Manuskripte

SWR3 Worte

Jedes Kind hat ein Recht auf Religion.
Zum heutigen Weltkindertag unter dem Motto „Jedes Kind hat Rechte“ erinnert der Religionspädagoge Friedrich Schweitzer an das Recht auf Religion, denn religiöse Erziehung verhilft Kindern auch zu Selbstbewusstsein. Er sagt:

„Für viele mag es überraschend klingen, religiöse Erziehung gerade mit Ich-Stärke und also mit einem gesunden Selbstbewusstsein in Verbindung zu bringen. Es wird nicht gesehen, dass] bei der religiösen Erziehung die Ermutigung im Vordergrund stehen soll: Eine Ermutigung, die für Kinder, aber auch für Jugendliche oder Erwachsene daraus erwächst, dass sie sich im Glauben von Gott bedingungslos anerkannt wissen können. Eine solche Anerkennung stärkt das kindliche Ich.“

Autor: Friedrich Schweitzer; In:Das Recht des Kindes auf Religion, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2013, S. 23.

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„Schmunzeln ist auch eine Gnade, von der leider die Theologen nicht viel schreiben“, das notierte sich der katholische Priester Max Joseph Metzger, bevor er 1944 hingerichtet wurde. Schmunzeln können über den eigenen Tod, so verstehe ich diese Worte, ist eine Gabe Gottes. Das klingt vielleicht allzu heroisch. Aber sicher scheint, dass Humor uns befreien, ja von manchem Übel erlösen kann. Vielleicht ist der Augenblick, in dem uns der Humor gelingt, überhaupt so etwas wie eine Anzahlung auf die Erlösung. Könnte es einen besseren Vorgeschmack auf den Himmel geben?“

Eike Christian Hirsch, Journalist und Schriftsteller; Titel: Hat Gott Humor;
In: Eike Christian Hirsch: Vorsicht auf der Himmelsleiter. Auskünfte in Glaubensfragen, Hamburg: Hoffmann und Campe 1987, S. 225-232, hier S. 232.

 

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„Du kannst nicht mit dem Tier in Dir spielen,
ohne ganz Tier zu werden.
Du kannst nicht mit der Lüge kokettieren,
ohne das Recht zur Wahrheit einzubüßen.
Du kannst Dich nicht auf Grausamkeiten einlassen,
ohne die Zartheit des Geistes zu verlieren.
Wer seinen Garten rein halten will,
darf keinen Fleck dem Unkraut überlassen.“

Das sagte derschwedische UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld, der in der Zeit des Kalten Krieges in vielen Konflikten erfolgreich vermittelt hat. Heute vor 55 Jahren kam er bei einem Flugzeugabsturz im Kongo ums Leben.

Autor: Dag Hammarskjöld
In: Zeichen am Weg. Das spirituelle Tagebuch des UN-Generalsekretärs. 1965, Neuausgabe 2005, München: Knaur, S. 48.

 

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Hoyerswerda hilft mit Herz“ – das ist der Name einer bürgerschaftlichen Initiative, die aktuell neu ankommende Flüchtlinge unterstützt. Ein Mitglied der Initiative erzählt von den ersten Begegnungen:

„Nach einer Altstadtführung versammelten sich nachmittags fast alle Bewohner des Heims und ca. 30 Bürgerinnen und Bürger aus Hoyerswerda im Gemeinschaftsraum, um in gemütlicher Runde Kontakt aufzunehmen. Dank der vielen gebefreudigen Unterstützer aus Hoyerswerda und dem ganzen Bundesgebiet war es uns möglich, jedem Kind ein eigenes Spielzeug zu überreichen. Während die Erwachsenen sich gegenseitig vorstellten und kennenlernten, hatten die Kinder viel Freude damit. Ein wirklich schöner Moment für uns alle war es, als der kleine Ali von allen Anwesenden – egal, wo sie nun herstammen - ein gemeinsames "Happy Birthday" gesungen bekam.“

Autor: Name unbekannt
Text: Liebe Freunde, liebe Unterstützer, liebe Leser; In: http://www.hoyerswerda-hilft-mit-herz.de/news/

