Manuskripte

SWR3 Worte

Der Glaube vermittelt dem früheren FDP-Vorsitzenden und amtierenden Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler Gelassenheit und Demut.

„Für einen Politiker ist es gar nicht so schlecht, frühzeitig zu lernen, dass man sich selbst nicht so wichtig nehmen darf", sagte er in einem Interview im August. „Das (Nicht so wichtig nehmen) gelingt mir allerdings nicht immer... (Der Glaube ist) die Grundlage meines Wertegerüsts, aufgrund dessen ich auch ganz konkret tagespolitische Lösungen finde...

Persönlich bin ich noch nie in einen inneren Konflikt (zwischen Partei und Katholischer Kirche) geraten (obwohl die sich ja gelegentlich widersprechen). ... Bisher ist es mir jedenfalls gut gelungen, bei der Bewertung von Argumenten Glaube, Verstand und Herz miteinander in Einklang zu bringen."

(in: KNA-Interview 2. August 2013 - Artikel N° 130802-89-00028#3)

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Papst Franziskus hat in seinem langen und viel beachteten Interview auch erzählt, wie er sich seine Kirche vorstellt:

Ich träume von einer Kirche als Mutter und als Hirtin. ... Das Volk Gottes will Hirten ..., die geduldig Gottes Schritte mit seinem Volk unterstützen können, so dass niemand zurück bleibt. Sie müssen die Herde auch begleiten können, die weiß, wie man neue Wege geht.

Statt nur eine Kirche zu sein, die mit offenen Türen aufnimmt und empfängt, versuchen wir (noch mehr:) eine Kirche zu sein, die neue Wege findet, die fähig ist, aus sich heraus (zu gehen) und zu denen (hin) zu gehen, die nicht zu ihr kommen, (zu denen,) die ganz weggegangen oder die gleichgültig sind. Die Gründe, die jemanden dazu gebracht haben, von der Kirche wegzugehen - wenn man sie gut versteht und wertet - können auch zur Rückkehr führen. Es braucht Mut und Kühnheit.

Papst Franziskus - ich finde, das ist mehr als eine Einladung,
sich seine Kirche noch mal mit neuem Mut anzuschauen...

(in: Antonio Spadaro SJ, Das Interview mit Papst Franziskus, herausgegeben von Andreas Batlogg SJ, Herder Freiburg 2013 - S. 49-50)

 

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Papst Franziskus hat ein inzwischen sehr berühmtes Interview gegeben. Hier ein paar Sätze darüber,wie jede und jeder von uns heilig sein kann.
Es gibt eine ‚Mittelklasse der Heiligkeit', an der wir alle teilhaben können. ... Ich sehe die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes: Eine Frau, die ihre Kinder großzieht, ein Mann, der arbeitet, um Brot nach Hause zu bringen, die Kranken, die alten Priester, die so viele Verletzungen haben, aber auch ein Lächeln, weil sie dem Herrn gedient haben, die Schwestern, die so viel arbeiten und eine verborgene Heiligkeit leben.

Das ist für mich die allgemeine Heiligkeit. Ich bringe (sie) oft in Verbindung mit Geduld, (mit der) ... Ausdauer im täglichen Weitergehen. ... Das war die Heiligkeit meiner Eltern, meines Vaters, meiner Mutter, meiner Großmutter Rosa, die mir so viel Gutes getan hat. ... Sie ist eine Heilige, die so viel gelitten hat... Sie ist immer mit Mut vorangegangen.

(in: Antonio Spadaro SJ, Das Interview mit Papst Franziskus, herausgegeben von Andreas Batlogg SJ, Herder Freiburg 2013 - S. 44-45)

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Der Schweizer Buchautor Martin Suter hat ein Buch über „Die Zeit, die Zeit" geschrieben; im Interview darüber kommt er über die Themen Zeit und Tod auch zur Frage nach GOtt.

