Manuskripte

SWR3 Worte

Angst hat jeder. Aber Angst macht das Leben eng. Was kann man tun gegen Angst? Die Schriftstellerin Cornelia Funke hat eine Idee:

Angst ist wie ein Wolf. Wenn man ihn füttert, dann wächst er. Den Wolf muss man kleinhalten, und das tut man am besten, indem man ab und zu Dinge tut, vor denen man Angst hat. Und wenn es nur lächerliche Sachen sind. Ich hatte Angst, Auto fahren zu lernen, ich war schon 45. Und heute denke ich: Um Gottes willen, wovor habe ich mich gefürchtet? ... Angst will besiegt werden.

Aus: Chrismon-Magazin 06/2015

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Frieden schaffen ohne Waffen. Geht das überhaupt? Der Liedermacher Konstantin Wecker meint:

Was wäre eigentlich, wenn hier ein Waffenhändler sitzen würde, der ganz ehrlich ist? Der würde uns sagen: Leute, wir wollen gar keinen Krieg gewinnen, wir wollen, das immer Krieg ist. Dem System hilft der dauernde Krieg. ... Erzählt wird uns: Es soll ein Krieg gewonnen werden. Aber wenn einer gewonnen ist, wird irgendwo ein neuer entfacht. ... Das System will im Endeffekt, dass es permanent Unruhen gibt, weil diese Unruhen …. Geld bringen.

Aus: Entrüstet euch! Hg.v. Margot Käßmann und Konstantin Wecker, Gütersloher Verlagshaus. 2015

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Gemeinsames Schweigen- das hat was. Sogar in der U-Bahn. Eine Frau, die in London oft mit der U-Bahn fährt, erlebt das so:

Oft wird diese Vor-sich-hin-Starren als Zeichen des Verfalls der westlichen Zivilisation interpretiert. Die Menschen hätten sich nichts mehr zu sagen und seien apathisch. Ich sehe das anders. Es ist eine stillschweigende Vereinbarung, die das explosive Gefüge der Acht-Millionen-Stadt vor dem Zerbrechen bewahrt. Es ist eine respektvolle Ruhe. Sie sagt: Wir hatten alle eine harten Tag und sind total reizüberflutet, und was wir in dieser Röhre verloren haben, ist uns sowieso ein Rätsel. Drum lass uns doch einfach mal kollektiv die Klappe halten.

Aus: Chrismon-Magazin 06/2015

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Vertrauen Sie ihren Kindern, rät der Psychotherapeut Peter Groß. Denn das Vertrauen der Eltern gibt den Kindern Selbstvertrauen. Und so könnte es klappen:

Da sein. Mein Kind kann Mist bauen, und ich lasse es trotzdem nicht fallen. Ich liebe es so, wie es ist. Mit allen Fehlern, das ist das Wesentliche. Schlimm ist, wenn die Eltern ihre Kinder überbehüten. Oh, geh nicht auf diesen Balken, du könntest runterfallen. Nimm das nicht in den Mund, davon wirst du total krank. Dieses dauernde Überwachen, auch später bei Partys - man muss Fehler machen, um das Aufstehen zu lernen.
Vertrauen ist eine Investition auf Unsicherheit! Es gibt keine absolute Sicherheit.

Aus: Chrismon-Magazin 06/2015

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Wie geht Vertrauen? Eine Mutter erzählt:

Mein Sohn wird 18 und möchte gerne allein mit meinem Auto und drei Kumpels nach Südfrankreich fahren. Oh Gott, was da passieren kann. Sie können billigen Rotwein trinken, sie könnten kiffen, sie könnten Mädchen beeindrucken mit zu schnellem Fahren. Aber andererseits, er ist dann 18. Bald geht er weg, nach Afrika. Ich muss auf sehr viel mehr vertrauen als auf seine Fahrkünste. Ich muss darauf vertrauen, dass wir Eltern 17 Jahre lang hoffentlich einiges richtig gemacht haben. Dass er keinen Mist baut, ein vernünftiger Junge ist und immer einen Schutzengel hat.

Aus: Chrismon-Magazin 06/2015

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Was brauchen Flüchtlinge, wenn sie nach Deutschland kommen? Zerai Abraham, selbst vor Jahren nach Deutschland aus Eritrea geflüchtet sagt:

¨Positiv ist eine menschliche Geste: Du bist willkommen und das System muss Türen öffnen, zur Bildung, zur Sprache, zum Arbeitsmarkt. Das ist, was Flüchtlinge brauchen. Spenden helfen natürlich auch. Aber wichtiger ist der Empfang. Wie bei einem Kind, da ist es auch das Wichtigste, dass ich ihm Liebe gebe. Und nicht Geld.

Aus: Chrismon-Magazin 05/2015

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„Danke“, sagte auf einmal ein Mensch. „Danke, Gott für das Leben. Danke für die Welt. Und danke, dass ich nicht allein bin.“ Da war der Mensch entstanden. Männer und Frauen und sie fühlten sich wohl.
„Hört zu“, sagte Gott. „Ich bin froh, dass ihr da seid. Seht euch in Ruhe um. Was ich gemacht habe, ist gut, wie es ist. […]
Und Gott segnete die Menschen und freute sich. Dann sah er den Menschen zu, wie sie die Welt um sich her erforschten und kennenlernten, bis es Abend wurde, am sechsten Tag.
Am siebten Tag aber ruhte Gott sich aus. Er machte gar nichts und er sagte auch nicht. Er freute sich nur. Denn er wusste: Er würde nie mehr allein sein.

Martina Steinkühler
Die Bibel spricht, Martina Steinkühler, Vandenhoeck & Ruprecht

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