Manuskripte

SWR3 Worte

Die Schriftstellerin Anne Morrow Lindbergh war die Ehefrau des legendären Piloten Charles Lindbergh. Über die Liebe hat sie gesagt:

„Wenn man jemanden liebt, so liebt man ihn nicht die ganze Zeit […] auf die gleiche Weise. Und doch ist es genau das, was die meisten von uns fordern. Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten der Liebe […]. Wir jubeln der steigenden Flut entgegen, und wehren uns erschrocken gegen die Ebbe. Wir haben Angst, die Liebe würde nie zurückkehren. Wir verlangen Beständigkeit, Haltbarkeit und Fortdauer; und die einzige mögliche Fortdauer […] der Liebe liegt […] im täglichen Auf und Ab – in der Freiheit; einer Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum berühren und doch Partner in der gleichen Bewegung sind.“

Anne Morrow Lindbergh
Ich ging weit den Strand entlang in: Muscheln in meiner Hand.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21202

Was ist für Sie Erfolg?

Die Management-Trainerin Sabine Asgodom hat dazu ein paar Ideen:  

„Beruf und Privatleben in Balance zu bringen ist nicht Doppelbelastung, es ist Erfolg.
In Zeiten der Arbeitslosigkeit nicht den Mut zu verlieren ist Erfolg.
Alten oder kranken Menschen das Leben erträglicher zu machen ist Erfolg.
Unglücklichsein zu erkennen und etwas zu verändern ist Erfolg.
Aus dem, was geht, das Beste zu machen, auch das ist Erfolg.“

Sabine Asgodom
In: Lebe wild und unersättlich! 10 Freiheiten für Frauen, die mehr vom Leben wollen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21201

Eine ehemalige Industriehalle wurde in Rottenburg-Ergenzigen provisorisch für über 500 Flüchtlinge eingerichtet – alle Menschen leben gemeinsam in der großen Halle, nur notdürftig mit Sperrgittern und Wolldecken abgetrennt. Der Reporter Ulrich Eisele hat die so genannte Bedarfsorientierte Erstaufnahmeeinrichtung (BEA) besucht und berichtet:

„Nach fünf Stunden verlasse ich das Lager wie betäubt von den Eindrücken, die auf mich einstürmten.
Wenn es für mich schon so schwer ist, dort einen halben Tag auszuhalten, wie schwer muss es erst für Menschen sein, die alles verloren haben, die die Sprache nicht verstehen und in ihrem Selbstvertrauen bis auf den Grund erschüttert sind?“

Ulrich Eisele
Im Wartesaal der Ungewissheit. In: Schwäbisches Tagblatt, 28. Oktober 2015

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21200

Womit kann man das Neue Jahr vergleichen?
Mit schönen, unabgelaufenen Füßen, meint der Theologe Fulbert Steffensky und erzählt:

„Vor einiger Zeit besuchte ich mit meiner Enkeltochter eine Freundin, die ein Kind bekommen hat. Die Enkeltochter sah das Kind lange und bewegt an, und schließlich sagte sie: ‚Es hat so schöne unabgelaufene Füße!’
So ist es auch mit dem neuen Jahr: Es hat so schöne unabgelaufene Füße.
Immer wenn etwas anfängt - ein neues Leben, die Ehe von zwei Menschen, […] ein neues Jahr, überkommt Menschen eine Art gerührter Hoffnung. […] Jeder Anfang hat die Zartheit und den Glanz des Unverdorbenen. Jeder Anfang ist eine Erinnerung und ein Versprechen; eine Erinnerung an alle die Anfänge, die in Hoffnung begonnen wurden. Und ein Versprechen: Einmal wird es einen Anfang geben, der nicht in Kürze überholt […] ist.“

Fulbert Steffensky
Unabgelaufene Füsse
Ach. Das kleine Buch vom großen Staunen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21199

Die 26jährige Naheeb Mirzad ist aus Afghanistan geflohen. In einem Berliner Flüchtlingsheim träumt sie von dem, was für uns ganz normal ist:

„In Kabul habe ich […] als Bankerin gearbeitet. Mein Job hat mir Spaß gemacht. Aber die Taliban sehen es nicht gern, wenn Frauen arbeiten. Deshalb haben sie meinen Vater mehrmals aufgesucht und ihm gedroht: Wenn ich nicht zu Hause bleibe, dann tun sie mir etwas an.
[…] Ich bin allein aus Kabul geflohen […] und hatte große Angst. Meine Familie vermisse ich hier nun sehr. Dennoch versuche ich, nach vorn zu blicken: Ich möchte Politik und Jura studieren.
Ich träume von einem ganz normalen sicheren Leben mit einer Arbeit und einer eigenen Familie.“

Naheeb Mirzad
Diakonie Magazin, 1/2015, S. 10
http://www.diakonie.de/diakonie-magazin-01-2015-16216.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21198

Anderen zum Neuen Jahr Gutes wünschen, ist ein schöner Brauch. Die Dichterin Rose Ausländer tut das mal ein bisschen anders:

„Im neuen Jahr grüße ich meine nahen und die fernen Freunde
grüße die geliebten Toten
grüße alle Einsamen
grüße die Künstler, die mit Worten, Bildern, Tönen mich beglücken
grüße die verschollenen Engel
und grüße mich selber mit dem Zuruf: Mut“

Rose Ausländer
Im neuen Jahr in: Freude, Schätze aus 20 Jahren „Der Andere Advent

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21197

Mit zuversichtlicher Leichtigkeit in den ersten Sonntag des Jahres starten – das geht mit Worten von Hanns Dieter Hüsch:

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit.
Mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen
Mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin in meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
Vom Kindbett bis zur Leich

Was macht, dass ich so furchtlos bin an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt, wohl über alle Welt.

Hanns Dieter Hüsch
In: Das Schwere leicht gesagt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=21196