Einen Gottesbeweis gibt es nicht, aber das Gegenteil gibt es auch nicht, oder? Das heißt, wir sind alle relativ frei zu entscheiden und der Glaube, dass es keinen Gott, keine Schöpfung, keine höhere Macht gibt, ist genauso ein Glaube wie das Gegenteil. Also ich bin da hilflos.

(Dabei) wäre es doch schön, wenn es einen Gott gäbe. ... Oh ja, das wäre schön. Aber er müsste sich schon ein bisschen nach meinen Vorstellungen benehmen. Diesen Glauben an den allmächtigen Gott, den kann man fast nicht nachvollziehen. Schon als Kind habe ich mich gefragt: Wenn er so mächtig ist, weshalb lässt er alles Unglück zu, das passiert? Darauf habe ich noch keine einleuchtende Antwort bekommen.

Martin Suter über Gott und Warum der das Unglück zulässt. Ehrlich gesagt: An dieser Frage arbeiten sich auch die Theologen ab - seit 2000 Jahren mindestens.

(in: KNA-Meldung vom 14.10.2012, 14:57 h)

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Anke Engelke wird gefragt: Wann haben Sie zum ersten Mal gemerkt, dass Sie etwas Besonderes sind?

Das setzt ja voraus, dass ich denke, ich wäre etwas Besonderes. Denke ich nicht. ... Ich erlebe einfach zu viele Menschen, die Tolleres leisten. Und schon fährt alles das runter, was an mir besonders sein könnte. Meine Eltern haben meine ersten TV-Auftritte mit »Och, na ja« kommentiert. Und mein (damaliger) Chef beim (heutigen SWR3),... hat mir gezeigt, dass gerade die Leute in den Medien mal das Gegenteil von besonders sind. Diesen Demuts­Schleudergang habe ich also früh bekommen.

Zwischenfrage: Demutsschleudergang?

Engelke: (Ja -) Ich kam da taumelnd raus, und alles drehte sich. Aber nicht um mich.

 (in: DB-mobil 5/2013, Seite 75)

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Die Kirche liegt nicht auf der Sandbank der Zerstörung,
sondern auf der Werft der Erneuerung.

Zugegeben, eine Werft ist keine idyllische Waldwiese. Dort kann es laut, windig, ungemütlich und gelegentlich gefährlich sein. Aber dort werden Schiffe nicht verschrottet, sondern ausgerüstet zu neuer Fahrt.

Julius Kardinal Döpfner war 1975 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Der erste Satz aus diesem Zitat steht auf der Briefmarke zu seinem hundertsten Todestag im Juli dieses Jahres.

Zugegeben: Der Werft-Aufenthalt zieht sich anscheinend noch immer. Aber viele hoffen, dass der neue Papst den Wind der Veränderung angefeuert hat; und dass es weiterhin stimmt:

Die Kirche liegt nicht auf der Sandbank der Zerstörung, sondern auf der Werft der Erneuerung.

(in: KNA-Meldung 26.8.2013, 12:40h)

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Barmherzigkeit ist eines der Lieblings-Wörter von Papst Franziskus.
Etwa so:

Brüder und Schwestern, verlieren wir niemals das Vertrauen in die geduldige Barmherzigkeit Gottes!  ...

Das ist Gottes Stil: Er ist nicht ungeduldig wie wir, die wir oft alles und sofort wollen, auch von den Menschen. Gott hat Geduld mit uns, denn er liebt uns, und wer liebt, versteht, hofft, schenkt Vertrauen, gibt nicht auf, bricht die Brücken nicht ab, weiß zu verzeihen.

Gott wartet immer auf uns, auch wenn wir uns entfernt haben! Er ist niemals fern, und wenn wir zu ihm zurückkehren, ist er bereit, uns in seine Arme zu schließen... mit der Zärtlichkeit Gottes ...

Gott wartet immer auf uns, Gott wird nicht müde. (Und wir dürfen) Vertrauen und Hoffnung zurückgewinnen, immer!

Papst Franziskus über Gottes Zärtlichkeit

(in: Predigt vom 07/04/2013, Inbesitznahme der Kathedra des Bischofs von Rom (© Libreria Editrice Vaticana))

 

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