Manuskripte

SWR3 Worte

Meine Botschaft ist: man kann nicht darüber sprechen, ob es Gott gibt oder nicht Gott gibt, aber man kann darüber sprechen, dass er fehlt.
(Im ewigen Konflikt zwischen Vernunft und Glaube entscheide ich mich für) Den Glauben. Wir glauben viel mehr, als wir wissen. ... wir sind viel, viel mehr glaubensabhängig als wissensabhängig. Wissen haben wir immer von einem anderen, Glauben haben wir aus uns selbst. ... der Glaube ist die Handschrift der Seele. ...
glauben kann man nur, wenn man muss. Glauben kann ... man nur, weil einem etwas fehlt. Dann allerdings macht der Glaube die Welt schöner, als sie ist. Ganz wichtig für mich: ... Glauben können ist eine Begabung.

Martin Walser: Glauben können oder müssen 

(in: Interview mit Aldo Parmiggiani - 19. 2. 2012 - Radio Vatican - online hier: http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=564401)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13157

Jesus setzte sich im Tempel in der Nähe des Schatzhauses hin und beobachtete, wie die Besucher des Tempels Geld in die Spendenkästen warfen. Viele wohlhabende Leute gaben großzügig. Dann kam eine arme Witwe und steckte zwei kleine Kupfermünzen hinein - zusammen so viel wie ein Groschen.
Da rief Jesus seine Freunde zu sich und sagte zu ihnen: »Ich versichere euch: Diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen. Die haben alle nur etwas von ihrem Überfluss abgegeben. Sie aber hat alles hergegeben, was sie selbst dringend zum Leben gebraucht hätte.« 

Voller Einsatz - Alles geben - eine Jesus-Geschichte aus dem Markus-Evangelium in der Bibel - Seine Sympathie gilt der Frau mit den zwei Cent-Münzen; da kann man sich schon mal fragen: Wie viel gebe ich denn her von meinem Reichtum? 

(in: Gute Nachricht Bibel - Markus 12,41-44)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13156

ich bete das brot an
wegen des hungers der hungernden
ich bete das brot an
weil es die mitte der welt ist
und sage: heiliges brot
göttliches brot
brot
du quelle unseres lebens

ich bete das brot an
weil alle menschen
brot brauchen

ich bete das brot an
weil es ungeheuer wertvoll ist
ich bete das brot an
weil zwei drittel der menschen
hungern
weil zwei drittel der menschen
das brot anbeten
vor hunger

ich bete das brot an
weil es heilig ist
weil der hunger von millionen
das brot heilig macht

ich bete das brot an
weil es mich erinnert
an einen der selbst brot war
ich bete das brot an
weil es mich erinnert
an einen
der die menschen anstachelte
und das wunder in die wege leitete
dass menschen teilten
und so geschah brotvermehrung

Wilhelm Willms: das brot anbeten
Heute tragen die katholischen Christen das heilige Brot in Prozessionen
durch die Straßen - Fronleichnamsfest

 (Wilhelm Willms - WARUM in: Aus der Luft gegriffen, butzon & bercker, kevelaer, 1976, S. 74)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13155

Wenn es dich schon erleichtert, wenn du dein eigenes Missgeschick und die dir auferlegten Prüfungen Menschen mitteilen kannst - ganz so, als käme durch Worte eine erfrischende Brise auf - umso mehr wird es dich trösten und stärken, wenn du (GOtt) den Herrn an den Qualen deiner Seele teilhaben lässt.
Freilich fällt es uns oft schwer, Menschen zu ertragen, die sich bei uns über andere beklagen und ausweinen. Wir gehen ihnen aus dem Weg und weisen sie zurück. Gott aber macht es nicht so. Im Gegenteil, er lässt dich näher kommen und zieht dich an sich. Auch wenn du den ganzen Tag damit zubringst, ihm dein Elend darzulegen, hat er dich deswegen noch lieber und erhört noch bereitwilliger deine Bitten.

Kirchenvater Chrysostomos von Antiochia - Ende des vierten Jahrhunderts -
darüber, wie lästig die Menschen GOtt fallen dürfen... 
 

(in: Homilie über die Unergründlichkeit Gottes - Nr. 5 - honorarfreie Wiedergabe weil innerkirchliche Kommunikation)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13154

Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, und mich an allem freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.

Nur für heute werde ich fest daran glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten - , dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

Der heilige Papst Johannes der dreiundzwanzigste
hat zehn Gebote der Gelassenheit aufgeschrieben - das waren die letzten drei. Sonntag vor neunundvierzig Jahren ist der Roncalli-Papst gestorben. Gelassenheit wünsche ich Ihnen auch für heute...

 (in: Für das Glück geschaffen. Die zehn Regeln der Gelassenheit. Beiträge von Johannes XXIII. - Benno-Verlag Leipzig 2006)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13153

Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen - und ich werde es niemandem erzählen.

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

Der heilige Papst Johannes der dreiundzwanzigste
hat zehn Gebote der Gelassenheit aufgeschrieben - das waren die Gebote fünf bis sieben. Gestern vor neunundvierzig Jahren ist der Roncalli-Papst gestorben. Gelassenheit wünsche ich Ihnen auch für heute...
 

(in: Für das Glück geschaffen. Die zehn Regeln der Gelassenheit. Beiträge von Johannes XXIII. - Benno-Verlag Leipzig 2006)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13152

Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben - ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern... nur mich selbst.

Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin ... nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

Der heilige Papst Johannes der dreiundzwanzigste
hat zehn Gebote der Gelassenheit aufgeschrieben - das waren die ersten vier.
Heute vor neunundvierzig Jahren ist der Roncalli-Papst gestorben. Gelassenheit wünsche ich Ihnen auch für heute...
 

(in: Für das Glück geschaffen. Die zehn Regeln der Gelassenheit. Beiträge von Johannes XXIII. - Benno-Verlag Leipzig 2006)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13151