Manuskripte

SWR3 Worte

Wer bei sich selbst stehen bleibt, kommt nicht weit. Aufregend wird das Leben erst dann, wenn wir uns herausrufen lassen über die eigenen Grenzen hinaus.

 

Franz Kamphaus, zit. aus: Auf all unseren Wegen. Worte, die begleiten.

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Freundschaft wächst nur aus Interesse aneinander. Zeit füreinander, Zeit zu hören, zu reden. Und nicht dadurch, alles gleich verstehen und alles vergleichen zu wollen. Manches darf stehen bleiben. Wachsen braucht Zeit.

 

Margot Käßmann, Zeit für Freundschaft, in: Jeder Tag ist ein Geschenk. Atempausen für die Seele

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„Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du!", übersetzt [der Philosoph] Martin Buber das Liebesgebot aus der Bibel. Es hilft mir, die Spirale des Sündenbockmechanismus zu überwinden. Es bedeutet, das, was mich stört beim andern, auch in mir zu entdecken; es bedeutet, bei mir anzufangen, die Unzufriedenheit, die Überforderung, die Ängste wahrzunehmen. Es bedeutet, die Tür zu meinen Gefühlen zu öffnen und, falls ich den Schlüssel verloren habe, ihn mit Nachdruck und Behutsamkeit zu suchen.

 

Pierre Stutz, Dein Nächster ist wie du, zit aus: Auf all unseren Wegen. Worte, die begleiten.

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Die augustinische Maxime [Maxime des Hl. Augustinus] „liebe und mache dann, was du willst" ist in der Tat der Königsweg zur christlichen Freiheit. Doch dieser Weg ist nur für diejenigen gangbar, welche wissen, wie anspruchsvoll und riskant sowie verletzlich und verantwortungsvoll es ist, wahrhaftig zu lieben.

 

Tomás Halik, Nachtgedanken eines Beichtvaters

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Die Berufung zum Hüten geht ... nicht nur uns Christen an ... Sie besteht darin, die gesamte Schöpfung, die Schönheit der Schöpfung zu bewahren. ... Sie besteht darin, Achtung zu haben vor jedem Geschöpf Gottes und vor der Umwelt, in der wir leben. Die Menschen zu hüten, sich um alle zu kümmern, um jeden Einzelnen, mit Liebe ... Sie besteht darin, die Freundschaften in Aufrichtigkeit zu leben; sie sind ein Einander-Behüten in Vertrautheit, gegenseitiger Achtung und im Guten. Im Grunde ist alles der Obhut des Menschen anvertraut, und das ist eine Verantwortung, die alle betrifft. Seid Hüter der Gaben Gottes!

 

Papst Franziskus in seiner Predigt zur Amtseinführung am 19.03.2013

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Gegen alle Hoffnung voll Hoffnung! Auch heute, angesichts so vieler Wegstrecken mit grauem Himmel, haben wir es nötig, das Licht der Hoffnung zu sehen, selber Hoffnung zu geben. Die Schöpfung zu bewahren, jeden Mann und jede Frau zu behüten mit einem Blick voller Zärtlichkeit und Liebe, bedeutet, den Horizont der Hoffnung zu öffnen, bedeutet, all die Wolken aufzureißen für einen Lichtstrahl, bedeutet, die Wärme der Hoffnung zu bringen!

 

Papst Franziskus in seiner Predigt zur Amtseinführung am 19.03.2013

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Die Päpste seit Johannes XXIII. haben zwar Weltreisen unternommen, aber sich vor der Welt und den Problemen der Gläubigen verbunkert. An Franziskus gibt es daher eine große Erwartung: Dass er den Bunker verlässt und das tut, was für den Übergang wichtig ist - Brücken bauen zu den Menschen. Er nennt sich schließlich Pontifex. Vielleicht schafft er es auch, mutig hinüber zu schreiten.

 

Heribert Prantl, Papst der Armen, armer Papst, in: süddeutsche.de vom 14.03.2013

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