Manuskripte

SWR3 Worte

Der Journalist Heribert Prantl auf die Frage, ob er denn noch Mitglied der katholischen Kirche sei:

 „Aber natürlich! Ich würde niemals austreten. Zur Kirche gehören heißt für mich: einen Mantel tragen, den mir meine Eltern zu meinem Schutz und meinem Wohlergehen umgelegt haben. Er mag mir zu warm oder zu klobig, zu groß und unpassend vorkommen, er mag an manchen Stellen Mottenlöcher haben und fadenscheinig geworden sein. Trotzdem werfe ich ihn nicht weg, sondern halte ihn in Ehren und hänge ihn sorgfältig auf den Bügel.“

 Der Journalist Heribert Prantl.

 

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Eine kleine Geschichte über peinliche Situationen - und was man daraus machen kann:

 „Ein junger Geistlicher soll im Gefängnis predigen. Tagelang sucht er nach Formulierungen, die ihm geeignet erscheinen, harte Herzen zu rühren. Als er zur Kanzel hinaufsteigt, stolpert er. Das Auditorium brüllt vor Lachen. Einen Augenblick lang fühlt sich der junge Geistliche vom Schmerz und vor Scham gelähmt. Dann springt er auf, stürmt die Treppe empor und lacht: „Deswegen Männer, bin ich gekommen, um euch zu zeigen, dass man wieder aufstehen kann, wenn man gestürzt ist.“

Aus: Lechner, Martin, Gabriel, Angelika: Anstößiger Glaube - Anstöße zum Glauben?! Spirituelle Impulse aus einer Fotostudie mit Jugendlichen, Don Bosco Verlag, München 2009, S. 18.

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Heute ist Papst Franziskus genau ein Jahr im Amt. In dieser Zeit hat er in der Kirche schon viel umgekrempelt und bewegt. Und jetzt hat er sogar eine ganz besondere Auszeichnung bekommen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet:

„Er feiert seinen Geburtstag mit Bettlern, lässt einen Freund im Papamobil mitfahren und spricht spanischen Nonnen Weihnachtsgrüße auf den Anrufbeantworter. Dass Papst Franziskus neue Maßstäbe setzt, ist unbestritten. Die katholische Kirche gewinnt durch ihn wieder an Popularität. So viel Popularität, dass der Pontifex es als erster Mann in diesem Amt jetzt sogar auf das Cover der Februarausgabe des Rolling Stone geschafft hat - jene US-Zeitschrift, auf der sich sonst eher tief ausgeschnittene Sängerinnen und ernst dreinblickende Rocker präsentieren.“

Aus: http://www.sueddeutsche.de/panorama/cover-des-rolling-stone-franziskus-superstar-1.1874624.

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Der Reggae-Musiker Gentlemen auf die Frage, ob er eine Vorstellung von Gott hat. Er sagt:

„Eine Vorstellung nicht. Aber ich weiß, dass es das Göttliche gibt. Wenn unser Potenzial aufblitzt, dann wird mir bewusst, dass wir nur einen ganz kleinen Teil dessen leben, was in uns ist.

Natürlich habe ich Zweifel, ich hadere andauernd. Ich muss mir ja nur die Nachrichten ansehen, dann frage ich mich: Warum? Oder: Warum ist mein bester Freund so früh gestorben? Ich war lange fest davon überzeugt, dass jeder das kriegt, was er verdient. Mittlerweile sehe ich, dass das nicht stimmt. Es gibt manche Fragen, auf die wir keine Antwort wissen müssen, wir müssen nicht alles erklären können.

Das Wichtigste ist, weiterhin zu staunen, wie kleine Kinder. Wenn wir das verlieren, dann verlieren wir unseren Glauben an das Göttliche.“

Ein Zitat des Musikers Gentlemen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=17119

Astrid Lindgren hat die schönsten Kinderbücher und -geschichten geschrieben. Bei Ihrer Trauerfeier wurde dieses Gebet gesprochen.

„Lieber Gott,

lass viele Mädchen und Frauen Pippis Stärke,

den Mut von Ronja Räubertochter

und die Wärme und Fürsorge von Madita übernehmen.

Lass die Kinder von Bullerbü uns alle dazu bringen, dass wir niemals das Kindliche in uns und die Lust am Spielen vergessen.

Lass die Brüder Löwenherz alle Kranken, Furchtsamen und Sterbenden trösten.

Lass Michel alle so ernst wirkenden Männer ein bisschen mehr die Kunst lernen, Unfug zu

treiben, ohne anderen zu schaden."

 

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Im Internetportal „Gebetbuch.de“ kann man persönliche Gebete posten. Eines hat mir besonders gut gefallen:

„Mein Wunsch für Deine Zukunft ist nicht, dass Du niemals mehr Leid erfährst;
nicht, dass es für Dich stets rote Rosen regnet oder immer die Sonne scheint;
auch nicht, dass Du niemals weinen oder Schmerz ertragen musst.
Mein Wunsch für Dich ist, dass Du Dich mutig den Herausforderungen Deines Lebens stellen kannst; dass Du die Kraft hast, auch schwierige Situationen durchzustehen;
dass Du Zuversicht und Hoffnung in Dir trägst, auch wenn die Zukunft düster scheint.

Ich wünsche Dir, dass Du Vertrauen schenken und erfahren darfst und Dich stets von Gott begleitet fühlst. Und, dass Du weißt, dass er in den schwersten Stunden nicht neben Dir geht, sondern Dich in seinen Händen trägt.“

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Elisabeth Rathgeb leitet als eine der ersten Frauen in Innsbruck ein kirchliches Amt. Viele haben sie für verrückt erklärt, dass sie in einer so männerlastigen Institution eine Leitungsaufgabe übernimmt. Sie sagt dazu:

 

„Wenn ich als Frau Gleichberechtigung erreichen will, muss ich hineingehen in vorgegebene Strukturen, die natürlich bislang von Männern geprägt waren. Wie sollten sie auch anders geprägt sein? Es gab ja eben keine Frauen. Nur so aber verändere ich Rollen und kann einen neuen Stil prägen. […] Ich bin überzeugt: Ich kann von innen mehr verändern als durch Zurufe von außen. Ich selbst gehe lieber den praktischen Weg, den „Marsch durch die Institutionen“. Und nach 25 Jahren in Politik und Kirche kann ich sagen: Es verändert sich tatsächlich etwas, wenn Frauen in Leitungsgremien einziehen.“

 

Ein Zitat der österreichischen Theologin Elisabeth Rathgeb.

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