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Petras Ehemann leidet seit fünf Jahren an einer Alzheimer Demenz. Ihr Leben hat sich total geändert. Sie erzählt:

„Ich habe in den letzten fünf Jahren lernen müssen, dass ich immer mehr Abschied nehmen muss von vielen Dingen, die wir gemeinsam gemacht gaben. Dass wir nicht mehr ausgehen konnten, nicht mehr reisen konnten. Ich dachte immer, das schaffe ich allein. Doch dann bin ich vor einem Jahr zusammengeklappt. Ich stand im Auto an der Ampel, mir liefen die Tränen, und ich wusste nicht warum. Geschafft habe ich es nur mit einer Selbsthilfegruppe. Ich weiß jetzt: Es ist ein Abschied auf Raten. Ich habe einen Mann geheiratet, an den konnte ich mich anlehnen. Und auf einmal habe ich Verantwortung für alles. Ich hab jetzt jemanden, der ist mir anvertraut.“

Interviewte: Petra (Nachname unbekannt); Autorin und Interviewerin: Ulrike Berg
Text: Rituale und Respekt: In: Andere Zeiten. Magazin zum Kirchenjahr 3/2012. Hrsg. von Andere Zeiten e.V., Initiative zum Kirchenjahr, Fischers Allee 18, 22763 Hamburg, S. 16-17, 17.

 

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Die Globalisierung bringt Menschen verschiedenster Religionen zusammen. Wie sollen wir damit umgehen?
Die ehemalige Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter meint:

„Was man früher nur aus Büchern kannte: jetzt ruft es der Muezzin aus mancher Nachbarschaft. Kopftücher und Turbane werden getragen, die ‚Pachamama’, die ‚Mutter der Erde’, und Klöster buddhistischer Stille kommen zu uns.
Ich sehe die Geburtswehen einer neuen Zeit, einer tief greifenden Transformation. Als Christin habe ich den starken Wunsch, eine neue innere Haltung für mich und die Kirchen zu finden für die Begegnung mit den Religionen. Ich kenne diese Haltung noch nicht. Aber so viel weiß ich: Es gilt, das Heilige der anderen zu sehen und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Anderes erträgt die Wahrheit nicht.“

Autorin: Bärbel Wartenberg-Potter
In: Bärbel Wartenberg-Potter/Rabeya Müller, „Ich glaube …“ Bibelarbeit zu Apg 17, 16-34. http://www.nordelbien.de/nordelbien/nor.abisz.bischoefe/bischoefe.potter.kontakt/bischoefe.potter.pred/one.news/index.html?entry=page.bischof_hl_pred.87&

 

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„Stay wild statt burn out“ – auch das Sonntagsgefühl spielt für dieses Motto eine Rolle. So sagt die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler mit ihrem Team:

Nach christlichen Verständnis ist der Sonntag nicht der letzte, sondern der erste Tag der Woche, denn Jesus Christus ist am ersten Tag der Woche auferweckt worden. Und deshalb steht der Sonntag nicht als Belohnung am Ende einer betriebsamen Woche.
Er ist der Start in die Woche – ein Sinnbild dafür, dass Menschen weitaus mehr sind als alles, was sie zu leisten vermögen.
Erst kommt die sonntägliche genussvolle Zusage, unabhängig von allen Erfolgen ein wertvoller Mensch zu sein, dann die wöchentliche Leistung: So herum wird ein großartiges Lebensgefühl daraus.

Text: Der erste Tag der neuen Woche: der Sonntag
In: Suanne Breit-Keßler, Norbert Dennerlein (Hg.) zusammen mit Wolfgang Breithaupt, Wolfgang Geilhufe, Friedrich Hörsch, Detlef Klar, Kerstin Lammer, Lothar Mischke, Klaus Pönnighaus, Ingrid Weiß: Stay wild statt burn out. Leben im Gleichgewicht, Göttingen: Gütersloher Verlagshaus, 3. Aufl. 2010, S. 76-79, hier: S.76 und 78f.

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