Manuskripte

SWR3 Worte

Katharina Saalfrank war acht Jahre lang die „Super-Nanny“ auf RTL. Sie lebt in Berlin und hat vier Söhne. Sie glaubt an einen liebevollen Gott, der sie auf dem Weg hält:

Ich habe ein inniges Verhältnis zu meinem Gott. Er hat mir immer viel Kraft gegeben.
Ich habe in meinem Leben oft an Stellen gestanden, an denen ich dachte: Es geht nicht weiter. Ich war jung, als ich schwanger wurde, ich war 21 Jahre alt. Mein Mann und ich hatten gegen große Vorbehalte in unserem Umfeld zu kämpfen – und wir hatten sehr wenig Geld. Das war nicht immer einfach.
Ich habe an uns geglaubt und an unseren Weg, aber irgendwie war da noch mehr: eine Sicherheit, dass es weitergeht.

Dirk von Nayhauss, Maggie Riepl: Ich glaube. Gedanken zu Gott und Religion. Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main 22011, S. 96.

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Der Wiener André Heller ist ein künstlerisches Multitalent. Über Gott hat er klare Ansichten:

Es gibt nur einen Gott, und der ist mit absoluter Sicherheit von höchster Intelligenz, Gelassenheit und unübertrefflicher Qualität.
Er ist in keinem Verein – nicht beim FC Buddha, FC Luther oder FC Mohammed. Gott spielt für keine Mannschaft.
Gott ist in uns, und wir sind in ihm, und daher ist auch kein Mensch wertvoller als der andere. Wir sind alle ein Teil Gottes.

Dirk von Nayhauss, Maggie Riepl: Ich glaube. Gedanken zu Gott und Religion. Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main 22011, S. 46.

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Silvio Gutsche ist Feinmechaniker in Sachsen-Anhalt. Mit der Wende hat er in seiner Kirchengemeinde Heimat gefunden. Warum, das beschreibt er so:

Es herrscht eine liebevolle und harmonische Atmosphäre, das gibt mir ein ganz tiefes Gemeinschaftsgefühl. Durch die Gemeinde ist mein Glaube viel stärker geworden. Ich erlebe dort so viel Positives, das gibt mir Kraft und Halt im Alltag.
Ich war ein lebensfroher Mensch, aber als ich mein Geschäft aufgeben musste und arbeitslos wurde, überkamen mich starke Depressionen. Doch das Schöne am Glauben ist, dass man negative Energie umwandeln kann, dass man seine Konzentration auf das Positive richten kann und dadurch das Leben wieder einen Sinn bekommt.

Dirk von Nayhauss, Maggie Riepl: Ich glaube. Gedanken zu Gott und Religion. Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main 22011, S. 38.

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Amelie Fried hat sich als Moderatorin und Buchautorin einen Namen gemacht. Sie mag Kirchen, und das hat seinen Grund:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir so stark in unserer christlichen Kultur eingebettet sind, dass es gar keinen Sinn hätte, sie verleugnen zu wollen. Die Werte, nach denen wir unsere Kinder erziehen, sind ohnehin christliche Werte: Nächstenliebe, Bescheidenheit, Treue und Ehrlichkeit.
Ich lebe ja in Bayern auf dem Dorf, und die Kirche dort ist unglaublich schön, das ist eine barocke Klosterkirche. Überhaupt mag ich Kirchen, ich gehe gerne und oft an Orten, wo ich gerade bin, in die Kirche und lasse diese Atmosphäre auf mich wirken.

Aus: Dirk von Nayhauss, Maggie Riepl: Ich glaube. Gedanken zu Gott und Religion. Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main 22011, S. 32.

 

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Für den brasilianischen Schriftsteller Paulo Coelho ist sein Glaube ein ganz besonderes Gefühl. Er sagt:

Es gibt seltene Momente, in denen ich eine ganz besondere Intensität spüre: Ich meine diese Woge, diese Kraft der Liebe – nicht zu einem einzelnen Menschen, sondern diese allumfassende, selbstlose Liebe. Jene Liebe, die Jesus meinte, als er sprach: „Liebe deinen Nächsten.“
Das zu spüren, ist ein Geschenk, und das kann überall geschehen, selbst in einem Bahnhof. Als ich diese Intensität zum ersten Mal erlebte, war ich sechs Jahre alt. Ich stand in einem Orangenhain, die Sonne ging unter – und plötzlich spürte ich, dass ich lebe, dass das Leben ein unglaubliches Wunder ist.

Dirk von Nayhauss, Maggie Riepl: Ich glaube. Gedanken zu Gott und Religion. Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main 22011, S. 24.

 

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„Straßenkinder.“ So heißt der Verein, den Eckhard Baumann in Berlin gegründet hat. Dort arbeitet er auch als Streetworker. Er sagt:

Meine Arbeit als Streetworker ist anstrengend und oft auch frustrierend, ich komme bisweilen an meine Grenzen. Doch mein Glaube motiviert mich immer wieder.
Bei Gott gibt es keine Helden, sondern nur Gehaltene. Das ist ein guter Satz, finde ich. Gott trägt dich über viele Krisen hinweg.
Meinen sicheren Job aufzugeben und den Verein Straßenkinder zu gründen, das hätte ich ohne Gottvertrauen nie geschafft.

Dirk von Nayhauss, Maggie Riepl: Ich glaube. Gedanken zu Gott und Religion. Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main 22011, S. 18.

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Die Schauspielerin Barbara Auer ist mit 43 Jahren Mutter geworden. Seitdem bedeutet ihr das Wort „Gnade“ etwas:

Als Kind habe in der Kirche oft das Wort Gnade gehört und wusste nichts damit anzufangen. Jetzt habe ich sie erfahren. Ich hatte mir so sehr noch ein Kind gewünscht, habe es jahrelang versucht, aber es wollte nicht klappen.
Schließlich habe ich – wie es immer so schön heißt – losgelassen und habe mich in etwas reingegeben: Das kann man Gott nennen oder Universum, für mich war es ein Vertrauen in das Göttliche.
Ich weiß nicht, womit ich dieses Kind verdient habe. Ich habe es mir so sehr gewünscht, und nun habe ich es bekommen.

Dirk von Nayhauss, Maggie Riepl: Ich glaube. Gedanken zu Gott und Religion. Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main 22011, S. 16.

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