Manuskripte

SWR3 Worte

Papst Franziskus ist kein Freund unseres bestehenden Wirtschaftsystems. In einem Schreiben hat er es drastisch formuliert:

Diese Wirtschaft tötet. Es ist unglaublich, dass es kein Aufsehen erregt, wenn ein alter Mann, der gezwungen ist, auf der Straße zu leben, erfriert, während eine Baisse um zwei Punkte in der Börse Schlagzeilen macht. (…) Heute spielt sich alles nach (…) dem Gesetz des Stärkeren ab, wo der Mächtigere den Schwächeren zunichtemacht.

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Heute ist Valentinstag, der Tag der Liebenden. Die Bibel widmet diesem Thema ein ganzes Buch, das Hohelied der Liebe. Hier ein Auszug: 

Schön bist du, meine Freundin, ja, du bist schön.
Schön bist du, mein Geliebter, verlockend.

Rote Bänder sind deine Lippen; lieblich ist dein Mund.
Wie der Turm Davids ist dein Hals.

Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein,
Alles an dir ist schön, meine Freundin; kein Makel haftet dir an.

Ich gehöre meinem Geliebten, und ihn verlangt nach mir.

Komm, mein Geliebter, wandern wir auf das Land,
schlafen wir in den Dörfern.
Dort schenke ich dir meine Liebe. 

Stark wie der Tod ist die Liebe.
Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.

Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn. 

Aus dem Hohelied der Liebe im Alten Testament.

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Der Sportpfarrer Thomas Nonte begleitet das deutsche Olympiateam in Sotschi. Er wünscht sich, dass die Erwartungen an die Sportler realistisch bleiben. Er sagt: 

Wenn wir als Zuschauer Spiele wünschen, die nicht nur vom Geld regiert werden, in denen Doping nicht das letzte Wort hat und in denen die Freiheit der Sportler geehrt wird – dann setzt das voraus, dass wir in Kauf nehmen, dass unsere Nation nicht immer ganz oben steht.

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Der österreichische Autor Arno Geiger über den Tod: 

Wenn die Menschen unsterblich wären, würden sie weniger nachdenken. Und wenn die Menschen weniger nachdenken würden, wäre das Leben weniger schön. Ohne die Absurdität des Lebens und die Existenz des Todes wäre weder „Die Zauberflöte“ noch „Romeo und Julia“ geschrieben worden. Warum hätte irgendwer sollen? 

Der Tod ist einer der Gründe, weshalb mir das Leben so anziehend erscheint. Er bewirkt, dass ich die Welt klarer sehe. Willkommen ist er mir deswegen nicht, ich empfinde ihn als verstörend, es ist unendlich schade um das viele Schöne, das verlorengeht. 

Aus dem Buch „Der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger.

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Heute ist der „Welttag der Kranken“. Dazu ein Text aus dem Matthäusevangelium: 

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er zu denen auf der rechten Seite sagen: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; (…) ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“ 

Dann werden ihm die Gerechten antworten: „Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 

Darauf wird der König ihnen antworten: „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“

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Heute ist der Geburtstag von Bertold Brecht. In einem seiner Bücher hat er die Figur des Herrn Keuner erschaffen, um das Leben zu kommentieren.  In einem dieser Kommentare geht es darum, dass es manchmal besser ist, nichts zu sagen.

 Zu Herrn Keuner, dem Denkenden, kam ein falscher Schüler und erzählte ihm: In Amerika gibt es ein Kalb mit fünf Köpfen. Was  sagst du darüber? Herr Keuner sagte: Ich sage nichts. Da freute sich der falsche Schüler und sagte: Je weiser du wärest, desto mehr könntest du darüber sagen.

Der Dumme erwartet viel. Der Denkende sagt wenig. 

Aus dem Buch „Geschichten vom Herrn Keuner“ von Bertolt Brecht.

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Heute ist der Todestag Dostojewskis. Der russische Autor hat ganz schön was mitgemacht: Er wurde zum Tod verurteilt, begnadigt, und schließlich zum Militärdienst in Sibirien gezwungen. Vielleicht hat er es deshalb so gut verstanden, menschliche Charaktere zu beschreiben. Unter anderem soll er gesagt haben: 

Wenn du einen Menschen richtig kennenlernen und etwas über sein innerstes Wesen in Erfahrung bringen willst, so mach dir nicht erst die Mühe zu analysieren, wie er spricht, schweigt, weint oder von hehren Gedanken ergriffen wird. Du brauchst ihn bloß beim Lachen zu beobachten. Hat er ein gutes Lachen, ist er ein guter Mensch.

Ein Zitat von Fjodor Dostojewski.

 

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