Manuskripte

SWR3 Worte

Mittendrin im Nachthimmel einen Stern beim Namen nennen.
Mittendrin im Schneegestöber die Zunge rausstrecken und die kleinen weißen Flocken darauf zergehen lassen.Mittendrin im Alltag wissen, dass das Leben Ewigkeit atmet.Das Glück ist mittendrin.

Sr. Gisela Ibele

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Jedenfalls kein Gutmenschentum, sondern eine knallharte Pflicht. Wie schwer sie fällt, kann man in der Bibelgeschichte vom Samariter nachlesen. Heute ist an die Stelle der Ethik die Marktideologie des Geldes getreten. Schon Schulkinder werden zu extremer Leistung getrieben, anstatt eine ethische Bildung zu erfahren. Und mit Hartz IV haben wir den Menschen zum Kostenfaktor erklärt.

Der Politiker Heiner Geißler auf die Frage, was eigentlich Nächstenliebe sei; in: DIE ZEIT

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Was ist Gerechtigkeit? ... „Gerechtigkeit" ist die Idee, dass Menschen sich gegenseitig etwas schulden und deshalb auch den Mächtigen nicht alles erlaubt ist.

Thomas Assheuer, in: DIE ZEIT

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Der heilige Thomas Morus, ein Staatsmann des 16. Jahrhunderts, betete einmal:
Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lasse nicht zu, dass ich mir allzu viele Sorgen mache um dieses sich breitmachende Etwas, das sich Ich nennt. Schenke mir Sinn für Humor. Gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.

Aus: Beten durch die Schallmauer.

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Wir haben uns weit voneinander entfernt und dabei manchmal vergessen, dass wir miteinander verbundene, voneinander abhängige und aneinander wachsende Einzelwesen sind. Jetzt finden wir allmählich unsere gemeinsamen Wurzeln wieder und beginnen ganz langsam zu verstehen, dass wir alle mit den gleichen Bedürfnissen, Hoffnungen und Ängsten unterwegs sind, alle Menschen, überall auf der Welt....
Vielleicht dauert es tatsächlich gar nicht mehr so lange, bis sich kaum noch jemand daran erinnern kann, dass es einmal eine Zeit gab, in der die Menschen, wenn sie „wir" sagten, nicht alle Menschen meinten, die unseren Planeten bevölkern.

Gerald Hüther, Was wir sind und was wir sein könnten.

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Bei der Versicherungsgesellschaft habe ich mich besonders

für die Versicherung von Händen interessiert. Was ist der Wert -

von Künstlerhänden

von Ärzte- und Pflegerinnenhänden?

von Athletenhänden?

von Schriftstellerhänden?

Was ist der Wert-

ja, das möchte ich wissen-

von Händen, die Almosen heischen,

und von solchen, die sie geben,

von Händen, die beten,

von Händen, die dich, Herr, emporheben?

Dom Helder Camara, aus: Beten durch die Schallmauer.

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12260

[Und] jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Herrmann Hesse, Stufen

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