Manuskripte

SWR3 Worte

Der Schauspieler Rupert Everett über die Liebe zu seinem Hund Mo:

Mo war die konstanteste Liebesbeziehung meines Lebens. Die Liebe eines Hundes ist einzigartig und unwiderstehlich, weil sie bedingungslos ist. Bei den mir bekannten Menschen ist das leider anders. Erst wollen sie dich ändern, und wenn sie dich dann geändert haben, mögen sie dich auf einmal nicht mehr.

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Der Zeichner Tomi Ungerer scheint seine Kinder so locker wie einfallsreich erzogen zu haben. Er erzählt:

Wir hatten mal einen mit Schokolade gefüllten Adventskalender. Eines Morgens war er leer. Ich rief eine Familiensitzung ein, sehr ernst und fragte, wer es gewesen war. Als niemand die Hand hob, holte ich eine Schachtel Pralinen und sagte: „Wer die Schokolade geklaut hat, bekommt von mir eine Praline." Als meine beiden Söhne sich meldeten, sagte ich: „Okay, ihr bekommt eine Praline, aber eure Schwester, die nichts gestohlen hat, bekommt die ganze Schachtel." Kindererziehung ist wie Erotik, sagt Ungerer: Erst muss man die richtige Atmosphäre schaffen und dann eine große Inszenierung starten. Andernfalls rauscht alle Pädagogik an Kinderköpfen vorbei.

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Heute vor 50 Jahren wurde das 2. Vatikanische Konzil eröffnet. Ein Jahrhundertereignis für die Katholische Kirche, an dem 3000 Bischöfe teilgenommen haben. 500 von ihnen haben den sogenannten Katakombenpakt unterzeichnet. Eine bis heute so unbekannte wie revolutionäre Selbstverpflichtung zu Armut und Bescheidenheit. Darin heißt es unter anderem:

Wir verzichten ein für allemal darauf als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein. Insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall - weder Gold noch Silber - gemacht sein dürfen.

Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen...

Wir lehnen es ab, mündlich oder schriftlich mit Titeln oder Bezeichnungen angesprochen zu werden, in denen gesellschaftliche Bedeutung oder Macht zum Ausdruck gebracht werden. Titel wie Eminenz, Exzellenz oder Monsignore. Stattdessen wollen wir als „Padre" angesprochen werden. Eine Bezeichnung, die dem Evangelium entspricht.

 

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für eine Schule ohne soziale Benachteiligungen                                                          

In dem ARD-Film „Mittlere Reife" wehren sich Schüler gegen ungerechte Zustände in der Schule. Sie schreiben 8 Gebote für eine Schule ohne soziale Benachteiligungen:

1.  Niemand darf durchfallen.

2.  Noten werden abgeschafft.

3.  Schüler und Lehrer entscheiden gemeinsam was unterrichtet wird. Im Zweifelsfall entscheiden die Schüler.

4.  Es gibt umsonst ausreichend und gutes Essen in der Schule. Unter anderem, damit Schüler, die kein Geld haben, nicht auffallen.

5.  Es gibt Rückzugsräume.

6.  Man darf allein lernen und jede Klasse besuchen. Es besteht freie Lehrer- und Kurswahl.

7.  Falls Gelder bewilligt werden, entscheiden die Schüler mehrheitlich wofür sie ausgegeben werden.

8.    Alle Schüler, die an der Schule eingeschrieben sind bilden ein Parlament, das die Schülerregierung bestimmt, die selbst Entscheidungen treffen darf.

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Heute in 4 Wochen wird der amerikanische Präsident gewählt. Bei Barack Obamas Amtseinführung vor 4 Jahren saß seine Schwester Auma neben Bill Clinton. Er gab ihr Ratschläge, was Barack Obama beachten müsse, um im Weißen Haus nicht zu einem schlechten Menschen zu werden. Obamas Schwester erzählt :

„Wer derart im Licht steht und so viel Gehör bekommt wie der Präsident der Vereinigten Staaten, wird ziemlich bald blind für die eigenen Fehler und Irrtümer und verliert die Fähigkeit zuzuhören." Deshalb sei es wichtig, die Freunde zu behalten, die man schon vorher hatte, denn sie seien die Einzigen, die einem noch die Wahrheit sagen würden. Der zweite Ratschlag betraf die Ehe meines Bruders. Barack solle jede Woche ein paar Stunden mit ungestörter Privatsphäre reservieren, denn andernfalls bräuchte er früher oder später einen Scheidungsanwalt."

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Eine ältere Dame kauft sich einen Teller Suppe. Behutsam trägt sie die dampfende Köstlichkeit an einen Stehtisch und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke. Sie hat den Löffel vergessen. Als sie zum Tisch zurückkehrt, steht dort ein Afrikaner - schwarz, kraushaar, bunt wie ein Paradiesvogel - und löffelt die Suppe.

Zuerst schaut die Frau ganz verduzt. Dann aber besinnt sie sich, lächelt den Mann an und beginnt ihren Löffel zu dem seinen in den Teller zu tauchen. Sie essen gemeinsam. Nach der Mahlzeit - unterhalten können sie sich kaum - spendiert der junge Mann ihr noch einen Kaffee und verabschiedet sich höflich. Als die Frau gehen will und unter den Tisch zur Handtasche greift, findet sie nichts. Alles weg.

Also doch ein gemeiner, hinterhältiger Spitzbube. Enttäuscht, mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist spurlos verschwunden. Aber am Nachbartisch erblickt sie einen Teller Suppe, inzwischen ist er kalt geworden. Darunter hängt ihre Handtasche.

Der Teller Suppe von Manfred Zacher

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Das hätt' ich nicht gedacht, dass ein Supermodel wie Claudia Schiffer schüchtern ist. Sie hat gesagt:

Sobald jemand übers Rotwerden spricht, werde ich sofort rot.

Als Kind war ich so schüchtern, dass ich mich hinter den Vorhängen versteckte, wenn Besuch kam.

Schüchternheit ist leider ein lebenslängliches Schicksal, aber man kann lernen, mit ihr zu leben.

 

 

 

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