Manuskripte

SWR3 Worte

Burnout heißt im Volksmund die Diagnose, die immer mehr Menschen betrifft, zermürbt und in die Klinik einweist … Burnout ist … nie nur eine persönliche Krise, sondern immer auch ein gesellschaftliches Thema. Menschen, die davon betroffen sind, können ihr Leben nur dann nachhaltig ändern, wenn sie die Spielregeln heutigen Wirtschaftens, den allgemeinen Zwang zu Effektivität und Flexibilität infrage stellen und die eigenen Grenzen schützen können.

 Angela Elis, Brennen, ohne auszubrennen, in: Publik-Forum Nr. 16 (2014)

 

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Von den geschätzten vier Millionen Muslimen, die in Deutschland leben, ist die überwältigende Mehrheit weder kriegerisch, noch fundamentalistisch, noch antidemokratisch. Trotzdem geraten wir alle durch die aktuellen Geschehnisse in eine Verteidigungslage. Wir müssen uns dafür rechtfertigen, warum wir Muslime sind – wo doch so böse Islamisten im Nord-Irak wüten! Vielleicht hat das alles seine tiefe Ursache darin, dass es in Deutschland nicht mehr normal ist, religiös zu sein. Die Religion verschwindet aus dem öffentlichen Raum, und was man nicht kennt, erscheint einem wohl seltsam und auf eine diffuse Weise gefährlich.

 Der in Münster lehrende islamische Philosoph Ahmed Karimi, in: Publik-Forum Nr. 16 (2014)

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Während es bei weitaus weniger bedeutsamen gesellschaftlichen Anlässen und bei deutlich geringfügigeren politischen Missständen zu Protesten und Großdemonstrationen kommt, herrscht angesichts der radikal-islamischen Verbrechen wider die Menschlichkeit Schweigen auf den Straßen. ... Die ansonsten durch allerlei Banalitäten gefühlsmäßig in Wallung zu versetzende Gesellschaft scheint in den wirklich wichtigen Fragen abgedriftet, eine Auszeit zu nehmen. Wir amüsieren uns zu Tode im Big-Brother-Unterhaltungshaus mit Firlefanz-Eiskübel-Sensationsbetrieb. Wer aber sind unsere wahren Brüder und Schwestern?

 Johannes Röser, Nicht-Solidarität, in: „Christ in der Gegenwart“, Heft 36 (2014)

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Wir sollten Gott zutrauen, dass er uns unser tägliches Brot gibt, nämlich all das, was wir nötig haben. Weil dies missachtet wurde, kam es zu jener Ungleichheit unter den Menschen, die so viel Elend gebracht hat. Die Reichen halten sich überflüssige Vorräte an Dingen, die sie nicht brauchen, während Millionen am Rande des Verhungerns leben. Würde jeder seinen Besitz auf das einschränken, was er braucht, so müsste niemand in Not leben, und alle wären zufrieden. So aber sind die Reichen nicht minder unzufrieden als die Armen.

 

Mahatma Gandhi, aus: Mahatma Gandhi, Worte des Friedens. Hg. und eingeleitet von Maria Otto, Herder: Freiburg 31984

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Kein Mensch ist so schlecht, dass er außerhalb jeder Möglichkeit der Erlösung stünde. Auf der andere Seite ist aber auch kein Mensch so vollkommen, dass er das Recht hätte, den vorgeblich Unverbesserlichen zu vernichten.

 

Mahatma Gandhi, aus: Mahatma Gandhi, Worte des Friedens. Hg. und eingeleitet von Maria Otto, Herder: Freiburg 31984

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Ein Mensch, der materiellen oder moralischen Reichtum anhäuft, vermag es nur mit Hilfe der anderen Glieder der Gesellschaft. Hat er dann das moralische Recht, das Angehäufte hauptsächlich zu seinem persönlichen Vorteil zu verbrauchen? Nein, dieses Recht hat er nicht.

Mahatma Gandhi, aus: Mahatma Gandhi, Worte des Friedens. Hg. und eingeleitet von Maria Otto, Herder: Freiburg 31984

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Menschliches Miteinander wird nur möglich, indem wir aufeinander hören. Wenn jeder in der Gemeinschaft der Kirche, des Staates, des Dorfes, der Familie nur auf sich selbst hören würde, entstünde ein Chaos. Wir müssen auch auf die anderen hören, nicht um alles zu übernehmen, was die anderen sagen, sondern um zu spüren, wie wir mit unseren verschiedenen Ansichten und Bedürfnissen auf einen gemeinsamen Nenner kommen. 

Anselm Grün, Der Weg der Gemeinschaft, in: Auf all unseren Wegen. Worte die begleiten, Herder: Freiburg

 

 

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