Manuskripte

SWR3 Worte

Fragen stellen ist wichtiger als immer eine Antwort haben. Eckhard von Hirschhausen erzählt vom Medizin Nobelpreisträger Eric Kandel, der sein Erfolgsgeheimnis verrät:

„Während andere Kinder beim Mittagessen gefragt wurden, was sie denn heute in der Schule gelernt haben, wurde ich gefragt: Was hast du heute in der Schule für eine Frage gestellt?“ Das Geheimnis von weisen Menschen ist, dass sie sich diese Art, alles immer wieder in Frage zu stellen bewahrt haben. Und dass sie mit derselben Inbrunst seltene Einsichten sammeln, wie früher seltene Briefmarken. Gerade weil man sich nichts dafür kaufen kann, sind sie so kostbar.“

Eckhard von Hirschhausen: Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist, Verlag rororo, Reinbeck 2012 , S. 308

https://www.kirche-im-swr.de/?m=16992

Die Autorin Julia Malchow hat allein mit ihrem Sohn Levi, als er noch ein Baby war, eine große Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn gemacht, dabei hat sie entdeckt:

„Levi zwingt mir nicht auf. Im Gegenteil: Levi hat mich dazu gebracht, noch mehr so zu leben, wie es mir – und offensichtlich auch ihm – guttut. Ich muss und darf mich nicht aufgeben. Der kleine Kerl verdient eine zufriedene und starke Mutter. Er braucht Anregungen und fordert meine Echtheit. Er merkt, wenn irgendetwas in meinem Verhalten nicht stimmig ist oder ich mich nicht wohlfühle. Seit Levi kann ich mir noch weniger etwas vormachen.“

Geistesblitze 2014, Ein inspirierendes Lesebuch, Pieperverlag, München. S. 122

https://www.kirche-im-swr.de/?m=16991

Viele Geschäfte werben in ihrem Firmennamen damit, dass sie „mehr“ haben. „Bücher und mehr“ oder sogar auf Englisch „Books and more“ Warum machen die das eigentlich? Das fragt sich die Kolumnistin Susanne Ott und meint:

Warum heißt ein Hundebedarfsladen „Dogs and more“ und hat dann doch keine Elefanten im Angebot? Und was finde ich im Bioladen „Nature and more“ Fiese Agrarchemie? Genmais?
Mir würde völlig reichen, der Bioladen hätte Natur im Angebot und der Metzger nicht „Fleisch, Wurst and more.“ Sondern halt Fleisch und Wurst.
Schließlich sollen Botschaften klar sein. Es heißt ja auch nicht: Glaube, Hoffnung, Liebe and more!“

Aus: Chrismon 1/14, Hanseatisches Druck und Verlagshaus, Frankfurt, S. 8

https://www.kirche-im-swr.de/?m=16990

 

Ein zweites Eheversprechen, nach der Heirat. Es gibt Leute, die machen das. Lisa und Patrick Swazye haben es gemacht und Lisa sagt darüber

Nach der Erneuerung unseres Ehegelübtes wurde mir bewusst, dass es beim zweiten Mal ein noch bedeutsameres Ereignis ist als beim ersten Mal. Warum? Weil du beim zweiten Mal weißt, worauf du dich einlässt und trotzdem ja sagst. Es ist ein wirkliches Bekenntnis, das einem klarmacht, was man einander bedeutet.

Geistesblitze 2014, Ein inspirierendes Lesebuch, Pieperverlag, München. S. 112

https://www.kirche-im-swr.de/?m=16989

Karina Hollekim war Profi-Schifahrerin und hatte einen schweren Unfall. Beide Beine wurden zertrümmert.  Sie erzählt was ihr während ihres Heilungsprozesses geholfen hat:

Für mein Selbstbewusstsein war es gut, etwas für andere tun zu können. Es fällt mir schwer, um Hilfe zu bitten, und in meinem jetzigen Zustand war ich ständig darauf angewiesen. Es war wichtig, eine Freundin zu haben, die ich unterstützen konnte – für kurze Zeit war es mir so möglich zu vergessen, dass ich mich in einem langwierigen Heilungsprozess befand und einen ziemlich eintönigen Alltag hatte.

Geistesblitze 2014, Ein inspirierendes Lesebuch, Pieperverlag, München. S. 147

https://www.kirche-im-swr.de/?m=16988

Von den Katzen kann man viel fürs Leben lernen, meint der ehemalige katholische Priester Pierre Stutz….

Stundenlang schaue ich unserer Katze Mira zu. Sie führt ihre drei jungen Kätzchen in die Kunst des Lebens ein. Stunden des Glücks sind mir geschenkt. Mit größter Sorgfalt nimmt sie eines nach dem anderen in die Nähe eines Baumes. Eine Lektion im Klettern ist angesagt. Mich beeindruckt, wie Mira ihren Jungen ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermittelt und wie sie ihnen sehr schnell eine große Selbstständigkeit zumutet. In diesem anstrengenden Momenten kommt das Spielerische nicht zu kurz und die Zärtlichkeit auch nicht. Dabei kann ich für mich lernen, mit Entschiedenheit und Leichtigkeit im Leben zu stehen.

Pierre Stutz: Lebe, was dich glücklich macht. Herder Verlag, Freiburg 2004, S. 16

https://www.kirche-im-swr.de/?m=16987