Manuskripte

SWR3 Worte

Am 14. September 2002 begann die Arbeit am Sinn des Lebens. Zumindest was den Artikel „Sinn des Lebens“ in wikipedia betrifft. Seitdem gab es mehrere Hundert Überarbeitungen. Meist wurde angefügt, ergänzt, erweitert.

Die vielen Antworten nicht nur auf wikipedia zeigen: Die eine, allgemeingültige Antwort darauf, was der Sinn des Lebens ist, gibt es nicht. Der Sinn des Lebens will entworfen werden. Der Sinn des Lebens wird nicht ein für alle Mal festgeschrieben, er wird fortgeschrieben.

Was für wikipedia gilt, gilt für jeden einzelnen Menschen. Der Sinn meines Lebens verändert sich mit den Jahren. Gerade dann, wenn ich ihn nicht mehr zu spüren, zu kennen, zu erkennen scheine, arbeite ich an ihm, entwerfe ihn neu, schreibe ihn fort.

Aus einem evangelischen Kalenderblatt von Lars Charbonnier. http://www.e-sinn-des-lebens.de/page1

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21460

Es gibt Dinge, die sind verboten. Es gibt Dinge, die sind schädlich. Leider Gottes haben sie ihren besonderen Reiz und führen mich deshalb in Versuchung. Wie ich ihnen widerstehen kann? Werner Tiki Küstenmacher hat eine Idee:

Auf der Unterseite des Chorgestühls mittelalterlicher Kathedralen finden sich abenteuerliche Bilder menschlicher Ausschweifungen. Vielleicht wäre es sinnvoll, mir mein Lieblingslaster unter den Arbeitsstuhl zu kleben.

Selbst wenn ich nicht dran denke, würde mein Hinterteil still meditieren und zur Versuchung sagen: Weißt du, wo du mich mal kannst?

Werner Tiki Küstenmacher: Kraft tanken durch gute Gedanken. 365 Inspirationen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21459

Was ist Beten?

Es ist die erste und die letzte Möglichkeit des Glaubens. Wenn uns sonst nichts mehr einfällt, bleibt uns immer noch dieser Weg. Beten ist eine uralte Handlung. Lange Zeit war es etwas so Normales wie essen oder trinken, weshalb es in Israel ursprünglich auch kein eigenes Wort dafür gegeben hat. Beten war Rufen, Lachen, Weinen, Schimpfen, Flehen, je nach den Umständen.

Beten öffnet den Himmel und bringt gleichzeitig die Erde nahe. Es schärft die Aufmerksamkeit dafür, dass wir Wesen in Beziehung sind, mit allem verbunden, von Gottes Gegenwart umgeben. Oder wie eine kluge Frau einmal zu mir gesagt hat: „Wenn ich die Hände falte, umarme ich die ganze Welt.“

Aus einem evangelischen Kalenderblatt von Wolfgang Blaffert. http://www.e-beten.de/page1

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21458

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum. Das gilt auch für den Alltag. Und so möchte ich ihn meistern. Ich möchte aus meinem Alltag ausbrechen, wie es so schön heißt.

Ich will ihn nicht mehr als gleichförmigen Tag sehen, wie so viele im Jahr,  die einem irgendwie entgleiten, an denen man so dahin schwimmt. Ich möchte für mich meinen Alltag meistern und zwar so, dass ich glücklich oder zumindest zufrieden zurücksehen kann.

Mein Alltag soll ein Feiertag werden, mein ganz persönlicher, stiller Feiertag, an dem ich mein Leben feiere. Und das Leben der Menschen um mich herum.

Aus einem evangelischen Kalenderblatt von Birgit Görmann. http://www.e-alltag.de/page3

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21457

Der Montag hat es nicht leicht. Arbeit, Aufstehen, Pflicht. Immer dann, wenn das Radio von Montag spricht, frage ich mich, was gewesen wäre, wenn Gott an seinem ersten Arbeitstag liegen geblieben wäre. Ein Montag, ganz ohne Arbeit und Pflicht.

Was würde alles fehlen? Was würde ich alles verpassen? Das Gefühl, nach einem anstrengenden Tag etwas geschafft zu haben. Nach Stunden des Schuftens etwas zu erreichen. Das Versprechen einer neuen Woche mit all ihren Freuden und Überraschungen.

Auch wenn liegen bleiben manchmal verlockend klingt, auf Montage will ich nicht verzichten.

Aus einem evangelischen Kalenderblatt von David Ganek. http://www.e-montag.de/page3

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21456

Ein Rätsel kann man lösen. Mit Geheimnissen sollte man leben, weil sie dem Leben Tiefe verleihen, meint Julia Helmke in einem evangelischen Kalenderblatt:

Je mehr wir von einem Geheimnis verstehen, desto größer wird es. Es lädt uns ein, zu erkennen, mit allen Sinnen wahrzunehmen, und dennoch gibt es kein Ende.

Eines der größten menschlichen Geheimnisse ist die Liebe. Diese bleibt ein Geheimnis wie auch der Mensch. Der keinen Wert, sondern Würde hat.

Wenn sich sein Wert beweisen ließe, wäre sein Geheimnis vertrieben. Die Liebe bleibt ein großes Geheimnis, das tiefste Geheimnis aber bleibt Gott selbst. So gilt es nicht, das Geheimnis zu lüften, sondern in ihm, aus ihm und mit ihm zu leben.

http://www.e-geheimnis.de/page2

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21455