Manuskripte

SWR3 Worte

Der Schweizer Radiojournalist und Autor Lorenz Marti über die Frage, warum wir leben.

 „Die Antwort könnte etwa so lauten: Wir wissen nicht, warum wir da sind, aber wir dürfen darauf vertrauen, dass es gut ist, dass wir da sind. Unsere Existenz ist mehr als bloß ein Zufall. Jeder und jede ist ein unverzichtbarer Teil in einem großen Mosaik."

 

Aus:
Marti, Lorenz, Eine Hand voll Sternenstaub, Kreuz Verlag, Freiburg 2013, S. 26.

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Der Schweizer Autor Daniel Gygax hat weltweit Menschen gefragt, was sie glücklich macht. Auch José, einen 61jährigen Elektromonteur aus Buenos Aires. Er sagt:

 „Was mich glücklich macht?

Ich bin glücklich über die einfachen Dinge des Lebens, über meine Söhne, meine Hunde, ein gutes Essen im Freundeskreis - und dann, wenn ich fischen gehen kann. Wenn alle bei bester Gesundheit sind, dann ist die Welt für mich in Ordnung.

Momente vollkommenen Glücks waren, als meine Frau unsere beiden Söhne zur Welt brachte. Als ich sie auf der Säuglingsstation das allererste Mal sah, erkannte ich sie, ohne dass es mir jemand sagen musste... und ich weinte vor Freude."

 Aus:Gygax, Daniel R., Was macht Sie glücklich? Monoquestion AG, Stäfa bei Zürich 2013, S.18.

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Der Schauspieler Klaus Maria Brandauer in einem Interview auf die Frage „Welche Liebe macht Sie glücklich?"

Er sagt:

„Lieben heißt für einen anderen Menschen auf der Welt sein. Dazu gehören auch Freunde, die ist nicht nur zwischen Mann und Frau. Es gibt Menschen, mit denen bin ich seit mehreren Jahrzehnten verbunden. Das bedeutet nicht, dass wir uns immer sehen müssen, aber es kann sein, dass mich einer anruft und fragt: Wie geht es dir? Und ich antworte: Momentan nicht so gut. Sagt der: Das habe ich gespürt. - So etwas gibt es. Das kann Zufall sein, oder eben nicht.

 

Aus:

chrismon 09.2013, S. 20

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Daniel Gygax ist um die Welt gereist und hat Menschen gefragt, was sie glücklich macht. Hier die Antwort von Lilian, 18 Jahre und Schülerin aus Hamburg:

 „Was mich glücklich macht?

Zeit zu haben an der Elbe zu sitzen. Mit sich selbst zu sein und Liebe und Geborgenheit zu spüren. Sich am Glück anderer zu erfreuen.

Als mein Bruder mit zehn Jahren an Krebs erkrankte und nach einer langwierigen medizinischen Behandlung wieder gesund wurde - das war eindeutig der glücklichste Moment meines Lebens." 

Aus: Gygax, Daniel R., Was macht Sie glücklich? Monoquestion AG, Stäfa bei Zürich 2013, S.10.

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Der Schweizer Radiojournalist und Autor Lorenz Marti schreibt über das Verhältnis von Mensch und Universum: 

„Wir sind Teil einer großen, vierzehn Milliarden Jahre alten Geschichte. Wer sie zu lesen versucht, ahnt etwas von den Tiefendimensionen der Welt und vom Geheimnis unserer Existenz. Etliche Fragen bleiben dabei offen.

Wer meint, auf ihn oder sie komme es nicht an, täuscht sich: in jedem Menschen drückt sich das Universum auf eine einmalige, unverwechselbare Weise aus. Über Jahrmillionen haben die kosmischen Kräfte eine Entwicklung vorangetrieben, die zu uns, zu Ihnen und zu mir geführt hat. Warum sie das getan haben, wissen wir nicht. Wir können nur Staunen, dass es so gekommen ist." 

Aus:
Marti, Lorenz, Eine Hand voll Sternenstaub, Kreuz Verlag, Freiburg 2013, S. 11.

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Daniel Gygax hat jahrelang beim Finanzamt gearbeitet. Irgendwann wollte er mehr. Er hat gekündigt und ist rund um die Welt gereist. Dabei hat er Menschen gefragt, was sie glücklich macht.

Hier die Antwort von Vanessa, einer 20jährigen Tankstellenangestellten aus Brasilien:

„Glück? Oh, das sind sehr viele Dinge. Wenn ich sehe, dass es meinem kleinen Sohn gut geht, wenn ich mit Freunden ausgehe. Sieht man einmal von meinen Schulden ab, so bin ich ein sehr fröhlicher Mensch, dem Geld rein gar nichts bedeutet. Der glücklichste Tag in meinem Leben? Weißt du, ich glaube, der ist noch nicht gekommen." 

Aus: Gygax, Daniel R., Was macht Sie glücklich? Monoquestion AG, Stäfa bei Zürich 2013, S.1.

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Glück ist, dass das Leben dir vieles schenkt.
Und wenig erspart.

Glück ist nicht käuflich.
Aber vieles, was zum Glücklichsein beiträgt, kostet Geld. 

Glück ist nicht jedes Unglück auf den lieben Gott abschieben müssen.
Ab und zu kann er wirklich nichts dafür. 

Glück ist an den Falschen geraten
und trotzdem das Richtige tun. 

Glück ist ja sagen können zu dir selbst,
wenn alles gegen dich spricht. 

Glück ist kein Held sein zu müssen.

Glück ist nicht hier auf Erden Gott ähnlich sein,
sondern sein fragendes Gegenüber. 

Glück ist nicht konkurrieren müssen mit anderen.
Aber etwas leisten dürfen, worin du ganz du selber bist. 

Ein Text von Liv Kortina. 

Aus:
Glück, Rex Verlag Luzern, 1983

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