Manuskripte

SWR3 Worte

Der niederländische Theologe Huub Oosterhuis hat die biblischen Psalmen neu übersetzt. Psalmen sind uralte Gebete. Sie greifen alles auf, was im Leben so passiert.

Der Psalm 70 ist ein Hilferuf in großer Not. In der Übersetzung von Huub Oosterhuis klingt er so:

 

„Streck die Hand nach mir aus,

sei du Gott,

komm zu Hilfe.

 

Gott bist du, komm zu Hilfe,

du, komm, eile mir zu helfen.

 

Befrei mich aus diesem Urwald,

dieser Haft, diesem leeren Jetzt.

 

Du, komm, eile, mir zu helfen.

Der aus nichts uns erschuf, der uns kennt und befreit.

 

Du, komm, eile uns zu helfen.“

 

Aus: Oosterhuis, Huub, Psalmen, Herder, Freiburg 2014.

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Der Autor Werner Sprenger macht sich Gedanken über verpasste Möglichkeiten und Entscheidungen im Leben.

Er schreibt:

 

„Es gibt einen Weg, den niemand geht, wenn Du ihn nicht gehst.

Wege entstehen, indem wir sie gehen.

Die vielen zugewachsenen, wartenden Wege, von ungelebtem Leben überwuchert.

Es gibt einen Weg, den niemand geht, wenn Du ihn nicht gehst:

Es gibt Deinen Weg,

einen Weg, der entsteht, wenn Du ihn gehst.“

  

Aus: Eschbacher Textkarte 4293 „Grenzenlos“, Verlag am Eschbach 2012.

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Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder auf die Frage, ob er eine Vorstellung von Gott hat.

„Das ist eine Frage, über die ich ungern rede - und mit der ich nicht fertig bin. Ich begreife mich sozusagen als Suchenden und gleichwohl Zweifelnden. Ich denke, dass uns auch in den Zweifeln ein Bild Gottes erscheinen kann, so verstehe ich das jedenfalls, und damit kann ich gut leben.

Vor Menschen, die im Glauben Halt finden, die dieses Gottvertrauen haben, das mir - noch - fehlt, habe ich aber großen Respekt.“

 

Aus: chrismon12.2014, Das evangelische Magazin zum Kirchenjahr, Frankfurt 2014. 

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Die Journalistin und Nachrichtensprecherin Gundula Gause erzählt, was ihr Gott und Glaube bedeuten.

 „Mein Gott ist der Gott der Nächstenliebe. Wende ich mich an ihn, weiß ich, dass ich mich an einen verzeihenden Gott wende, und das tröstet. Ich bete zwar nicht jeden Tag, aber schon regelmäßig und immer wieder. Das kann auch eine Form der Meditation sein, in der man im Geist über Grenzen geht, zum Beispiel intensiv an Verstorbene denkt und sie geborgen weiß - in der Weite von Gottes Reich.“

 Aus: chrismon spezial zum Reformationstag am 31. Oktober 2014, Frankfurt 2014.

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Heute ist der Holocaust-Gedenktag. Heute vor 70 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit. Als dieser Gedenktag eingeführt worden ist, hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog in seiner Rede gesagt:

„Symbolhaft für den (Nazi-)Terror steht das Konzentrationslager Auschwitz, in dem vor allem solche Menschen litten, die der Nationalsozialismus planmäßig ermordete oder noch vernichten wollte.

Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

 

Aus: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Bulletin/1990-1999/1996/03-96_Herzog_1.html.

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Mit diesem Text wünsche ich Ihnen einen guten Start in diese Woche:

„Lieber Gott, bis jetzt geht´s mir gut. Ich habe noch nicht getratscht, die Beherrschung verloren, war noch nicht muffelig, gehässig, egoistisch oder zügellos. Ich habe noch nicht gejammert, geklagt, geflucht oder Schokolade gegessen. Die Kreditkarte habe ich auch noch nicht belastet.

Aber in etwa einer Minute werde ich aus dem Bett klettern und dann brauche ich wirklich deine Hilfe.“

 

 Aus: Andere Zeiten e.V.: Freude - Schätze aus 20 Jahren „Der Andere Advent“, Hamburg.

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Für diesen Sonntag ein Wort aus dem biblischen Buch Kohelet. 

„Nimm das Leben als ein Fest: Trag immer frisch gewaschene Kleider und sprenge duftendes Öl auf Dein Haar! Genieße jeden Tag mit der Frau, die du liebst, solange das Leben dauert, das Gott dir unter der Sonne geschenkt hat.“

 

 

Aus: Andere Zeiten e.V., „sonntags - Erfindung der Freiheit“, Hamburg 2011.

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