Manuskripte

SWR3 Worte

Der Bergsteiger Reinhold Messner ist oft an seine körperlichen Grenzen gegangen.
Und hat dabei ein Gefühl für seine Seele bekommen:

Die Seele des Menschen ist ein Teil unseres Daseins.
Sie ist nicht einfach unsere innere Seite,
sondern ein zusätzliche Dimension unseres Lebens.
Ich habe das Gefühl,
dass wir wirklich mit Verstand, Körper und eben mit Seele gemacht sind.
Das habe ich nicht aus irgendeiner Religion übernommen;
sondern dieses Gefühl für meine Seele
ist mir mit der Zeit zugewachsen.
Meine Erfahrungen mit meiner Seele
verändern und entwickeln sich.“

„Die Wahrheit ist ein göttlicher Begriff“,
Reinhold Messner im Gespräch mit Hanno Gerwin; in: Hanno Gerwin, Was Deutschlands Prominente glauben, Gütersloher Verlagshaus GmbH

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Der indische Friedenspolitiker Mahatma Gandhi war kein Christ.
Trotzdem konnte er sagen:

„Jesus nimmt in meinem Herzen einen großen Platz ein.
Obwohl ich nicht beanspruchen kann, ein Christ zu sein,
so ist doch das Beispiel von Jesu Leben
mit seiner unerschütterlichen Gewaltlosigkeit
ein Faktor, der alle meine Tätigkeiten bestimmt.
Ich sage allen Menschen, dass ihr Leben unvollkommen bleibt,
wenn sie nicht ehrfürchtig die Lehre Jesu studieren.“

Zitiert nach:
„Freiräume – Religionsbuch für berufsbildende Schulen“, Cornelsen-Verlag

 

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Wenn es Gott gibt- wo kann ich ihm begegnen?
Der Rennfahrer Allessandro Zanardi hat dazu eine Idee:

„Ich glaube an Gott –
auch jetzt immer noch nach meinem schlimmen Unfall.
Aber um ehrlich zu sein: Ich bin mir nicht ganz sicher,
wie ich ihn nennen soll.
Heißt er Gott? Oder Allah? Oder Buddha? Oder ganz anders?
...Wie auch immer – wir Menschen haben eine Seele.
…Wenn wir öfter auf unsere Seele achten würden,
dann wüssten wir ganz genau,
was gut und was schlecht ist.
Die Seele ist der kleine Teil Gottes,
den er jedem Menschen gegeben hat.
Den sollten wir nicht ignorieren.“

„Es gibt nichts, was Gott hätte tun können“,
Allessandro Zanardi im Gespräch mit Christoph Becker; in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 170 vom 25.07.15

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Angst vor dem Tod?
Muss man nicht haben, meint die Schriftstellerin Cornelia Funke:

„Ich habe den Tod noch nie gefürchtet.
Er ist ein großes Abenteuer.
Natürlich fragen wir uns alle,
wie der Tod einmal zu uns kommen wird.
Hat man die Chance, ihm würdevoll und bewusst zu begegnen?
Ich möchte nicht ganz plötzlich sterben.
Ich würde meinen Tod schon gerne erleben:
Das ist ja eine große Sache.
Mein Mann ist vor neun Jahren an Krebs gestorben;
was für ihn und für mich ein sehr schmerzhafter Tod war.
Noch heute habe ich manchmal das Gefühl,
dass er in meiner Nähe ist.
Das kommt jetzt seltener vor als zu Anfang,
aber ab und zu passiert es immer noch –
und das ist ein schönes Gefühl.“

„Ab und zu muss man tun, wovor man Angst hat“,
Cornelia Funke im Gespräch mit Dirk von Nayhauß; in: Magazin „Chrismon“, Nr.6/2015

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Was brauchen wir zum Überleben?
Vertrauen! Meint der Psychotherapeut Peter Groß:

„Es gibt eben keine absolute Sicherheit im Leben.
Wir müssen immer darauf vertrauen,
dass die Sonne auch am nächsten Tag wieder aufgeht
und dass wir das Dach über dem Kopf noch haben
und dass unsere Frau oder unser Mann uns nicht betrügt.
Ohne diese Lebensmitte lebt es sich verdammt schwierig.
Ohne Vertrauen geht man kaputt.
Wenn jedes kleine Samenkorn sich fragen würde:
Was erwartet mich wohl auf der Erde?
Dann gäbe es überhaupt kein Pflanzen.
Denn da kann ja immer ein Reh vorbeikommen
und das junge Grasbüschel auffressen. Zack, das war´s.
Vertrauen ist das entscheidende Lebensmittel gegen die Unsicherheit.“

„Der Mensch ist besser als sein Ruf“,
Peter Groß im Gespräch mit Mareike Fallet; in: Magazin „Chrismon“, Nr.6/2015

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Der Autorennfahrer Alessandro Zanardi
hat bei einem Unfall beide Beine verloren.
Trotzdem hadert er nicht mit seinem Schicksal. Warum?

„Es gibt nichts, was Gott hätte tun können.
Ich habe Gott niemals um Hilfe gebeten:
weder vor meinem Unfall noch danach.
Es gibt nichts, was Gott besser für mich tun könnte
als eine Viermillimeterschraube es tun kann.
Solche Schrauben halten jetzt meine Prothesen fest.
Aber dafür brauche ich Gott nicht.
Die Religion ist eine ganz andere Kraft.
Sie kann inspirieren, kann einen Funken entfachen,
kann das Feuer in mir brennen lassen und mir Kraft geben.
Deshalb kann ich jetzt sagen:
Ich bin Allessandro, der ein phantastisches Leben hatte
und immer noch ein phantastisches Leben hat.“

„Es gibt nichts, was Gott hätte tun können“,
Allessandro Zanardi im Gespräch mit Christoph Becker; in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 170 vom 25.07.15

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Gibt es einen Gott?
Die Schriftstellerin Cornelia Funke glaubt daran:

„Ich hatte immer das Gefühl,
dass mich jemand beschützt.
Und ich habe es deutlich gespürt,
wenn der Schutz einmal weg war.
Ich empfinde, dass ich eine göttliche Präsenz
in meinem Leben habe.
Dass ich um Hilfe bitten kann:
Wenn es so richtig finster wurde,
war ich nie allein.
Manchmal gehe ich vor Dankbarkeit auf die Knie –
aber natürlich nur, wenn ich allein bin.“

„Ab und zu muss man tun, wovor man Angst hat“,
Cornelia Funke im Gespräch mit Dirk von Nayhauß; in: Magazin „Chrismon“, Nr.6/2015

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