Manuskripte

SWR3 Worte

Ein Mensch, der liebt, lebt nicht aus der Angst, sondern aus dem Vertrauen. Die Liebe gibt die Sicherheit … eines unerschütterlichen Wissens um das, worum es im menschlichen Leben geht – nicht um ein Tun, nicht um ein Haben, sondern um ein Sein. Und dieses Sein entwickelt eine Stärke, die nicht auf Status oder soziale Anerkennung, physische Eigenschaften oder Reichtum angewiesen … ist; diese von außen unerschütterliche Stärke nennen wir menschliche Größe. Sie zeigt sich in der Fähigkeit zu lieben.

 Clemens Sedmak, Geglücktes Leben, Herder: Freiburg 2012, 35f

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Ein geglücktes Leben weiß um geglückte Tage. Ein geglücktes Leben hat wohl auch damit zu tun, einen Tag nach dem anderen zu leben, jeden Tag zu füllen und zu ehren, jeden Tag in gewissem Sinne als einen „ersten Tag“ und einen „letzten Tag“ zu leben und an jedem Tag um Wachstum und Reifung zu ringen. 

Clemens Sedmak, Geglücktes Leben, Herder: Freiburg 2012, 24

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Gelassen der Mensch, der hellwach träumt und seine Visionen einer gerechten Welt nicht zurückhält, sondern wagt sie auszusprechen, damit Energien freigelegt werden können durch Gott, der mit uns träumt. 

Pierre Stutz, Gelassen sein, Kreuz-Verlag: Freiburg 2010, 80

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Meine Tochter, die elf ist, hat es mir so erklärt: „Wenn einer immer böse Witze machen würde über jemanden, den ich liebe, also über dich zum Beispiel, Mama, dann würde ich dem irgendwann auch eins auf die Fresse geben!“ Das mit der Fresse habe ich beanstandet. Aber vielleicht sind Dinge, die Menschen heilig sind, wirklich das falsche Ziel für Spott. 

Die Illustratorin Kerstin Schürfeld auf die Frage „Muss man über Religionen Witze machen?“, in: Die Tageszeitung vom 17./18.1.2015, taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Berlin, 17

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Religion ist dem Menschen ein anthropologisches Bedürfnis. Das heißt nicht, dass jeder Mensch betet oder religiös ist. Auch nicht alle Menschen spielen gerne, nicht alle tanzen, leben mit Kunst oder verstehen etwas von Musik – und doch gehören Spiel, Tanz, Musik und Kunst zum Menschen. 

Hilal Sezgin, Der Luther des Islam, in: Die Tageszeitung vom 21.1.2015, taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Berlin, 12

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Eines Tages wird für jeden von uns die Sonne zum letzten Mal aufgehen. Schwester Licht, wäre es wohl möglich, mich zu warnen, wenn mein letzter Tag anbricht?

Aber am besten ist noch immer der evangelische Rat, jeden Tag so zu leben, als sei es der letzte oder, besser noch, als sei es der erste.

 

Dom Helder Camara, zit. aus: Hans Krömler (Hg.), Jeder Tag ist Leben. Zur Frage nach demSinn des Alltags. Ein Arbeits- und Lesebuch, Benzinger: Zürich/Köln 1985, 286

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Bist du imstande, Freude zu haben am Leben: am Aufstehen, am Essen, am Weg zur Arbeit, an der Arbeit selbst, am Heimweg, an der Rast, am Schlaf, … am Blau des Himmels? … Verstehst du noch, dich deines Lebens zu freuen? Und sei es nur manchmal? Oder ist dir nur die Ermüdung geblieben, die Erschöpfung bis zum Überdruß – die Pflicht des Sklaven, der abends aufs Bett fällt, so wie er einst ins Grab fallen wird?

Dabei ist dies doch das größte Geschenk, das Gott dir geben konnte – das Leben.

 

Mieczys?aw Malinski, Brot für jeden Tag, Herder: Freiburg 1976, 212

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