Manuskripte

SWR3 Worte

Jeder (Neu-)Anfang lohnt sich. Darüber schreibt die Autorin Vreni Merz: 

Den allerersten Anfang unseres Lebens haben wir mit Bravour geschafft! (…) Damals haben wir uns durchgesetzt – im wahrsten Sinn des Wortes. Sonst wären wir nicht hier; wir würden nicht leben und atmen.

Wir erblickten das Licht der Welt, wie man so schön sagt (…). Wir schlugen unsere Augen auf und sahen erstmals unsere Umgebung. Und es waren Menschen da, die uns in die Armen schlossen. 

Der erste Schrei war unser großer Auftakt. Wir dürfen stolz sein, dass er gelungen ist. Denn dieser Anfang damals war der wichtigste unseres Lebens. Seither hören wir nie mehr auf, immer wieder Neues zu beginnen. 

Ein Zitat von Vreni Merz aus dem Buch „Fang gut an!“.

 

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Die Autorin Mirjam Hof über kleine und große Freuden im Leben. Sie schreibt:

Es war mir aufgefallen, dass die alte Dame still und traurig war. „Es gibt nichts mehr, worüber ich mich noch freuen könnte“, sagte sie. Bei meinem nächsten Besuch schenkte ich ihr ein kleines Notizbuch. Vielleicht wollte sie versuchen, jeden Tag etwas aufzuschreiben, über das sie sich gefreut hatte.

Vor Weihnachten gab sie mir ein kleines Päckchen. Als ich es öffnete, fand ich darin das kleine Notizbuch mit der Aufschrift „Danke“.  Es gab Tage, an denen ich keinen Eintrag fand, aber es gab auch Tage mit zwei Notizen und mehr. Auf der letzten Seite des Notizbüchleins las ich nur eine Zeile: „Danke, dass es dich gibt!“

 

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 Gott traut uns Menschen zu, dass wir uns verändern können. Davon ist die Theologin Ulrike Berg überzeugt. Sie erzählt: 

Eine Freundin sagte mir: „Mensch, dieses ewige Gerede von menschlicher Schuld und Sünde – das macht mich noch ganz depressiv. Gott hat uns doch so gemacht. Wieso soll ich mich immer so schrecklich schuldig fühlen?“ „ Sollst du gar nicht.“, konnte ich sie überzeugen. „Nur ab und zu gucken, ob du nicht was korrigieren kannst. Denn Gott liebt uns, wie wir sind. Aber er traut uns zu, dass wir uns verändern können.“

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Heute ist Holocaust-Gedenktag . Es gibt nur noch wenig Zeitzeugen, die leben. Eine von ihnen ist Magda Hollander-Lafon. Sie hat den Holocaust überlebt und erzählt gegen das Vergessen:

„Im Lager gab es  wichtige Momente, wie beispielsweise Sonntagnachmittage, die einzigen Stunden, in denen wir nicht arbeiten mussten. Wir haben unseren Geist fit gehalten, haben uns Gedichte vorgetragen, bis wir vergessen haben, wo wir waren. Wir fühlten uns in einem anderen Universum. Durch die Poesie und die Musik trugen wir die Hoffnung immer weiter in unseren Herzen. Wir gaben unser Brot für ein Stück Papier, einen Bleistift, um Spuren zu hinterlassen, und um andere vor diesem Horror zu bewahren."

Erinnerungen von Magda Hollander-Lafon über ihre Zeit in Ausschwitz.

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Gohar Ghazaryan ist von Armenien nach Deutschland geflohen. Natürlich denkt sie oft an ihre Heimat. In einem Interview über ihre Flucht erzählt sie, was sie besonders vermisst:

Natürlich meine Familie, denn sie ist uns heilig; unser ganzes Leben spielt sich in und mit der Familie ab. Ich sehne mich nach meiner Mutter und nach der Familie meines Bruders, in dessen Haus ich gewohnt habe (…). Dieser Zusammenhalt ist kaum zu beschreiben. So essen wir niemals alleine. „Komm rein zum Brotessen“, ist ein Satz, der uns das ganze Leben lang begleitet, nicht nur in Familie und Nachbarschaft, sondern oft auch als Einladung an Fremde von der Straße. Es gibt bestimmte Rituale, da gehört die Einladung von Fremden und Nachbarn zum gemeinsamen Mahl dazu (…).

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Ein irischer Segenswunsch für einen guten Start in die neue Arbeitswoche:

Geh ruhig deinen Weg – mitten im Lärm unserer Tage; allein die Stille vermag Frieden zu schenken. Wenn es geht, steh mit allen auf gutem Fuße, aber gib dich selbst nicht dabei auf!

Wenn du dich selbst mit anderen vergleichst, so wisse, dass Eitelkeit und Bitterkeit dich erwarten; es wird immer Größere und Geringere geben als dich.

Freu dich an deinen Erfolgen, doch bleibe bescheiden: Das ist das Beste in den Wechselfällen des Lebens.

 

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Der Philosoph und Dichter Khalil Gibran schreibt in seinem Buch „Der Prophet“  über die Liebe:

Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil (…). Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie, auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann, wie der Nordwind den Garten verwüstet. Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich. So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich. So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern, steigt sie hinab zu den Wurzeln und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit (…). All dies wird die Liebe mit dir machen, damit du die Geheimnisse deines Herzens kennen lernst .  

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