasie.

  9. Mache ihm bewusst, dass es eine Erwachsenenwelt gibt, die ihn nichts angeht.

  10. Gehe nicht davon aus, dass er ebenfalls nicht mag, was du nicht magst.

     

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 Ein schöner Wunsch der Theologin Dorothee Sölle für ihre Enkelkinder:  

„…ich wünsche mir, dass ihr alle ein bisschen fromm werdet. …Ich meine damit, dass ihr Gott manchmal lobt, nicht immer – das tun nur Schwätzer und Höflinge Gottes –, aber doch manchmal, wenn ihr glücklich seid, sodass das Glück ganz von selbst in die Dankbarkeit fließt und ihr ‚Halleluja‘ oder das große Om der indischen Religion singt. Eins von euch, ich glaube es war Caroline, hat mal beim Besuch einer scheußlichen Kirche, in die wir euch bei Reisen geschleppt haben, trocken gesagt: „Ist kein Gott drin.“. Genau das soll in eurem Leben nicht so sein, es soll „Gott drin sein“, am Meer und in den Wolken, in der Kerze, in der Musik und natürlich in der Liebe.“

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Ein umbrisches Volkslied erzählt eine schöne Glaubensweisheit über Franz von Assisi:

Weinend sagte er eines Tages zum Herrn: Ich liebe die Sonne und die Sterne. Ich liebe Klara und ihre Schwestern. Ich liebe das Herz der Menschen und alle schönen Dinge. Herr, Du musst mir verzeihen, denn nur Dich sollte ich lieben. Lächelnd antwortete der Herr: Ich liebe die Sonne und die Sterne. Ich liebe Klara und ihre Schwestern. Ich liebe das Herz der Menschen und alle schönen Dinge. Mein Franziskus, Du musst nicht traurig sein, denn das alles liebe auch ich.

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Thomas Jefferson, der 3. Präsident der USA, hat vor rund 200 Jahren 10 Grundsätze für das tägliche Leben geschrieben. Die allesamt auch heute noch gut sind: 

  1. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
  2. Bitte niemals einen anderen um etwas, das du selbst erledigen kannst.
  3. Gib nicht aus, was du nicht hast.
  4. Kaufe nie etwas nur weil es billig ist; später wird es dich teuer zu stehen kommen.
  5. Stolz kostet uns mehr als Hunger, Durst und Kälte.
  6. Wir bereuen es nie, zu wenig gegessen zu haben.
  7. Was wir gerne tun, fällt uns nicht schwer.
  8. Wie viel Ungemach haben uns doch die Katastrophen bereitet, die nie eingetreten sind!
  9. Pack die Dinge immer von der einfachen Seite an. 
  10. Wenn du wütend bist, zähle bis zehn. Bevor du etwas sagst; wenn du sehr wütend bist, zähle bis hundert.  

 

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Der Schriftsteller Arthur Miller hat sich selbst Gebote für seine Arbeit gegeben. Ich denke sie sind nicht nur für Schriftsteller brauchbar. Er sagte sich:    

Arbeite immer nur an einer Sache, bis Du sie zu Ende gebracht hast.

Werde nicht nervös. Arbeite ruhig, freudig und entschlossen an dem, was gerade ansteht.

Auch wenn du nicht kreativ bist, kannst du immer noch arbeiten.

Arbeite nach Programm und nicht nach Stimmung. Höre zur festgesetzten Zeit auf!... Sei kein Ackergaul! Arbeite immer mit Spaß.

Vergiss die Bücher, die du schreiben willst. Denk nur an das eine Buch, das du gerade schreibst.

Bleibe menschlich! Triff Leute, gehe aus und einen trinken, wenn dir danach ist.

 

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Viele Menschen wollen beten und können es nicht. Wie die Journalistin Silke Stuck. Sie sagt:  

Ich würde gern beten können. Ich weiß, dass es unzählige Varianten des Betens gibt… aber weiß ich denn wirklich was beten bedeutet? Es heißt wohl mit Gott zu sprechen. Aber wie spricht man mit Gott, wenn man sich seiner nicht mal sicher sein kann? Warum möchte ich überhaupt wieder mit dem Beten anfangen? Ich habe die Hoffnung dadurch wieder ein bisschen mehr zum Wesentlichen vorzudringen. Gott, Glaube – wie auch immer man es nennt. Innehalten, still werden, mich auf mich besinnen, den alltäglichen Irrsinn hinter mir lassen… Ich versuche jetzt ab und zu, genauer hinzuhören. Da sein und horchen. Da sein und genau hinschauen. Im Grunde ist das schon ein Gebet: die Dinge ein bisschen mehr auf mich wirken zu lassen. 

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