Manuskripte

SWR3 Worte

 Gestern sollte eigentlich die Welt untergehen. Ist sie aber nicht. Einen genauen Zeitpunkt für das Ende aller Tage weiß auch die Bibel nicht. Aber dort steht, dass die Menschen dann erlöst werden. In der Bibel heißt es:

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn (- gemeint ist Jesus -) mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Aus dem Lukasevangelium.

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Wenn die Welt zusammenbricht,

halte ich Ausschau nach einem,

der mitten im Terror noch zärtlich ist,

der mit seiner Hoffnung dem Chaos trotzt,

dessen Stimme ich auch zwischen Lärm und Geschrei erkenne,

der mich suchen, finden und nach Hause bringen wird.

Ihm allein werde ich ausgeliefert sein.

Und er wird kommen.

Ganz sicher!

Das Gedicht „Apokalypse" von Sebastian Schmid.

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Die evangelische Theologin Margot Käßmann über die Weihnachtsgeschichte:

Bei einem Weihnachtsgottesdienst, den ich vor ein paar Jahren hielt, hörte ich einen Jungen seufzen: „O Mann, die Geschichte kenn ich schon!“ Ich habe gelacht und gesagt: „Weißt du, du wirst sie jedes Jahr wieder hören am Heiligen Abend in der Kirche. Aber du wirst sie anders hören, weil du dich veränderst.“ So ist das mit Weihnachten: Jedes Jahr hören wir die Nachricht von Gottes Kommen auf die Erde wieder anders (…): weil wir uns verändern, unser Leben, weil die Welt anders wird.

Ein Zitat von Margot Käßmann.

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Der Meister wurde schon zu Lebzeiten eine Legende. Man erzählte, dass Gott selbst einmal seinen Rat einholte: „Ich möchte mit den Menschen Versteck spielen. Ich habe meine Engel gefragt, wo man sich am besten verstecken könnte. Einige sagten, in der Tiefe des Ozeans, andere auf dem höchsten Berggipfel, wieder andere auf der erdabgewandten Seite des Mondes oder auf einem fernen Stern. Was schlägst du vor?“ Sagte der Meister: „Verbirg dich im menschlichen Herzen, das ist der letzte Ort, an den sie denken werden.“

Eine Geschichte von Anthony de Mello.

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Franz Kamphaus, ehemaliger Bischof von Limburg, denkt über den Advent nach:

Gott hat sich auf den Weg gemacht. Er ist uns entgegengekommen, so (...) zuvorkommend, wie er ist. Dafür bürgt sein Name: Jesus Christus. (Jesus) ist der Weg. Auf diesem Weg kommt Gott uns entgegen. Auf diesem Weg können wir ihm begegnen. Er führt uns in die Freiheit. Er eröffnet neue Möglichkeiten. (...)

        „Bereitet für Gott den Weg!" Wer sich darauf einlässt, der hat alle Hände voll zu tun. Er wird dem Kommen Gottes in seinem alltäglichen Leben den Weg bereiten, mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. So bekommt der Glaube Hand und Fuß.

Ein Zitat von Franz Kamphaus.

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Den diesjährigen Advent sehe ich so intensiv (...) wie noch nie. Wenn ich in meiner Zelle auf und ab gehe, drei Schritte hin und drei Schritte her, die Hände in Eisen, vor mir das ungewisse Schicksal, dann verstehe ich ganz anders als sonst die alten Verheißungen vom kommenden Herrn, der erlösen und befreien wird. Und immer kommt mir dabei in die Erinnerung der Engel, den mir vor zwei Jahren zum Advent ein guter Mensch schenkte. Er trug das Spruchband: Freut euch, denn der Herr ist nahe. (...)Ich spürte oft, dass er mir Engelsdienste tut. Der Schrecken dieser Zeit wäre nicht auszuhalten, (...) wenn nicht dieses andere Wissen uns immer wieder ermunterte, das Wissen von den Verheißungen, die mitten im Schrecken gesprochen werden und gelten.

Ein Zitat von Alfred Delp.

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Tag für Tag

eine Tür nach der anderen öffnen.

Meine Türen öffnen.

An deine Türen klopfen.

Auf die Suche gehen

nach mir, nach dir.

 

Türen öffnen

zu meinen Träumen,

meiner Sehnsucht.

(...) Was will ich?

Wohin gehe ich?

 

An Türen klopfen.

Voller Erwartung.

Wo bist du?

Was willst du von mir?

 

Tag für Tag

Türen öffnen für dich.

Offen werden für dich.

Komm, tritt ein.

Ich erwarte dich.

 

Ein Adventsgedicht von Gisela Baltes.

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