Manuskripte

SWR3 Worte

Maria, Sina, Susan und Andreas - vier Oberstufenschüler - haben ein modernes Glaubensbekenntnis formuliert:

"Wir glauben an den Einen,
den oft Kopierten - doch nie erreichten.
Der Rückhalt der sozialen Sicherung.
Die Stimme aller Stummen, die Augen der Blinden.
Der Wachende der ganzen Welt über alle Geschöpfe.
Sehen kann man ihn nicht.

Maria, Sina, Susan und Andreas
Dieterich, Veit-Jakobus: Theologisieren mit Jugendlichen, in: Anton A. Bucher u.a. (Hg.): "Man kann Gott alles erzählen, auch kleine Geheimnisse". Kinder erfahren und gestalten Spiritualität. Jahrbuch für Kindertheologie, Bd. 6, Stuttgart 2004

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13564

Warum sollten Eltern mit ihren Kindern beten?
Der Religionspädagoge Hans-Jürgen Fraas meint:

Wenn die Mutter etwa mit dem Kind ein Gebet spricht, macht sie damit deutlich, dass sie nicht allmächtig ist, sondern dass jemand hinter ihr steht, von dem sie selbst ihre Lebensenergie und ihr Vertrauen in das Leben gewinnt. Das Gebet hat geradezu etwas Emanzipatorisches: Es beraubt die Eltern ihrer vermeintlichen Allmacht, indem es auf Gott verweist, der alles Innerweltliche relativiert.
Religion ist ein wichtiger Faktor für die Ablösung des Kindes von den Eltern, für das Selbstständigwerden des Kindes.
Die in Gott gründende Identität verleiht dem Menschen Freiheit.

Hans-Jürgen Fraas
Hund mit Flügeln. Die natürliche Suche des Kindes nach dem Sinn des Lebens ist auf Wegweiser angewiesen
zeitzeichen 7/2004

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13563

Hermann Hesse, der heute vor 50 Jahren gestorben ist, über Jesus:

Immer wieder wird Jesus Mensch geboren,
spricht zu frommen, spricht zu tauben Ohren.
Kommt uns nah und geht uns neu verloren.
Immer wieder muss er einsam ragen,
aller Menschen Not und Sehnsucht tragen.
Immer wird er neu ans Kreuz geschlagen.
[...]
Immer wieder, auch in diesen Tagen,
ist der Heiland unterwegs, zu segnen;
Und unsern Ängsten, Tränen, Fragen, Klagen
mit dem stillen Blicke zu begegnen.
[...]

Hermann Hesse
Der Heiland
In: http://www.gedi

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Wir lauschen sehnsuchtsvoll den monotonen Worten aus den Lautsprechern der Flughäfen dieser Welt
und hören träumend all die Namen
von den „je ferner, desto lieber" - Orten
und glauben, dass es uns dort mehr als hier gefällt. ...
Doch, solange Leben bei Dir nur in der Pause ist,
kommst Du aus dem Kreislauf nicht heraus.
Solang Du in Dir selber nicht zu Hause bist,
bist Du nirgendwo zu Haus.

Peter Horton, Textdichter und Gitarrist
Peter Horton
In: Wer andern nie ein Feuer macht. Texte und Chansons. (Kindler Verlag)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13561

Wanderglück ist nicht käuflich. Nicht das Logo auf der Jacke ist entscheidend. Wesentlicher ist die Durchlässigkeit für die Eindrücke von außen und - nicht zuletzt - die Offenheit für den Klang der inneren Stimme. [...]
Mich interessiert die nach oben offene Skala der Möglichkeiten.
Die fließenden Übergänge,
in denen das Wandererlebnis in neue Erfahrungen von Natur [...] und von Spirituellem mündet;
in denen beim Gehen das Tagträumen einsetzt - und die Sinnsuche.
Wandern macht Lust auf ein Leben, das weit ausgreift.

Ulrich Grober, freier Autor und Publizist
Die blaue Blume suchen
In: Wanderwelten 01/2008, Wanderverlag inMOTION

 

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Die Journalistin Silke Pfersdorf hat eine Pilgertour auf dem Mosel-Camino unternommen. Von ihren Erfahrungen dabei erzählt sie:

Man kann auch schneller ans Ziel kommen als zu Fuß, klar.
Aber beim Pilgern muss man es nicht.
Ein Gedanke, der seltsam ruhig und zufrieden macht.
Keine drängende Uhrzeit, keine Aufgabe.
Nichts wartet außer einem langen Fußmarsch.
Das befreit auch von eigenen Erwartungen.
Und: Wenn man nicht ständig auf Großes hofft, fallen einem plötzlich all die Kleinigkeiten ins Auge. Lila Blümchen, winzig am Wegesrand, [...]
Ameisenstraßen, Kompanien aus jungen Weinblätterranken. [...]
Laufen ist Freiheit: sinnlos und wertvoll zugleich.

Silke Pfersdorf
Der Weg in die Stille. Pilgern in Deutschland

In: Brigitte. Women. Das Magazin für Frauen über 40

 

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Unberechenbar Lachen, wo es sich nicht gehört.
Weinen, weil es weh tut.
Schmusen, wie noch nie.
Schreien, damit die Wut raus ist.
Spielen, weil es Spaß macht.
Streiten, dass die Fetzen fliegen.
Fragen, bis es keine Antwort mehr gibt.
„Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder,
so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen", so heißt es
im Neuen Testament.


Ulla Kamps-Blass, Psychotherapeutin
Kinder in: Ulla Kamps-Blass, Eva Maria Ziebertz (Hg.): Wenn Frauen beten.

 

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