Manuskripte

SWR3 Worte

Es ist jetzt Winter, wie du siehst. Die Bäume stehen wie abgestorben da. Wo sind die Blätter des Feigenbaums? Wo sind die Trauben vom Weinstock? Doch was im Winter tot ist, grünt im Frühling. Kommt die Zeit, dann wird neues Leben gegeben, gleichsam eine Auferstehung von den Toten.
Da Gott deinen Unglauben kennt, wirkt er Jahr für Jahr in dieser sichtbaren Welt eine Auferstehung, damit du auf Grund dessen, was du in der unvernünftigen Welt wahrnimmst, auch eine Auferstehung der vernünftigen Wesen glaubst... Gott belebt die vernunftlosen, niedrigen Geschöpfe in unfassbarer Weise; er wird auch uns, um derentwillen er Pflanzen und Tiere erschaffen hat, Leben schenken.

Kyrill, im vierten Jahrhundert Bischof von Jerusalem, Über die Hoffnung der Christen: Auferstehung aus dem Tod  ...

(in: XVIII - Katechese an die Täuflinge. Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 41 Kempten; München : J. Kösel : F. Pustet, 1922, S. 341f)

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Der Graf von der Band „unheilig" wird nach seiner neuen Platte gefragt:
Heißt „Geboren um zu leben", dass man jeden Tag nutzen muss?

Antwort der Graf:

Ja, auf jeden Fall. Und ich habe die letzten zwei Jahre gemerkt, wie wertvoll das ist, wenn du die Möglichkeit hast, das zu können. Das merkt man ja oft erst, wenn man Menschen trifft, die das nicht mehr können (jeden Tag seines Lebens nutzen).

Ich bin in Sterbehospizen gewesen und auf Krebsstationen, weil die Menschen sich das gewünscht haben. Und danach war meine Sichtweise auf das eigene Leben eine ganz andere. Da relativiert sich das. Und der Glaube hilft da, er ist ungeheuer wertvoll. Ob es nun der Glaube an Gott ist oder der Glaube an die Familie oder an was auch immer.

Seine Band heißt „unheilig" -
aber im Leben ist ihm doch so manches ziemlich heilig: Der Graf

(in: KNA-Interview 17.10.2012)

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„Der Graf" ist der Bandleader von „unheilig";
im Interview wurde er gefragt: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ja, wir sehen uns alle wieder. Diese Vorstellung hilft mir jetzt auch, im Leben klarzukommen. Sonst fände ich alles ziemlich  sinnlos. Ich glaube, dass wir uns alle wiedersehen. Und ich glaube  auch daran, dass es den Leuten, die ich vermisse, da oben gut geht -  ich hoffe es jedenfalls.

Und ich glaube, dass die ab und zu mal so vorbeigucken, wie es einem so geht, und vielleicht sogar das eine oder andere Rädchen drehen, wenn man gerade Probleme hat. Diese Vorstellung hilft mir, und daran glaube ich.

Obwohl die Band „unheilig" heißt, sagt der Graf übrigens auch: „Der Glaube versetzt Berge." und: „Heilig ist mir Alles was mit dem Leben zu tun hat!"...

(in: KNA-Interview 17.10.2012)

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Es ist ein mutiger Entscheid, wenn man sagt: Keine lebenserhaltenden Maßnahmen. Mir macht allerdings die Vorstellung zu schaffen, was passiert, wenn ich alles mitbekomme und nur nicht sagen kann: „Lasst das Zeugs (und die Maschinen) bitte laufen die nächsten 20 Jahre!" In dem Fall bin ich noch nicht entschieden. Ich hoffe es bleibt mir auch noch ein wenig Zeit...

Martin Suter, der Schweizer Schriftsteller, ist noch nicht entschieden, ob er weiterleben möchte, auch wenn er einmal an medizinischen Geräten hängen sollte ...

 

(in: Interview KNA - Katholische Nachrichtenagentur - 14.10.2012)

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(Arbeiten, schreiben und) dem Verlust von Zeit entgegenwirken - und dabei ein Stück Ewigkeit erlangen. ... Das ist ein Grundmotiv von uns allen. Und ein Gedanke, an den wir uns nicht gewöhnen können, den wir nicht akzeptieren wollen: Dass es mit unserem Leben mal vorbei ist. Auch die Kirche setzt da ihre Botschaft dagegen. ...
Die Idee vom ewigen Leben... - Ich hätte gerne daran geglaubt. Ich habe daran gearbeitet. Aber das ist gründlich gescheitert.

Der schweizerische Schriftsteller Martin Suter hätte gern an ein ewiges Leben geglaubt. Und dabei ist der Gedanke doch so schwer: dass es einmal zu Ende geht mit unserem Erdenleben... 

(in: Interview KNA - 14.10.2012)

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Gewiss,
ich werde traurig sein wenn du gehst.
Ich werde Dich am Horizont kleiner werden sehn
bis dich die untergehende Sonne wegleuchtet.
Und meine Rufe werden ins Leere gehn.

Die Erinnerung wird bleiben.
Schmerzen wird sie
und doch werde ich sie brauchen.
Dein Blick, dein Lächeln, deine Sorge. 
Du wirst mir fehlen.

Ich werde beten, ich verspreche es.
Für Dich und für mich.
Für Dein Ankommen und mein Abschiednehmen.
Für Deine Befreiung und für mein Weiterleben hier.

Ich werde viel weinen und viel schweigen.
Aber die Stille wird sich mit Leben füllen.

Ich werden den Blüten zuschaun:
ihrem Frühling und ihrem Herbst; 
und ich werde dankbar sein,
dass es dich gab.

Das haben wir unserem Sohn Johannes nach-gerufen;
heute vor elf Jahren ist er gestorben - mit nicht mal einundzwanzig...

(nach Motiven von Jörn Pfennig - Stephan Wahl - Margret S. Lux)

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Wenn ein Baum, der gefällt worden ist, etwa eine Weide, noch treibt: soll dann der Mensch, wenn er gefällt ist, nicht leben?
Die Zweige der Weinstöcke und anderer Bäume erhalten, wenn sie auch vollständig abgeschnitten und verpflanzt worden sind, doch wieder Leben und treiben Früchte.
Soll nun der Mensch, um dessentwillen die Pflanzenwelt existiert, nicht wieder auferstehen, wenn er in die Erde gesenkt ist? ... Sollte ... Gott, der uns aus dem Nichts erschaffen hat, es nicht vermögen, uns, die Er bereits ins Dasein gerufen hat, nach unserem Zerfall wieder zu erwecken?

Kyrill, im vierten Jahrhundert Bischof von Jerusalem, Über die Hoffnung der Christen: Auferstehung aus dem Tod ..

(in: XVIII - Katechese an die Täuflinge. Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 41 Kempten; München : J. Kösel : F. Pustet, 1922, S. 341f)

 

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