Manuskripte

SWR3 Worte

Die Sängerin Annie Lennox erzählt von ihren Gefühlen, als sie ihr erstes Kind verlor:

Ich hatte Angst, auf die Straße zu gehen, fühlte mich dem Leben nicht mehr gewachsen. Ich hätte gern anders gefühlt. Ich konnte mich allerdings nicht dazu zwingen, anders zu empfinden.

Doch diese Erfahrung war auch ein Weckruf für mich. Ich hatte die Wahl, mich von meiner Angst beherrschen zu lassen oder mich ihr zu stellen und zu leben. Ich begriff, dass ich etwas verändern kann, es zumindest versuchen muss.

Das ist ein Grund, warum ich mich als Aktivistin für Menschenrechte engagiere. Diese Welt braucht fundamentale Veränderungen in vielen Bereichen. Mein Engagement gibt mir das Gefühl, etwas beeinflussen zu können.

http://www.zeit.de/2010/52/Traum-Annie-Lennox

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13047

Die Schauspielerin Katharina Schüttler träumt von einem Leben ohne Angst:

 Ich träume davon, entspannt durchs Leben zu gehen. Einfach nur zu sein.

Am Ende träume ich wohl von einem Leben ohne Furcht. Die meisten meiner Ängste sind nicht real. Das meiste, was mich sorgt, tritt nie ein. Wie schön wäre es, wenn ich mich gar nicht erst sorgen würde. Wenn ich alles so nehmen könnte, wie es kommt.

Wie wundervoll wäre es, darin die Schönheit des Lebens zu erkennen. In der Ungewissheit. Im Meer großartiger Überraschungen, die auf mich warten.

http://www.zeit.de/2010/44/Traum-Katharina-Schuettler

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13046

Die Sängerin Nelly Furtado über die Freiheit des Träumens:

Träumen ist die Freiheit desjenigen, der den Himmel berührt, obwohl er nicht fliegen kann.

Kunst und Musik können mich weit wegtragen. Ich weiß vorher nie, wohin. Aber ich habe Vertrauen. In unseren Träumen ist das Meer blauer, die Berge sind höher - diese Bilder geben uns den Glauben daran, dass diese Schönheit irgendwo existiert.

Meine kleine Tochter glaubt fest daran, dass am Ende des Regenbogens ein Topf voller Gold steht. Wer weiß, vielleicht gibt es ihn wirklich. Schon der Regenbogen selbst ist ein Wunder.

http://www.zeit.de/2009/43/Traum-Furtado-43

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13045

Die Schauspielerin Susanne Lothar sehnt sich noch heute nach ihrem Vater:

Ich habe große Sehnsucht nach meinem Vater, ich würde ihn gerne umarmen, zumindest in meinen Träumen. Auch mit beinahe 50 Jahren sehe ich nachts noch oft in den dunklen Himmel und suche nach dem Stern, den mein Vater für mich aufgehängt hat.

Ich stelle mir gerne vor, was er empfunden hat, als ich das erste Mal auf der Bühne stand oder das erste Mal vor der Kamera. Ich frage mich, ob er stolz auf mich ist. Ich träume davon, dass er seinen Enkeln zusieht, stelle mir vor, dass er meinen Sohn auf dem Schoß hat und ihm mit Rat und Trost zur Seite steht, wenn er Probleme hat. Dass er sich freut, wenn er sieht, wie meine Tochter auf dem Rücken eines Pferds über ein Hindernis fliegt.

Während ich mir all das zusammenträume, ist es dunkel geworden, ich gehe in den Garten und blicke in den Himmel.

http://www.zeit.de/2010/38/Traum-Susanne-Lothar

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13044

Die Schauspielerin Jana Pallaske, bekannt durch den Film „Inglorious Basterds" von Quentin Tarantino, erzählt über ihren Traum:

In einem Yogakurs wurde ich mal aufgefordert, folgende Übung zu machen: "Nimm den nächsten Menschen, den du noch nicht kennst, und sieh ihm zwei Minuten lang in die Augen." Da kam ein Typ auf mich zu, der mir zunächst unsympathisch erschien. Ich habe ihm trotzdem zwei Minuten in die Augen gesehen. Das hat meine Vorurteile, meine Abwehr gegen ihn aufgehoben. Ich erkannte, wie sehr diese Übung mich verändern konnte.

Seitdem träume ich davon, dass wir uns alle in die Augen schauen können.

http://www.zeit.de/2009/50/Traum-Pallaske

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13043

Die Sängerin Cyndi Lauper will Mut machen, Lebensträume Wirklichkeit werden zu lassen:

In gewisser Weise hab ich in meinem Leben, in meiner Karriere, auch die Träume und Sehnsüchte meiner Mutter und Großmutter erfüllt. Meine Mutter hat immer von einer Karriere als Sängerin geträumt, musste aber jeden Tag zwölf Stunden als Kellnerin schuften. Sie musste uns allein durchbringen, mein Vater hatte die Familie verlassen, als ich klein war.

Der Traum davon, dass jede Frau das Recht auf ein gutes, erfülltes Leben in Freiheit hat, ist schon immer sehr wichtig für mich gewesen. Dafür habe ich mich mit meiner Musik eingesetzt, dafür kämpfe ich als Aktivistin. Es ist wichtig, daran zu glauben, dass jeder Mensch ein lebenswertes Leben verdient. Für dieses Ziel muss man den Mund aufmachen, man darf nicht darauf warten, dass es jemand anders tut.

http://www.zeit.de/2012/14/Traum-Cyndi-Lauper

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13042

Margot Käßmann, ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin findet wichtig, dass es Träumer und Visionäre gibt:  

Die Welt braucht Träumer, die darauf hoffen, dass es irgendwann Nahrung für alle geben könnte, Obdach, Bildung und Gesundheitsversorgung für jedes Kind.
Solche Träume bilden das Gewebe, das die Welt zusammenhält. Träume können uns motivieren, Verantwortung zu übernehmen. 
Die Bibel ist voller Träume. Hätte Joseph nicht geträumt, dass sieben magere Jahre auf ihn zukommen, hätte er nicht sieben fette Jahre lang vorgesorgt. Sosehr ich an Gottes zukünftige Welt glaube: Schon diese Welt kann verändert und verbessert werden!

 http://www.zeit.de/2010/02/Traum-Margot-Kaessmann

https://www.kirche-im-swr.de/?m=13050