Manuskripte

SWR3 Worte

Ein Segenswunsch von Hanns Dieter Hüsch

Gott der Herr möge uns behüten vor aller Besserwisserei
Und uns beflügeln Freiheit und Fantasie zu nutzen
Um Feinde in Freunde zu verwandeln
Er lösche langsam in uns jedes Vorurteil
Langsam
Denn wir stecken bis über beide Ohren voll davon
Er schenke uns von Seiner Vielfalt ein Stückchen Großmut
Und führe uns nicht in Haarspaltereien, Gedankenenge und Geistesnot                  
Darum bitten wir ihn von Herzen

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Ein Gebet von Hanns Dieter Hüsch:

Gott der Herr möge in unser Herz eindringen
Um uns mit seinen Gedankengängen zu erfrischen
Um uns auf Wege zu führen, die wir bisher nicht betreten haben
Aus Angst und Unwissenheit darüber, dass der Herr uns nämlich aufrechten Ganges fröhlich sehen will
Weil wir es dürfen, und nicht nur dürfen, sondern auch müssen
Wir müssen endlich damit anfangen das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln
Denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder!
Und jeder soll es sehen oder ganz erstaunt sein
Dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können
Und sagen: Donnerwetter
Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen
Und sagen: er habe Gottes Kinder gesehen
Und die seien ungebrochen freundlich und heiter gewesen
Weil die Zukunft Jesus heiße
Und weil die Liebe alles überwindet
Und Himmel und Erde eins wären
Und Leben und Tod sich vermählen
Und der Mensch ein neuer Mensch werde...

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Ein Segenswunsch von Hanns Dieter Hüsch

Und wir bitten Gott, den Herrn weiterhin unser Freund zu sein
Der immer uns übrig bleibt
In aller Finsternis und Unvernunft
Wenn wir schier an allem und an uns verzweifeln
Er sei mit uns wenn wir unter den Verlierern sind
Und gebe uns die Kraft zur Demut
Die Kraft am Ende aufzustehen für einen neuen Anfang
Wer anders könnte uns zu neuem Lachen führen
Zu neuer Hoffnung und Freude, Immer wieder nach tausenden von Jahren
Als Gott der Herr  
Vor dessen Plan unsere Ideen flüchtige Eintagsskizzen bleiben
Vor dessen Zeit unser Leben ein winziger Abendhauch ist
Vor dessen Wahrheit unsere Wirklichkeit ein einziger Irrtum ist
Vor dessen Musik unsere Melodien und Akkorde
Bloßes Geklingel und Getue sind
Vor dessen Sprache unsere Worte jeweils nur Versuche
Von Anfängern sein können

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Ein Friedensgebet von Hanns Dieter Hüsch

Im übrigen meine ich, Gott, der Herr,
rufe in uns alle guten Dinge und Gedanken wieder wach,
die in uns schlummern durch die Jahrtausende
in Herz und Hirn und Leib und Seele.
Alles, was wir oft vergessen, oder auch für unnütz halten,
oft auch gar nicht wollen,
das freundliche Wort und den guten Blick,
die einfache Weise, miteinander umzugehen,
als wäre jeder ein Stück vom anderen und ohne den einen gar nicht
möglich.
Der Herr nehme von uns die dunklen Gedanken
des Herrschens und des Kriechens
und das Rechthaben und alle Besserwisserei.
Es ist nicht des Menschen Glück auf Dauer.
Es ist sein Krieg und sein Verderben.
Gott, der Herr möge uns nach seinen Sätzen
den Frieden lehren, nach seinen Haupt- und Nebensätzen.
Allumfassend, ohne Rest
für den Himmel und für die Erde.

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Ein Segensgebet von Hanns Dieter Hüsch:

Im Übrigen meine ich, dass Gott, unser Herr
Uns einen großen Sommer schenke.
Leise Monate
Dass er das Geschrei aus der Welt nimmt
Und Stille verordnet

Er möge diese Stille segnen
Sie denen in die Ohren blasen
Die unsere Zeit noch schneller machen möchten
Und damit noch kürzer und atemloser
Gott unser Herr wir bitten dich: Mach es!
Auf dass unser Herz wieder Luft schnappen kann
Unser Auge aufhört zu zappeln
Und unser Ohr wieder richtig hört und nicht alles vergisst
Denen die uns das alles austreiben möchten
Möge Gott der Herr einen Blitz ins Gesäß jagen
Damit sie ihr unmenschliches Tun einsehen
Und die Menschen seines Wohlgefallens in Ruhe lassen
Und wir wollen unseren Herrgott abermals bitten
Dieses Ansinnen von uns überall zu segnen
Und weil es sein muss sofort und immerdar
Danke und Amen.

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Ein Segensgebet von Hanns Dieter Hüsch:

Im Übrigen meine ich,
Dass Gott, unser Herr
Uns einen großen Sommer schenke.
Den Familien einen Korb voll Ruhe
Und viele hoffnungsvolle Blicke auf Grün und Blau
Wiesen und Wasser und weiße Strände -
Leise Monate
Dass er das Geschrei aus der Welt nimmt
Und Stille verordnet
Dazu gehört, dass er den Kriegern das Handwerk
Aus den Händen nimmt
Und denen, die ohne Arbeit sind die Hoffnungslosigkeit
Und die Mächtigen nicht zu Mafiosi werden lässt
Alle können wir daran mittun und daran arbeiten
Dass das Leben langsamer verläuft
Dass die Welt alle Aufregung verliert
Und die Menschen sich länger ansehen können
Um sich zu sagen: Wir lieben euch!

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 Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst möchte auch in der Urlaubszeit nicht vergessen, dass viele Menschen unter Hass und Gewalt leiden während wir uns erholen. Darum lädt er dazu ein, folgendes Friedensgebet zu beten. Wann auch immer und wo auch immer es passt:

Gott, unser Vater im Himmel,
du vertraust uns die Erde als Heimat an.
Deine Schöpfung aber ist entstellt durch Hass und Gewalt.
Kinder, Frauen und Männer
leiden unter Krieg und Vertreibung:
in Palästina und Israel, in Syrien und im Irak,
im Sudan, in Nigeria, in der Ukraine…
Wir bitten dich: Nimm Hass und Egoismus aus unseren Herzen
und schenke uns einen liebevollen Blick füreinander.
Lass Gerechtigkeit wachsen
und bewahre die Völker in deinem Frieden. 

Quelle: Presseerklärung der Diözese Rottenburg-Stuttgart vom 29.7.2014

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