Manuskripte

SWR3 Worte

Der Künstler Pablo Picasso darüber, wie schwer es ist, als Erwachsener so unverdorben, frei und kreativ zu bleiben, wie man es als Kind einmal war. Er sagt: 

„Als Kind ist jeder ein Künstler.

Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“

 

 

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Ein Gedicht des Ordensmannes und Dichters Andreas Knapp. Es handelt davon, wie tief ich im Leben fallen, und was mich wieder aufrichten kann.

 

„im hochmut habe ich auf andere herabgeschaut

jetzt kann ich keinem mehr unter die augen treten 

niemandsland bin ich geworden

mein leben verläuft spurlos im sand 

wie gern würde ich sehen

dass mich jemand gern sieht

mein auge hält ausschau nach einem Gesicht

 

dein blick trifft ins schwarze

pupillen tiefer als brunnen

schenken ansehen“

Ein Text des Dichters Andreas Knapp.

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Ein sommerliches Gedicht der Autorin Iris Macke.

 

„Schwer kannst du mich nicht beladen. Also lass an Land, was dich bedrückt.

Leinen los, wie steht der Wind?

Mit Leichtigkeit nehmen wir Fahrt auf.

Die Sonne. Die Luft. Der Blick in den Himmel lassen die Seele atmen.

Dir ist das zu unsicher? Kleingläubiger.

Wasser hat doch schon ganz andere getragen.

Komm. Probier doch mal was Neues.

Hab Vertrauen.

Ich bin dein Sommer-Traum-Schiff.“

 

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Andreas Steinhöfel schreibt Kinder- und Jugendbücher. Auf die Frage, ob er eine Vorstellung von Gott hat, antwortet er: 

„Als Kind wurde ich oft von meinem Vater verprügelt. Lag ich abends in meinem Bett, habe ich mich gefragt, warum der liebe Gott nicht eingegriffen hat. […] Ich scheitere bis heute an der Frage: Warum sollte eine schöpferische Intelligenz auf die Idee kommen, so was Beklopptes wie uns Menschen auf diesen Planeten zu setzen? Wenn wir ein Abbild seiner sind, dann ist er nicht perfekt. Wenn er perfekt ist, dann weiß ich nicht, was er für einen Spaß daran haben sollte, uns beim Straucheln zuzugucken.

Allerdings bewundere und beneide ich Menschen, die einen festen Glauben haben, weil ich schon mehr als einmal mitbekommen habe, wie tröstlich das sein kann. Es gab auch in meinem Leben Momente, wo ich das Gefühl hatte, in großem Unglück eine Tröstung zu erfahren. Das war ein gutes und rettendes Gefühl - so intensiv, dass ich in meinem Unglauben tatsächlich ins Schwanken kam.“

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Konstantin Wecker hat viele Gesichter. Er singt, schreibt Lieder und Bücher und er setzt sich für den Frieden ein. In einem Interview beschreibt er, wie er zu seinem Bild von Gott gekommen ist.

„Mir hat von Anfang an das Gottesbild Rilkes geholfen: der Gott, der infrage gestellt werden darf. Der Ansprechpartner. Was wirst Du tun Gott, wenn ich sterbe? Rilke schreibt nicht vom liebenden Gott, er schreibt eigentlich wie der Mystiker, er schreibt von seiner zerbrechlichen Liebe zu Gott. Und wenn wir immer wieder davon ausgehen, dass wir das Unerklärliche, das uns bewegt, als Gott bezeichnen - dann können wir auch gut über Gott reden. Wenn wir ihn nicht definieren wollen. Und da liegt ja auch, wenn wir in den politischen Bereich sehen, die Gefahr. Jeder, der glaubt, Gott definieren zu können und mir sagen will, was Gott will, der macht schon den ersten großen Fehler.“ 

Ein Zitat von Konstantin Wecker.

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Janine war Leistungssportlerin - bis die Diagnose Leukämie kam. Im Magazin chrismon spricht sie über Dinge, die sie noch gern erleben möchte

„Als mich meine Hospizbegleiterin fragte, ob es Dinge gebe, die ich gern noch erleben möchte, so was wie letzte Wünsche, sagte ich erst mal Nein. Ich fand, dass ich noch Zeit habe. Aber dann fiel mir doch einiges ein: ein Fotoshooting zum Beispiel, denn ich möchte schöne Fotos von mir hinterlassen; und ich will endlich lernen, eine Bierflasche mit dem Feuerzeug aufzumachen. Aber die außergewöhnlichen Dinge sind mir nicht wichtig. Ich möchte mich über das Wetter ärgern. Und ich möchte am Leben der anderen teilhaben. Meine Freunde sind oft unsicher, ob sie mich mit ihren Sorgen wirklich belasten können. Abwegiger Gedanke. Ich sehne mich doch danach, mit meinen Freundinnen über ihren Liebeskummer oder ihren Ärger mit Chefs zu sprechen! Ich möchte alles wissen, alles teilen und mir auch Sorgen machen dürfen um die Freunde. Ich will nicht ausgeschlossen sein.“ 

Aus: chrismon 05.2015, S. 54.

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Die Autorin Eva Jung erzählt in ihrem Buch „Alltagstourist“, unter anderem wie sie die Bibel für sich entdeckt hat: 

„Als ich mit 16 zum ersten Mal eine Bibel in die Finger bekam, begann ich aus Langeweile darin zu lesen und war bass erstaunt, dort einiges wiederzufinden, das ich aus der Schule oder Kirche bereits im Ohr hatte. Bis dato war mir nur nicht klar gewesen, dass so vieles seinen Ursprung in diesem Buch hat. […] Ich war fasziniert von Jesus, der mir plötzlich gar nicht mehr so abgehoben, sondern nahbarer und plastischer vor Augen stand als alles, was ich bis dahin über ihn gehört hatte. Die Lektüre krempelte mein Leben um - bis heute. Was ich dort lese, überrascht mich, je nach Lebenssituation, immer wieder neu. Ich möchte auf dieses Buch nicht mehr verzichten. Es begleitet mich täglich.“

 

 

 

Aus: Jung, Eva, Alltagstourist, adeo Verlag 2014, S.434.

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