Manuskripte

SWR3 Worte

Ein Zitat des Theologen Hans Küng:

Aus der persönlichen Verantwortung für sein Tun und für seine Lebensmaximen wird der Mensch sich nie herausstehlen können. Aber gerade deshalb ist es für ihn außerordentlich wichtig zu entscheiden, von wem  er sich etwas sagen lässt, von wem er sich das Entscheidende sagen lässt.

Aus dem Buch „Jesus" von Hans Küng

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Eine Geschichte darüber, dass es nicht von meiner Leistung abhängt, ob ich Gott finde:

Ein besonders eifriger Mann meditiert Tag und Nacht. Er schläft kaum und isst so gut wie nichts. Wenn Freunde ihn besuchen, schickt er sie bald davon, und für seine Liebste hat er erst recht keine Zeit. Schließlich begegnet er eines Tages dem Rabbi.

„Mein Liebster", ruft der, „du bist ja völlig erschöpft. Nimm dir Zeit und schone dich!" „Aber ich suche Gott", erwidert der Mann. „Und woher weißt du", fragt der Rabbi, „dass Gott vor dir herläuft und du ihm nachrennen musst? Vielleicht ist er hinter dir und vermag dich bei deinem Tempo nur nicht einzuholen."

Eine Geschichte aus dem Buch „Oh!"

 

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A

Im Roman „Schiffbruch mit Tiger" erzählt Yann Martell von einem Inder, der sich an sein erstes religiöses Erlebnis erinnert:

Mein erstes religiöses Erlebnis verdanke ich einer älteren, traditionsbewussteren Schwester meiner Mutter, die mich fast noch als Neugeborenes mit in einen Tempel nahm. Tante Rohini war so begeistert, als sie (mich) sah, da wollte sie die Muttergöttin an ihrer Freude teilhaben lassen. „Es wird ein symbolischer erster Ausflug", sagte sie. (...) Mutter trug mich auf dem Arm, die Tante trieb sie voran. Eine bewusste Erinnerung an diesen ersten Tempelbesuch ist mir nicht geblieben, aber ein Weihrauchduft, ein Spiel von Licht und Schatten, eine Flamme, (...) etwas von der geheimnisvollen Würde des Ortes muss mich beeindruckt haben. Der Keim religiöser Begeisterung, nicht größer als ein Senfkorn, war gesät und ging in mir auf.

Aus dem Buch „Schiffbruch mit Tiger" von Yann Martel.

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Weinen ist nicht gerade angesagt. Aber es kann richtig gut tun, meint der Schriftsteller Paulo Coelho:

Wenn du weinen musst, weine wie ein Kind. Auch du warst einmal ein Kind, und weinen war eins der ersten Dinge, die du in deinem Leben gelernt hast. Denn es gehört zu deinem Leben. Vergiss niemals, dass du frei bist, und dass es nicht peinlich ist, seine Gefühle zu zeigen. Schrei, schluchze heftig, sei laut, wenn dir danach ist - denn so weinen die Kinder, und sie wissen, wie sie ihr Herz schnell beruhigen.

Hast du schon einmal bemerkt, wie Kinder aufhören zu weinen? Irgendetwas bringt sie auf andere Gedanken, irgendetwas lenkt ihre Aufmerksamkeit auf ein neues Abenteuer. Kinder hören schnell auf zu weinen. So wird es auch bei dir sein - aber nur, wenn du wie ein Kind weinst.

Aus dem Buch „Der Wanderer" von Paulo Coelho

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Die sogenannte „Volx-Bibel" ist über eine Wiki-Plattform entstanden. Schüler, Theologen, Freaks und Querdenker  haben sich gemeinsam an die Texte der Bibel gewagt. Sie hatten das Ziel, eine möglichst einfache, leicht verständliche Bibelübersetzung zu schaffen. Die Geschichte von Pfingsten hört sich in dieser Übersetzung so an:

Als das große Pfingstfest gerade losging, waren alle Freunde von Jesus zusammen in einem Raum. Plötzlich kam von oben runter ein Wind auf, alle hörten ein ganz seltsames Rauschen, fast so, als wenn ein Orkan mitten in dem Haus wäre (...). Dann sahen sie, wie sich plötzlich bei allen so eine Art Feuer auf die Köpfe setzte. Und dann wurden alle total abgefüllt mit dem heiligen Geist! Einige fingen dabei an, in irgendeiner fremden Sprache zu reden, einer Sprache, die ihnen der Geist einfach aufspielte. Zu dem Fest waren tierisch viele Gläubige (...) aus der ganzen Welt nach Jerusalem gekommen. „Das geht ja gar nicht!" riefen die total fertig. „(...)Das kann doch gar nicht angehen, dass die unsere Muttersprache auf einmal draufhaben."

Aus der Apostelgeschichte in der Fassung der Volx-Bibel

 

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Das heutige Pfingstfest geht zurück auf eine Geschichte in der Bibel. Mit den verängstigten Jüngern Jesu passierte damals Erstaunliches.

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle (Jünger) am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

In Jerusalem aber wohnten (...) fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören? (...) Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Aus der Apostelgeschichte im Neuen Testament

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