Manuskripte

SWR3 Worte

Heute sind wir wie Träumende.

Aber eines Tages wird es kommen:
Nicht mehr träumen. Nicht mehr wünschen - alles in Gottes Hand. [...]

Einmal wird es sein:
So hoffen viele. So glauben viele:
Nach dem Tod wird es sein.
Da sind wir ganz bei Gott - im Himmel. [...]

Frei sein. Schweben...

Alle Tränen sind dann abgewischt,
Tod, Krieg, Leiden, Schreien und Weinen sind nicht mehr da.

Eine neue Erde ist da. Ein neuer Himmel.
Ein neues Haus für immer...

Dietrich Steinwede, Religionspädagoge
in Anlehnung an das Neue Testament, Offenbarung des Johannes, Kap 21,1-5)
In: Himmel - Reich Gottes. (Verlag Ernst-Kaufmann und Patmos-Verlag) Düsseldorf

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12435

Kalte Nächte und kein warmes Nachtlager!
Bertold Brecht, der heute 114 Jahre alt würde, erzählt:

"Ich höre, dass in New York an der Ecke der 26. Straße des Broadway während der Wintermonate jeden Abend ein Mann steht und den Obdachlosen, die sich ansammeln durch Bitten an die Vorübergehenden ein Nachtlager verschafft.
Die Welt wird dadurch nicht anders.
Die Beziehungen zwischen den Menschen bessern sich nicht.
Das Zeitalter der Ausbeutung wird dadurch nicht verkürzt.
Aber einige Männer haben ein Nachtlager, der Wind wird von ihnen eine Nacht lang abgehalten und der ihnen zugedachte Schnee fällt auf die Straße."

Bertolt Brecht
Die Nachtlager
In: Ders.: Gesammelte Werke, Bd. 8: Gedichte 1,.Suhrkamp Verlag, Frankfurt a .M.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12434

Christoph Butterwegge, Politikwissenschaftler, kritisiert rückläufige Sozialleistungen in Deutschland:

"Der deutsche Sozialstaat wird zu einem Fürsorge-, Almosen- und Suppenküchenstaat gemacht, der nicht mehr den Lebensstandard seiner Klientel erhält, sondern ihr nur noch eine Basisversorgung angedeihen lässt. [...] Der postmoderne Fürsorgestaat stellt [...] nur noch Minimalleistungen bereit, die Menschen vor dem Verhungern und Erfrieren bewahren, und sie in die Privatwohltätigkeit überantworten. Folgerichtig haben karitatives Engagement, ehrenamtliche Tätigkeiten im Sozial- und Gesundheitsbereich, persönliche Spendenfreudigkeit und die Gründung gemeinnütziger Stiftungen [...] Hochkonjunktur."

Christoph Butterwege
In: Krise und Zukunft des Sozialstaates, VS Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12433

Die Schülerin Julia hat eine Kirche in Pforzheim besucht, die zur Zeit als Vesperkirche geöffnet hat. Sie meint:

"Dass das Essen für die Ärmeren nur 1 Euro und für die besser Verdienenden 5 Euro kostet, finde ich gut. Dass Kinder für die Hausaufgaben eine Betreuung und danach die Möglichkeit zu basteln und malen haben, gefiel mir ebenfalls gut. Und dass sogar einige Erwachsene dem Basteln und Malen mit Freude nachgingen, fand ich auch gut.
550 Leute am Tag sind eine Menge Menschen."

Julia
In: http://www.pforzheimervesperkirche.de/erfahrungsberichte0.0.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12432

Über 25 Kirchen in Baden-Württemberg verwandeln sich in diesem Winter in sogenannte "Vesperkirchen". In freundlicher Atmosphäre ein bezahlbares, warmes Essen bekommen - dafür kommen viele Menschen in eine Vesperkirche. Landesbischof Frank Otfried July hierzu:

"Es ist gut, dass Kirchengemeinden mit ihren Vesperkirchen solche Orte der Begegnung schaffen. Sie setzen damit ein Signal in ihrer Stadt, Menschen mit wenig Geld in den Blick zu nehmen und sich bewusst zu machen, dass immer mehr Menschen am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen können, weil ihnen das Geld dazu fehlt.
Vesperkirchen setzen damit auch ein politisches Zeichen: [... es gilt], für die Armen Partei zu ergreifen und für politische Reformen einzutreten"

Otfried July und Hans-Dieter Kaufmann
In: http://www.elk-wue.de/arbeitsfelder/diakonie-und-soziales/mittagstische-tafeln-und-vesperkirchen/vesperkirchen/

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12431

Der Fernsehmoderator Thomas Gottschalk über seinen Glauben:

"Ich bin mit dem Glauben aufgewachsen und habe bisher keinen Grund gehabt, ihn aufzugeben. Ich bin sogar davon überzeugt, dass ein gläubiger Mensch und ein fröhlicher Mensch nicht nur deckungsgleich sein können, sondern sogar deckungsgleich sein sollten. Evangelium heißt ja frohe Botschaft - das nehme ich ernst."

Thomas Gottschalk
Der Spiegel, 47/2011

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12430

Wie wäre es, heute ganz spontan ein paar Gäste zum Essen einzuladen? Sie meinen, der fast leere Kühlschrank lässt das nicht zu?
Frère Roger, Gründer der Kommunität Taizé, meint:

„Wer seinen Besitz teilt, kann nicht umhin, den eigenen Lebensstil zu vereinfachen und seine Wohnung zu öffnen. Es braucht nur ganz wenig, um gastfreundlich zu sein. Zuviel Besitz hemmt die Gemeinschaft eher, als sie zu vergrößern. Bei Tisch entfaltet sich der Geist des Festes in der Einfachheit.
Vereinfachen, um intensiv zu leben - darin findest Du den Geschmack am Leben."

Frère Roger
Alles vom anderen verstehen. Herder Verlag

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12429