Manuskripte

SWR3 Worte

Eine kleine Geschichte über große Sorgen:
„Einst, als das Wetter schlecht und die Ernte missraten war,
litt ein kleines Dorf besonders unter der Not.
Die Stimmung wurde immer schlechter.
Deshalb fragte man einen weisen Einsiedler in der Nähe um seinen Rat.
Der sagte: Wenn ihr alle meint, besonders schwere Sorgen zu haben,
soll jeder seine schwersten Sorgen in einem Paket verpacken
und dieses Paket an den Baum in der Mitte eures Dorfes hängen.
Und dann darf er sich das Paket eines anderen mitnehmen.
Gesagt, getan. Doch wie überrascht waren alle,
als sie zuhause die fremden Pakete öffneten und feststellten,
dass die Sorgen darin so viel größer waren als die eigenen.
So eilten alle leise zu dem Sorgenbaum zurück,
tauschten die eigenen Sorgen zurück und gingen zufrieden nach Hause."

Ohne nähere Quellenangabe zitiert nach:
Magazin zum Kirchenjahr, Nr. 3/2012, hg.v. „Andere Zeiten e.V." Hamburg
letzte Umschlagseite.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14076

Der Umweltaktivist und Filmregisseur von „Planet Ocean",
Yann Arthus-Bertrand, über seinen Todestag:
„An meinem letzten Tag, dem perfektesten Tag meines Lebens,
werde ich alles, was ich besitze, verschenken.
Ich werde mit meinen Freunden und mit meiner Familie sprechen,
mit meinen Eltern, meiner Frau und mit meinen Kindern.
Und ich werde versuchen, Wiedergutmachung zu leisten
für die Sachen, die ich falsch gemacht habe.
Ich werde ihnen sagen, dass ich sie liebe.
Wir sind alle so ehrgeizig und versuchen, so viel zu erreichen.
Aber ich glaube, dass am Ende geliebt zu werden,
alles ist, was wir wollen."

Yann Arthus-Bertrand , „Mit einem Lächeln";
in: Zeitschrift „Cicero", Nr. 8/2012, Ringier-Publishing-GmbH Berlin, S. 129.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14075

Wann ist Leben gut und sinnvoll?
Das ist Thema des heutigen Reformationstages.
Glücksforscher Florian Langenscheidt meint:
„Mehr und mehr Menschen sagen, sie bräuchten relativ wenig fürs Glück.
Das Notwendigste an Wärme, Behausung, Licht, Essen und Trinken,
viel Schlaf, ein paar gute Bücher und Filme, Gesundheit, Freundschaft,
Familie und Liebe. Ab und zu mal einen Wein oder ein Bier,
ausreichend Bewegung, Zärtlichkeit und Sex.
Alles andere sei doch nur Beiwerk: nett, aber entbehrlich.
Also weg damit.
Und dafür achtsamer leben, ruhiger, bewusster, weniger aufgeregt.
Aber fest verbunden mit dem, worauf es wirklich ankommt.
Das ist das Glück der Nachhaltigkeit:
weder auf Kosten unserer seelischen Gesundheit
noch auf Kosten unserer Nachkommen."

Florian Langenscheidt, „Langenscheidts Handbuch zum Glück",
Heyne-Verlag, München 2012, S. 66.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14074

Fernsehmoderator Johannes B. Kerner über leere Kirchen:
„Das Entscheidende zum Glücklichsein ist die Einstellung zu sich selbst.
Das heißt für mich:
Dankbarkeit und Demut nicht nur nennen, sondern leben.
Und manchmal heißt das auch: einfach mal in eine leere Kirche gehen.
Man muss dazu gar nicht glauben.
Es wirkt auch so."

Zitiert nach: Florian Langenscheidt, „Langenscheidts Handbuch zum Glück",
Heyne-Verlag, München 2012, S. 201.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14073

Die Filmemacherin Doris Dörrie über Lebensglück:
„Ich war gerade zwei Monate in Mexiko,
einem unsicheren Land mit einem riesigen Gefälle zwischen Arm und Reich.
Von den Menschen dort kann man lernen, keine Angst zu haben.
Europa ist ja angeblich in der Krise -
aber dann stehe ich hier im Drogeriemarkt
vor hundertvierundzwanzig unterschiedlichen Haarprodukten.
Ich habe sie gezählt: jede Spülung und jedes Shampoo.
Wo ist die Krise?
Dass wir hundertvierundzwanzig Haarprodukte haben,
das ist die Krise.
Denn das nimmt uns die Sicht auf die Dinge,
auf die es wirklich ankommt!"

Zitiert nach: Florian Langenscheidt, „Langenscheidts Handbuch zum Glück",
Heyne-Verlag, München 2012, S. 146.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14072

Der Umweltaktivist und Filmregisseur von „Planet Ocean",
Yann Arthus-Bertrand, will beim Sterben lächeln:
„Man muss den Tod akzeptieren.
Obwohl er zu den Dingen gehört,
die man am schwersten akzeptieren kann.
Aber es ist normal, zu sterben. Jeder von uns muss es.
Der Tod ist der wahrscheinlich wichtigste Teil unseres Lebens.
Wenn er kommt, möchte ich sagen können:
Ich habe alles getan, was ich konnte.
Und dann möchte ich mit einem Lächeln auf den Lippen sterben."

Yann Arthus-Bertrand , „Mit einem Lächeln";
in: Zeitschrift „Cicero", Nr. 8/2012, Ringier-Publishing-GmbH Berlin, S. 129.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14071