Manuskripte

SWR3 Worte

Papst Franziskus über unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt: 

Die Umwelt ist ein kollektives Gut, ein Erbe der gesamten Menschheit und eine Verantwortung für uns alle. Wenn sich jemand etwas aneignet, dann nur, um es zum Wohl aller zu verwalten. Wenn wir das nicht tun, belasten wir unser Gewissen damit, die Existenz der anderen zu leugnen. Deshalb haben die Bischöfe von Neuseeland sich gefragt, was das Gebot „du sollst nicht töten“ bedeutet, wenn „zwanzig Prozent der Weltbevölkerung Ressourcen in solchem Maß verbrauchen, dass sie den armen Nationen und den kommenden Generationen das rauben, was diese zum Überleben brauchen.

 Papst Fanziskus

 

Papst Franziskus: Laudato si`. Über die Sorge für das gemeinsame Haus, Die Umwelt-Enzyklika mit Einführung und Themenschlüssel. Katholisches BibelwerkStuttgart 2015, S.90f.

 

Zeit: 0:39

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In einer Wissenschaftszeitschrift habe ich gelesen, dass es durchaus auch gut ist, mal aufzugeben. Da heißt es:

 

619 Millionen Einträge – so viele Seiten spuckt Google aus, wenn man in der Suchmaske den Slogan "Never give up" eingibt. Tausende Schaubilder und Texte suggerieren nur eine Botschaft: Wer aufgibt ist schwach, wer motiviert ist muss immer weitermachen! Dies ist jedoch eine krasse Fehlannahme, davon sind Psychologen wie Carsten Wrosch fest überzeugt. (...) In einer unerträglichen Situation auszuharren, zehrt nicht nur an der Psyche, auch das körperliche Wohlbefinden leidet massiv. Menschen, die in der Lage sind, sich von unerreichbaren oder sinnlosen Zielen zu lösen, sind glücklicher als die, die daran festhalten.

 

Welt der Wunder, 10/2015, S.77.

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Der Schriftsteller Sergio Bambaren über kleine Gesten mit großer Wirkung:

„Ich bin ihnen überall auf der Welt begegnet,(..), einfachen Menschen, die eines Tages entdeckt hatten, dass sie eine Mission in ihrem Leben erfüllen, selbst wenn sie nur einen Laib Brot mit anderen teilen. Ohne sich dessen bewusst zu sein, sind sie von großer Bedeutung. Am meisten begeistert mich aber, dass sie auch und vor allem dann ganz selbstverständlich handeln, wenn andere es überhaupt nicht wahrnehmen – in völliger Stille, ganz egal, ob ihnen jemand dabei zusieht oder nicht. Ich glaube, sie haben die Bedeutung von Demut und Liebe vollkommen verstanden. In gewisser Weise haben sie sich ihr eigenes Paradies hier auf Erden erschaffen.“

 

Bambaren, Sergio: Die Weisheit deines Herzens, ein Buch für Suchende. Piper 2014, S.63.

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Der Schriftsteller Sergio Bambaren über das Aufschieben von Träumen:

„Immer in Eile, immer zu spät. Wir rennen von einem Ort zum anderen und kommen doch nirgends an. Warum haben wir es immer eilig(..)? Warum rasen wir durch diese wundervolle Lebensreise, ohne uns eine Pause zu gönnen, um vielleicht an einer Rose zu schnuppern, im feuchten Sand am Strand zu sitzen, barfuß durch weiches, grünes Gras oder den Wald zu gehen und darüber nachzudenken, wohin wir streben? Warum reisen wir nicht an diesen fernen Ort, den wir schon immer besuchen wollten, es aber nie getan haben, weil wir immer zu beschäftigt waren, zu viel zu tun hatten? Wann sind wir so verantwortungsbewusst geworden, dass wir unsere Träume auf die Zukunft verschoben haben? Wann haben wir angefangen, jeden Tag ein bisschen mehr zu sterben, während wir noch am Leben sind?“

 

Bambaren, Sergio: Die Weisheit deines Herzens, ein Buch für Suchende. Piper 2014, S.55f.

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Der Theologe Bernhard Grom über die Liebe: 

Man hat verschiedentlich bemängelt, dass es in der deutschen Sprache nur ein Wort (...) für Liebe gibt. Aber darin liegt auch eine tiefe Wahrheit. Denn in den verschiedenen Gestalten, in denen Liebe erscheint, bleibt sie doch auch identisch. Stets geht es in ihr um das Annehmen des anderen oder um die Erfahrung des Angenommenseins(..).

Liebe ist Annahme, Bejahung ohne irgendein „damit“ und „um zu“, das heißt sie ist in sich sinnvoll. Liebe sagt: „Gut, dass es dich gibt!“ Und sie sagt dies ohne Vorbehalte und Hintergedanken.

 

Grom, Bernhard, Schmidt, Josef: Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Herder Verlag, Freiburg 1983.

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Der Schriftsteller Sergio Bambaren über die Geheimnisse für ein glückliches Leben: 

„Den wahren Sinn des eigenen Lebens (..) findet man nur nach einer langen, beschwerlichen Reise. Zuerst muss man sich von allen Regeln und Traditionen freimachen, die uns so viele Jahre lang von der Gesellschaft eingebläut worden sind. Es ist wie Zwiebelschälen: Man entfernt die jeweils äußere Schicht, bis man am Ende zum Herz der Zwiebel vorgedrungen ist, in dem der verborgene Keim liegt. Und während man Schicht für Schicht abschält, tränen einem die Augen, denn zu spirituellem Wachstum gehört mitunter auch Leid. Große Entscheidungen ziehen große Veränderungen nach sich(..). Man wird stolpern oder sogar fallen. (..) Wichtig ist, was das Herz der Seele zuflüstert. (..) Und um klar zu sehen, und dem näher zu kommen, was wir uns wirklich wünschen – dem Kern unserer wahren Persönlichkeit, müssen wir zuallererst wissen, was wir im Leben nicht wollen.“ 

Bambaren, Sergio: Die Weisheit deines Herzens, ein Buch für Suchende. Piper 2014, S. 52.

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Ein Dankgebet von Sabine Naegli:

 

Wie danke ich Dir, dass ich versagen darf, vor Dir und anderen Menschen!

Wie danke ich Dir, dass ich dazu stehen darf, Grenzen zu haben:

Grenzen des Glaubens, Grenzen der Geduld, Grenzen der Belastbarkeit,

Grenzen des Könnens, Grenzen der Liebe.

Wie danke ich Dir, dass ich traurig sein darf und müde,

dass es Dinge geben darf, mit denen ich alleine nicht fertig werde,

dass Verzichten und Sich-beschenken-Lassen beide ihr Recht haben.

Wie danke ich Dir, dass ich kleine, unbeholfene Schritte tun darf auf dem Weg zu Dir hin!

Mag ich auch stolpern und fallen, immer stürze ich auf Dich zu, immer falle ich in Deine Arme.

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