Manuskripte

SWR3 Worte

Lachen und Weinen halten den Menschen am Leben. Und halten ihn nicht nur am Leben, sondern bewegen ihn auch, nicht aufzugeben. Nicht bitter zu werden. Erfinderisch zu sein. Andere verstehen zu lernen. Einen Platz anzubieten, vielleicht auch eine Suppe und Brot. Wärme zu verschenken. Es könne Christus selbst sein, der um Aufnahme bittet. Und wer dies sich wirklich vorstellen kann, hat alle Gewalt besiegt. Erlebt den Triumph des Glaubens und heilt den Frieden. Auf dass Gottes Erde Heimat wird für alle Welt.

 

Hanns Dieter Hüsch, Lachen und Weinen, in: Ders./Michael Blum, Das kleine Buch zum Segen

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Solange in meinem Herzen und in meinem Kopf der Gesang von Liebe und Zuversicht wohnt, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu spüren ist, Freundschaft und Friede mit allen Kreaturen in meinen Augen sitzen, solange wird es auch diese Erde geben mit all ihren Menschen, die guten Willens sind. Die über sich hinauswachsen und es eines Tages doch noch schaffen, den Halsabschneidern und Blutsaugern, Kindermördern und Frauenschändern und ihren feinen Handlangern im Hintergrund das Handwerk zu legen. Auf dass die Erde Heimat wird für alle Welt. Solange unsere Herzen dafür schlagen, dass sich die Utopie erfülle, im Kleinen wie im Ganzen, solange wir leben und wachsen. Solange gibt es sie auch.

 

Hanns Dieter Hüsch, Psalm, in: Ders./Michael Blum, Das kleine Buch zum Segen

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19021

Was du selbst ungern hast, das tu keinem anderen! Wenn du es nicht gern hast, dass jemand schlecht über dich redet – dann rede auch du nicht schlecht über andere. Wenn du nicht möchtest, dass man dich verleumdet, dann verleumde auch du niemanden! Wenn du nicht willst, dass man dich verachtet, beleidigt, bestiehlt belügt oder sonst derartiges antut, dann tu´s auch du anderen nicht an. Wenn einer diese Regel beherzigt, kommt er zum Heil!

 

Aus: Die Wüstenväter. Sag mir ein gutes Wort. Gedanken für jeden Tag.

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19020

Der Mensch ist ein  verletzliches Wesen, das nicht ohne den anderen sein kann. Er ist auf andere angewiesen, vom Anfang des Lebens bis zum Ende. … Zugleich ist der Mensch frei, aber diese Freiheit kann er sich wiederum nicht selbst geben; er ist immer angewiesen auf gute Umstände, auf wohlwollende Menschen. Je mehr der Mensch an die Machbarkeit glaubt, desto mehr verirrt er sich in der Illusion, alles aus sich heraus schaffen zu können. Damit macht er sich unglücklich.

 Der Medizinethiker Giovanni Maio, in: „Publik-Forum“ Heft 24 (2014)

 

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„Keine Zeit, keine Zeit!“ ... Jeder versucht, Zeit zu sparen. … Das Paradoxe aller Ersparnis ist, dass die Menschen trotzdem immer weniger wissen, was sie mit der vielen gewonnenen Zeit anfangen sollen. Je mehr Zeit wir haben, umso weniger haben wir sie. Je mehr wir erleben können, umso mehr wollen wir erleben. … Der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa vermutet, dass … die Beschleunigung im Diesseits zum „Ewigkeitsersatz“ geworden ist, zum Religionsersatz.

 Johannes Röser, Reise ins Unbekannte, in: „Christ in der Gegenwart“ Heft 50 (2014)

 

 

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Es gibt keine schlimmere materielle Armut … als jene, die es dem Menschen verwehrt, sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen und ihn der Würde der Arbeit beraubt. Die Jugendarbeitslosigkeit … und das Fehlen von Arbeitsrechten sind nicht unvermeidlich – sie sind das Ergebnis einer vorherigen sozialen Entscheidung, eines Wirtschaftssystems, das den Nutzen über den Menschen stellt ... Sie sind das Ergebnis einer Wegwerfkultur, die den Menschen als solchen als Konsumgut betrachtet  …  Das passiert, wenn im Zentrum eines Wirtschaftssystems der Götze Geld steht und nicht der Mensch, die menschliche Person, Ebenbild Gottes.

 Papst Franziskus vor Vertretern der Basisbewegungen

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Solidarität ist ein Wort, das nicht immer gefällt; ja, ich würde sagen, wir haben es manchmal sogar zu einer Art Schimpfwort gemacht, das man besser nicht in den Mund nimmt. Aber es ist ein Wort, das sehr viel mehr bedeutet als einige sporadische Gesten der Großzügigkeit. Es bedeutet, dass man im Sinne der Gemeinschaft denkt und handelt, dass man dem Leben aller Vorrang einräumt – und nicht der Aneignung der Güter durch einige wenige. Es bedeutet auch, dass man gegen die strukturellen Ursachen der Armut kämpft … Es bedeutet, dass man gegen die zerstörerischen Auswirkungen der Herrschaft des Geldes kämpft … Die Solidarität, verstanden in ihrem tiefsten Sinne, ist eine Art und Weise, Geschichte zu machen

 

Papst Franziskus vor Vertretern der Basisbewegungen

 

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