Manuskripte

SWR3 Worte

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht Und dass die Sonne täglich neu aufgeht. Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter, Gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter, Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn. Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn! Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn. Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter: Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt. An solchem Tag erklettert man die Leiter, Die von der Erde in den Himmel führt. Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben, – Weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben. Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne Und an das Wunder niemals ganz gewöhne. Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu! Ich freue mich, dass ich… Dass ich mich freu.

Die Dichterin Mascha Kaleko – Sozusagen grundlos vergnügt

 

(in: Mascha Kaleko, In meinen Träumen läutet es Sturm, dtv München 1977 – hier zitiert nach „Der andere Advent“ 2003, Verlag Andere Zeiten Hamburg 2003)

 

 

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Gesetzt den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt – ("Gesetzt den Fall" heißt "Nehmen wir mal an") – gesetzt den Fall es hat den Kopf gesenkt und ist euch böse - ja, was dann?

Dann solltet ihr dem Schaf was Liebes sagen, ihr könnt ihm auch dabei den Rücken streicheln, ihr dürft nicht "Na? Warum so sauer?" fragen, ihr müsst dem Schaf mit Freundlichkeiten schmeicheln.

Sagt mir jetzt nicht: "Ich wohn‘ doch in der Stadt, wo soll ich da um Himmels Willen Schafe kränken?" Ich gebe zu, dass das was für sich hat, doch bitte ich euch trotzdem zu bedenken:

Ein gutes Wort ist nie verschenkt, nicht nur bei Schafen, sondern überall. Auch trefft ihr Schafe öfter, als ihr denkt. Nicht nur auf Wiesen. Und nicht nur im Stall.
(Na wo denn noch?)

Robert Gernhardt: Gesetzt den Fall…

(in: Robert Gernhardt: Mit dir sind wir vier, Insel, Frankfurt/M 1983; zitiert nach Thomas Meurer, Von der Disziplin der Hoffnung. Ermutigung zu einem anspruchsvollen Leben, Books on Demand 2012, S. 62)

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Wir alle sind … zu inkonsequent. Aus Egoismus. Aus Bequemlichkeit. Aus Profitgier.
(Der Satz vom Ehrlichen, der der Dumme ist, ist) Ein ärgerliches Klischee und ein sehr dämliches dazu. Der Spruch lässt unberücksichtigt, dass „gut sein“ auch dem, der gut ist, viel bringt… Man tut sich einen Gefallen, wenn man ein Bewusstsein für klare ethische Grenzen hat. Das ist oft etwas anstrengender, aber kein Mangel. Im Gegenteil, selbst durch Verzicht gewinnen Sie: Klarheit. Seelenhygiene. Es ist eine Frage der Selbstachtung. Wer das begriffen hat, ist auch weniger auf den Applaus von anderen angewiesen.

Die Schriftstellerin Karen Duve im Interview über Gutmenschen – sie findet das kein Unwort.

(in: Gutmenschen – Interview der Süddeutschen Zeitung, SZ 13./14.Februar 206 , S. 58)

 

 

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Die Herausforderung der Umweltsituation… und ihre menschlichen Wurzeln … rufen uns auf den Plan. Wir können uns angesichts einer der größten Umweltkrisen der Geschichte nicht mehr taub stellen.

In diesem Punkt habt ihr(, die Indigenen Völker von Mexiko,) uns viel zu lehren. Eure Völker verstehen, in einer harmonischen Beziehung zur Natur zu leben; sie respektieren sie als »Nahrungsquelle, gemeinsames Haus und Altar, auf dem die Menschen miteinander teilen«…. Die durch die Wegwerfkultur entblößte Welt von heute braucht euch!

Die jungen Menschen … haben es nötig, dass die Weisheit eurer alten Menschen nicht verloren geht! Die Welt von heute… muss den Wert der Unentgeltlichkeit neu lernen!

Papst Franziskus in Mexiko: Lernen von Amerikas Ureinwohnern – damit wir die Schöpfung bewahren.

in: Radio Vatican, Wortlaut der Predigt - de.radiovaticana.va/news/2016/02/15/papstpredigt_bei_der_messe_mit_indigenen_in_chiapas/1208659 )

 

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Vor den Herausforderungen des Lebens zu fliehen, ist niemals eine Lösung! Man muss Widerstand leisten, den Mut zum Widerstand haben, zum Kampf für das Gute… Dann bist du der Sieger in der schwierigsten Schlacht des Lebens, Sieger in der Liebe. Und durch die Liebe kommt der Frieden.

Papst Franziskus hat das den jungen Leuten in Bangui in Zentralafrika gesagt – viele von ihnen überlegen, aus Armut und Not und vor der Arbeitslosigkeit zu fliehen…

(in: Meldung von Radio Vatikan, Newsletter 30.11.2015)

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Der Friede ist kein Dokument, das man unterzeichnet, und da hat man’s dann. Der Friede muss jeden Tag neu gebaut werden! Der Friede ist Handarbeit, man macht ihn mit eigenen Händen, mit dem eigenen Leben. Da kann mir jemand sagen: Aber Padre, wie kann ich das denn anstellen? Erstens: Niemals hassen! Und wenn einer dir Böses antut, versuch ihm zu vergeben. Niemals Hass! Viel Vergebung!

Papst Franziskus hat das den jungen Leuten in Bangui in Zentralafrika gesagt – und hat sie das mehrmals im Chor wiederholen lassen: Niemals Hass – immer Vergebung!

(in: Meldung von Radio Vatikan, Newsletter 30.11.2015)

 

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Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen Leg ich meinen Tag in Deine Hand.
Sei mein Heute, sei mein Morgen, Sei mein Gestern, das ich überwand.

Frag mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen, (Ich) bin aus Deinem Mosaik ein Stein. (Du) wirst mich an die rechte Stelle legen, (In) Deine… Hände bette ich mich ein.

Ein Morgengebet von der jüdischen Philosophin und katholischen Nonne Edith Stein, von den Nazis in Auschwitz ermordet, heiliggesprochen vor neun Jahren

Quelle: Ohne Vorbehalt und Sorgen leg ich meinen Tag in Gottes Hand…

(in: der Andere Advent 2008. Verlag Andere Zeiten Hamburg 2008. am 2.12.)

 

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