Manuskripte

SWR3 Worte

Ab heute feiern die christlichen Kirchen die so genannte "Woche für das Leben".  „Engagiert für das Leben: mit allen Generationen" lautet das Motto in diesem Jahr. Christine Bremer und Dagmar Bischler in Kassel haben die Initiative Leihgroßeltern ins Leben gerufen und meinen:

Es gibt zunehmend mehr junge Familien die keine verwandtschaftlichen Kontakte in erreichbarer Nähe haben. Abhilfe schafft hier die Idee der Leihgroßeltern [...]. Dabei öffnen sich ältere Menschen einer "Wunsch-Familie" und werden so langfristig in das Familienleben mit einbezogen.
Es ist kein Ersatz für professionelle Tagesmütter und Kindertagesstätten, sondern eine familiäre Unterstützung und eine zwischenmenschliche Bereicherung. [...] So schätzen die jungen Familien z.B. oft die Lebenserfahrung der Älteren und diese sind wiederum froh, wenn sie  kleinere Hilfestellungen erhalten können. [...] Es ist eine win-win Situation: Alle Beteiligten genießen die neu entstandenen Beziehungen.

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Lauren und Arthur gingen am Meer spazieren. [...] „Schau Dir genau an, was um uns ist", sagte Arthur, als die Wellen sich zu ihren Füßen brachen. „Schäumendes Wasser und die Erde, die sich davon nicht beeindrucken lässt; [...], das Licht, das jeder Minute des Tages einen anderen Schimmer, andere Farben verleiht; Vögel, die über unseren Köpfen kreisen. [...] Und inmitten dieser unglaublichen Symphonie von Leben und Materie stehen wir, du und ich und alle anderen Menschen. [...]

Wie viele sind sich jeden Morgen bewusst, was für eine Geschenk es ist, aufzuwachen und zu sehen, zu riechen, zu spüren, zu hören, zu empfinden? Wie viele von uns sind fähig, ihre Sorgen nur für einen Augenblick zu vergessen und dieses unglaubliche Schauspiel zu bewundern?

Marc Levy
Aus dem Roman „Solange du da bist" von Marc Levy

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Was wird unseren Jungen und Mädchen im Religionsunterricht von Gott erzählt?
Hierzu der Religionspädagoge Thorsten Knauth:

„Wir erzählen von Gott der tröstet, wenn niemand mehr trösten kann; von Gott, der da ist, wenn alle weg sind [...]
Von diesem Gott erzählen wir, und sagen, dass wir Menschen ihr zum Bildnis geschaffen sind und wir uns ihn männlich und weiblich, als Mutter und als Vater, als Bruder und als Schwester vorstellen können.  [...]
Wir erzählen von Gott, der alle in gleicher Würde geschaffen hat und will, dass die Menschen in Vielfalt zusammenleben können: die Frauen und die Männer, die Weißen, Schwarzen und die Bunten."

Thorsten Knauth
Jungen in der Religionspädagogik

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Warum kann Musik uns so tief berühren? Die Geigerin Anne Sophie Mutter sieht das so:

"Im Grunde ist Musik wie Nebel, der nach dem Konzert verflogen ist. Bestenfalls bleibt sie in unserem Kopf und beseelt die Fantasie. Da ist nichts Greifbares, nichts Messbares. Sie ist zwar auf dem Papier festgehalten; aber die Seele der Musik, die Spannung, die Empfindungen und die Emotionen, die sie auslöst: All das steht nicht auf dem Papier. Deshalb ist Musik wie ein Traum, eine Verbindung zu unserer Spiritualität - versinnbildlicht etwa durch die sich beinahe berührenden Finger Gottes und Adams in der Sixtinischen Kapelle."

Anne-Sophie Mutter
In: Die Zeit, Nr. 47 vom 11. November 2004

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Sind Friedhöfe Orte für Kinder?
Susanne Breit-Kessler, evangelische Regionalbischöfin in München, sieht das so:

Friedhöfe sind Orte, an denen Kinder sich sicher aufhalten können: keine Autos, [sondern] gepflegte Wege und Rasenflächen mit Pflanzen, Vögeln und Schmetterlingen [...].
Manche Trauernde freuen sich, wenn sie ein Kind auf dem Friedhof sehen - ein fröhliches, hoffnungsvolles Sinnbild für neues Leben. Das Lächeln, der Juchzer eines Kindes mag manchen zunächst überraschen, vielleicht sogar für einen Moment stören. Aber letztlich wird so ein Ausdruck von Lebensfreude ein seelsorgliches Mosaiksteinchen im Trauerprozess sein. Eines, das mit dazu beiträgt, dass ein Mensch irgendwann wieder den Weg zurück ins Leben findet. [...]
Und wenn Kinder für sich den Friedhof erobern, dort ihre eigene lebendige Ruhe finden, dann ist daran nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Sie lernen frühzeitig, dass der Tod zum Leben gehört.

Susanne Breit-Kessler
in: http://chrismon.evangelisch.de/blog/im-vertrauen/ein-friedhof-kann-kindern-gut-tun-12783

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Leben mit den Toten - Pfarrer Hinrich Westphal ist beeindruckt, wie das in Mexiko ganz selbstverständlich umgesetzt wird:

"Die bunte und fröhliche Art und Weise, in der die Mexikaner mit ihren Verstorbenen leben, finde ich faszinierend. [...] Vor allem zum Dîa de muertos, [dem brasilianischen Totenfest,] feiert man im ganzen Land den Glauben, dass die Toten zurückkehren und ihre Familie besuchen. Auf den Friedhöfen tobt vielstimmiges, farbiges Leben: Chorgesang aus der nahen Kirche mischt sich mit Drehorgelliedern und Beatmusik. Verkäufer streifen über die Wege, [...] Jugendliche veranstalten Partys, Kinder spielen auf Grabsteinen. Die Angehörigen [...] sitzen auf Klappstühlen neben den Grabsteinen [...]. Die meisten bleiben die ganze Nacht dort sitzen, zwischen üppigen Blumensträußen, in leuchtendem Kerzenschein und dichten Weihrauchschwaden. [...] Sie alle feiern ihre große Fiesta gegen die Vergänglichkeit.

Hinrich C.G. Westphal
Der Friedhof lebt.
In: Andere Zeiten Magazin 3/07

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Heute feiern die orthodoxen Christinnen und Christen das Osterfest.
Alexia Passias, Journalistin in Karlsruhe, erzählt:

Die Osternacht von Samstag auf Sonntag ist der Höhepunkt: Am Abend schreiten die Menschen mit weißen, geschmückten Kerzen in die Kirche. Kurz vor Mitternacht gehen die Lichter in der orthodoxen Kirche aus und der Pfarrer tritt mit dem Osterfeuer hervor. Kommt und nehmt euch das Licht, singt der Kirchenchor. Von Kerze zu Kerze flackert innerhalb weniger Minuten ein Meer von Lichtern auf. Der Pfarrer liest aus dem Evangelium und verkündet Punkt Mitternacht mit lauter Stimme das erlösende "Christos Anesti" ("Christus ist auferstanden"), worauf die Gemeinde jubelnd antwortet "Alithos Anesti" (Er ist wahrhaftig auferstanden). Die Auferstehung Christi wird schließlich mit dem Liebeskuss und einer freudigen Umarmung gefeiert [...] Auf dem Kirchplatz schließt sich dann in vielen griechischen Städten ein großes Feuerwerk an.

Alexia Passias
Chistos Anesti: Ostern bei den Griechisch-Orthodoxen

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