Manuskripte

SWR3 Worte

Was immer an Verwundungen sich in meinem Leben angehäuft hat
Mag noch so Schreckliches passiert sein,
ich will mein Leben
nicht auf diese Verletzung reduzieren.

Ich bin mehr als all das
Und zum befreiten Leben gerufen

Auch wenn ich mich
Körperlich-seelisch behindert fühle
So kann sich auch darin
Meine Lebenskraft zeigen
Die durch die Behinderung hindurch
Noch mehr entfaltet werden will.

Pierre Stutz, verwundet bin ich und aufgehoben, Kösel Verlag München 2003

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12628

Was bereuen wir, wenn unser Leben zu Ende geht? Die Australierin Bronnie Ware hat Sterbende begleitet und aufgeschrieben, was sie am meisten bedauert haben. Die fünf häufigsten Antworten waren:

5. "Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein"
4. "Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten"
3. "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken"
2. "Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet"
Und an erster Stelle:
1. "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben"

Bronnie Ware, The Top Five Regrets of the Dying: A Life Transformed by the Dearly Departing, Kindle Edition, Verlag Hay House, Febr. 2012

http://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article13851257/5-Dinge-die-Sterbende-am-meisten-bedauern.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12627

Einmal stellt der Teufel Jesus auf die Zinne des Tempels und sagt:
Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab.
Spring doch,... dir kann nichts was anhaben - du bist nie müde, nie ausgebrannt, dich haut es nicht um. Burnout ist was für die anderen.

Jesus spürt...: Es ist verlockend, himmlische Kräfte zu beschwören, damit sie unsere geplanten Weitsprünge unterstützen, ...in den Olymp der Super-Hausfrauen, der Topmanager, Spitzenschülerinnen und First-class-Handwerker aufzusteigen. Ohne jedes Anzeichen der Erschöpfung.

Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen, sagt Jesus.
Es macht kaputt, wenn man den Ehrgeiz hat, immer der oder die Beste zu sein....

Wer sich wirklich liebt, freut sich nicht bloß über Extravaganzen,
sondern auch über den gemeinsamen Alltag, am kleinen Blumenstrauß, lächelt gemeinsam über die Schwächen, die man hat - jedenfalls ab und zu.

Susanne Breit- Kessler Regionalbischöfin aus München
http://www.evangelisch.de/themen/religion/wir-sollen-menschen-sein-und-nicht-gott58665

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12626

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.
Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, bloß zu essen, zu trinken und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Voller Bauch und dickes Gehaltskonto beruhigen, aber sie machen nicht auf Dauer glücklich.

Das weiß, wer Angst kennt, wen Einsamkeit auffrisst,
wem grenzenloser Ehrgeiz die Seele raubt....

Wir können gelassen auf den Ehrgeiz verzichten, den tollsten Wein im Keller oder die neuesten Designersachen zu besitzen.
Ehrgeiziges Streben nur nach dem Feinsten bringt nicht die Frucht, die ich mir von meinem Leben wünsche.

Ich zehre lieber von der Gewissheit, dass ich ein himmlisches Recht habe zu sein - und nicht erst mit Feuereifer etwas aus mir machen muss.

Susanne Breit- Kessler Regionalbischöfin aus München
http://www.evangelisch.de/themen/religion/wir-sollen-menschen-sein-und-nicht-gott58665

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12625

Als Angelo Giuseppe Roncalli Papst wurde, jener Papst Johannes XXIII., hat er gesagt:

"Ich bin zwar jetzt unfehlbar, gedenke aber nicht, davon Gebrauch zu machen."

Gut genug! Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz, 2011 Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main, Text vom 13. März 2012

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12624

Es gibt zwei Arten von Namen.
Den Indianernamen und den Taufnamen.
Den Indianernamen bekomme ich, wenn ich mich namhaft gemacht habe. Wenn ich also scharf sehen gelernt habe, nennt man mich Adlerauge. Wenn ich schnell laufen gelernt habe, nennt man mich Springender Hirsch.

Der Indianername ist ein schöner Name, weil er die Stärken des Menschen ehrt. Aber wehe, wenn es nur ihn gibt! ...Wehe, wenn man nur angesehen wird, wenn man sich selber ansehnlich gemacht hat!

In einer solchen Gesellschaft könnte man nicht Kind sein, nicht alter Mensch, nicht Kranker, nicht Behinderter und nicht Sterbender.

Das Schönste, was uns das Christentum lehrt, ist die Überzeugung, dass wir nicht sind, weil wir uns verdient gemacht haben.

Wir sind, weil wir schon vor aller eignen Liebenswürdigkeit geliebt sind.

Unser Name ist schon in die Hand Gottes geschrieben, ehe wir uns namhaft gemacht haben.

Fulbert Steffensky, evangelischer Theologe
Gut genug! Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz, 2011 Hansisches Druck- und Verlagshaus GmbH, Frankfurt am Main, Text vom 7. April 2012

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12623

Einen Tag vor seinem achtzehnten Geburtstag erklärt der Sohn seinem  orthodoxen Vater, er habe sich entschlossen, zum Christentum überzutreten.
Der Vater redet auf ihn ein, er könne doch den Glauben der Väter nicht verraten, an dem sie zweitausend Jahre in allen Schrecken und Verhängnissen festgehalten hätten...
Darauf der Sohn: 'Du wirst mich nicht davon abbringen. Ab morgen bin ich mündig, und ich bin fest entschlossen, zum Christentum überzutreten.'
Spricht's und lässt den Vater allein.
Der hadert mit Gott, und Gott erscheint ihm ....und fragt:
'Was ist, Abraham?'
Darauf erzählt ihm der Vater..., dass sein Sohn unbedingt Christ werden wolle.
Gott beschwichtigt ihn und sagt: ‚Sei ruhig, Abraham, das ist mir auch passiert.
'Was?', sagt der Vater. ‚Das ist dir auch passiert? Und was hast du denn dann gemacht?'
Darauf Gott: 'Was werd ich gemacht haben? Ein neues Testament!'

http://www.evangelisch.de/themen/religion/im-witz-vereint-hat-gott-eigentlich-humor58050

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12622