Manuskripte

SWR3 Worte

Carlos Martinez ist Pantomime. Auf der Bühne erzählt er Geschichten, indem er schweigt. Auch die Schöpfungsgeschichte gehört zu seinem Repertoire. Aber im „wahren Leben“ braucht er den Glauben erst recht:

Glaube ist für mich sehr wichtig. Als Schauspieler braucht man einen Regisseur. Jemanden, der einem bei Gesten und Bewegungen hilft. Und wenn man das schon bei der Schauspielerei braucht, braucht man das erst recht im wahren Leben.
Es ist wichtig zu wissen, dass da jemand ist, den man Vater nennen kann, den man als Regisseur bezeichnen kann. Jemand, mit dem man kommunizieren kann, der Sorge für einen trägt, auch wenn man ihn nicht sehen oder berühren kann.
Ich habe durch die Pantomime gelernt, dass ich Dinge nicht immer berühren kann, aber trotzdem weiß, dass sie da sind.

Aus: http://www.gerwin.de/de/interview.php?id=110

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Seit über dreißig Jahren steht der Liedermacher Wolf Maahn auf der Bühne und macht Musik. Mit seinen Liedern hat er etwas zu sagen:

Jeder Song hat seine kleine Botschaft. Ich bin pazifistisch eingestellt. Es ist grotesk, dass gerade heute aus Glaubensgründen gekämpft wird. Es muss eine Weiterentwicklung geben, sonst können wir direkt zurück in die Steinzeit.
Wenn wir Menschen es nicht schaffen, uns über diesen Punkt, welcher Gott wohl der richtige sei, hinaus zu entwickeln, dann ist es einfach maßlos traurig, dass wir so bescheuert sind.

Aus: http://www.gerwin.de/de/interview.php?id=118

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Beim Amoklauf von Winnenden hat Gisela Mayer ihre Tochter verloren. Wie hält man so etwas aus? Sie sagt:

Der Glaube war der Haltepunkt, der den Absturz in die Unendlichkeit, diesen ewigen freien Fall verhindert hat. Dieser freie Fall hört ja zum Glück irgendwann auf. Und der Boden ist der Glaube, der es uns erlaubt, das Leid und den Schmerz zu relativieren.
Er erlaubt uns zu sagen, dieses Leben ist nicht alles, dieses Hier und Jetzt und das, was so unerträglich ist, von dem man manchmal denkt, man könne es nicht aushalten.
Der Glaube ist das Netz unter dem Hochseil. Wenn wir das nicht hätten, dann würden wir wirklich zu Tode stürzen.

Aus: http://www.gerwin.de/de/interview.php?id=212

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Glaube verändert Menschen. Wie das bei ihm war, erzählt Jürgen Fürwitt, Schlagzeuger unter anderem bei der christlichen Rockband „Allee der Kosmonauten“:

Jesus und Gott sind kein Kaffeeautomat, in den man Geld reinschmeißt.
Aber ich merkte plötzlich, dass sich etwas verändert. Es veränderte sich mein Blick, mein Umgang mit Menschen, mein Gefühl für Menschen.
Und auf einmal kommt ein Segen. Ich verspürte ein ganz anderes Gefühl.

Aus: http://www.gerwin.de/de/interview.php?id=183

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Der bekannte deutsche Comedian Bernd Stelter betet jeden Abend. Er erzählt Gott von den guten Dingen, die der Tag gebracht hat. Und es hat seinen Grund, warum er das tut:

Auf diese Art und Weise kann man sich an die schönen Dinge erinnern, die an dem Tag passiert sind. Wenn man das nämlich nicht tut, dann sind die weg. Schöne Dinge vergisst man ganz leicht. Hinterher fragt man sich, was war letzten Dienstag los, ah, da war mieses Wetter, da habe ich ein Knöllchen gekriegt und den Bus verpasst oder so.
Wenn man sich aber abends hinlegt und sagt, was ist mir heute Schönes passiert, dann wird man feststellen, dass an jedem Tag viel Schönes passiert.
Das ist eine schöne Möglichkeit, in einem Gebet abends zufrieden einzuschlafen. Wenn man zufrieden einschläft, schläft man besser.

Aus: http://www.gerwin.de/de/interview.php?id=49

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Mit ihren Liedern möchte die gebürtige Texanerin Cae Gauntt Menschen zum Glauben anregen. Ein Thema ist ihr dabei besonders wichtig. Und das ist das „Hinfallen“:

Es ist meine Erfahrung, dass wir Christen lernen müssen, uns Fehler zuzugestehen. Das ist das Bild des Hinfallens. Wir fallen hin. Es ist einfach so.
Wir sollten das akzeptieren und uns an der Tatsache freuen, dass wir wieder auf die Füße kommen und das nicht aus eigener Kraft machen müssen. Gott gibt uns die Kraft dazu.
Es ist wieder dieses Bild: Ich gehe diesen Weg nicht alleine, ich stolpere alleine, aber ich bleibe nicht liegen, Gott hilft mir wieder hoch. Darauf kann ich vertrauen.

Aus: http://www.gerwin.de/de/interview.php?id=191

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Berühmt geworden ist Paul Maar mit der Kinderbuchreihe vom „Sams“. An der Bibel gefällt ihm, dass Jesus den Erwachsenen die Kinder als Vorbild ans Herz legt. Und das hat seinen Grund:

Ich habe festgestellt, dass Kinder im Kindergarten überhaupt keine Voreingenommenheit gegenüber fremden Kindern, farbigen Kindern haben. Das lernen sie erst im Laufe des Älterwerdens, wenn sie aus ihrer Umgebung vernehmen: "Kommst du eigentlich mit dem gut aus? Das ist doch ein Türke!"
Dann werden sie aufmerksam. Solange sie klein sind, unterscheiden sie zwischen nett und nicht nett: "Der Ali ist nett, der teilt mit mir sein Pausenbrot. Der Peter ist nicht so nett, der hat mich schon mal gehauen und mit Steinen beworfen." Doch plötzlich, wenn sie älter werden, werden Unterschiede viel wichtiger. Insofern können wir sehr viel von den Kindern lernen.

Aus: http://www.gerwin.de/de/interview.php?id=117

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