Manuskripte

SWR3 Worte

Es gibt eine Menge Leute, die es nicht weiter schlimm finden, wenn wir keine Ahnung von der Bibel haben. Sie halten Religion für den entbehrlichen Ballast bürgerlichen Lebens. Doch die Bibel ist nun einmal die Grundlage unserer Kultur und Sprache ... Wer die Bibelkenntnis also unnütz nennt, verkennt, dass es dabei gar nicht unbedingt um den Glauben geht ... Die Bibel lesen kann man mit intellektuellem Gewinn, ohne ein Glaubensbekenntnis abzulegen. Dafür muss keiner zum Kirchgänger werden.

Christine Brinck, Wo wohnt Gott?Und wozu müssen wir das wissen?

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Geld hat einen sakralen Ursprung. ... Die religiösen Bedeutungen der Begrifflichkeiten rund um das Thema Geld sind [zwar] nicht mehr bewusst. Doch die Kommunikation über und mit Geld nimmt heute wieder mehr und mehr religiöse Züge an: Prophezeiungen der Rating-Agenturen, die sich dank ihrer Macht selbst erfüllen; Gewinnmaximierung als sinnstiftende Handlungsmaxime; die Definition sozialer Zugehörigkeit über geldvermittelten Konsum ... Geld ist der Kult unserer Zeit.

Markus Vogt/Patrick Ruf, Gott und Geld. Theologische Anmerkungen anlässlich der Finanzkrise.

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Achtsamkeit kann ich einüben: Ich kann mir vornehmen, auf die kleinen Dinge, auf die kurzen Signale des Glücks zu achten      ... Vielleicht haben gerade wir Deutschen ein Problem damit, etwas einfach auch einmal zuzulassen und zu sagen, dass jetzt im Moment alles okay ist. Dass uns nichts fehlt, dass nichts wehtut und es weder zu heiß noch zu kalt ist, sondern alles, wie es ist, passt und wunderbar ist. Uns einfach zu sagen: „Nun sei froh, sei glücklich und genieße den Moment", damit haben wir ein Problem. Irgendetwas fehlt uns immer.

Clemens Bittlinger, Da wo ich bin, da will ich sein.

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Es ist verwunderlich mit der Liebe, auch in der Kunst. Sie vermag, was alle Bildung, aller Intellekt, alle Kritik nicht vermag, sie verbindet das Fernste, stellt das Älteste und Neueste nebeneinander. Sie überwindet die Zeit, indem sie alles aufs eigene Zentrum bezieht. Sie allein gibt Sicherheit, sie allein hat recht, weil sie nicht rechthaben will.

Hermann Hesse, Lektüre für Minuten

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Wer Spaß um jeden Preis haben will, muss das Leid und die Trauer verdrängen. Wenn ich jedoch zum Beispiel die Trauer um einen geliebten Menschen nicht zulasse, weil ich permanent spaßig sein will, kann ich nicht getröstet werden. ... Zutiefst glücklich kann ein Mensch nur sein, wenn er oder sie es schafft, das Leid so im Leben zu integrieren, dass auch die Tränen einen guten Raum einnehmen können. Nur dann kann ich getröstet werden.

Clemens Bittlinger, Da wo ich bin, da will ich sein.

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Einen Blumenstrauß verschenken, einem armen Menschen zuhören, ein Kind erfreuen - oder einem Menschen durch Verstehen helfen, da sein für irgendeinen, der sich auf der Welt nicht mehr zu trösten weiß - das sind die größten Dinge des Lebens.

Walter Dirks

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Es ist bemerkenswert, dass wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am mindesten aussagen können, wie er sei. Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, dass sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen.

Max Frisch

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