Manuskripte

SWR3 Worte

Wir sind geboren um den Glanz Gottes zu offenbaren, der in uns ist. Gottes Glanz ist nicht nur in wenigen von uns, Gottes Glanz ist in jedem Menschen. Wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir anderen ebenfalls die Erlaubnis, ihr Licht scheinen zu lassen. Wenn wir uns von unserer Angst befreien, befreien wir mit unserer Gegenwart auch andere. 

Gottes Glanz von Marianne Williamson

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12139

Obwohl Honigessen etwas sehr Gutes ist, was man tun kann, gibt es doch einen Augenblick, kurz bevor man anfängt den Honig zu essen, der noch besser ist als das Essen.

 Vorfreude aus Pu der Bär

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12138

Der einzige Überlebende eines Schiffsunglücks wird an den Strand einer einsamen und unbewohnten Insel gespült. Tag für Tag hält er Ausschau nach Rettung - vergeblich. Schließlich baut er für sich und seine wenigen Habseligkeiten eine kleine Hütte aus Holz. Eines Tages aber geht seine Hütte in Flammen auf. Nun hat er alles verloren, er schreit und klagt vor Ärger und Verzweiflung. Am nächsten Morgen hört er ein Motorboot. Er springt auf, und tatsächlich, man will ihn retten. „Woher wusstet ihr, dass ich hier bin?", fragt er glückstaumelnd seine Retter. „Wir haben Ihr Rauchsignal gesehen." 

Alles verloren? Von Imre Kertész

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12137

Es interessiert mich nicht, womit Du Dein Geld verdienst. Ich möchte wissen, wonach Du innerlich rufst und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht des Herzens zu begegnen.
Es interessiert mich nicht wie alt Du bist, ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen... Ich will wissen ob Du mit dem Schmerz dasitzen kannst ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern... Ich will wissen ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein. Ich will wissen, ob Du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.
Es interessiert mich nicht, wo Du lebst. Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung und tust, was getan werden muss.
Es interessiert mich nicht, wo oder was Du mit wem gelernt hast. Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt. 

Die Einladung von Oriah Mountain Dreamer

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12136

Am Hofe gab es starke Leute und gescheite Leute, der König war ein König, die Mädchen waren schön und die Männer mutig, der Pfarrer fromm und die Küchenmagd fleissig - nur Columbin, Columbin war nichts. Wenn jemand sagte: „Komm Columbin, kämpf mit mir", sagte Columbin: „Ich bin schwächer als Du. Wenn jemand sagte: Wie viel gibt zwei mal sieben?", sagte Columbin: "Ich bin dümmer als Du." Wenn jemand sagte: „Getraust Du Dich über den Bach zu springen?, sagte Columbin: „Nein, ich getraue mich nicht." Und wenn der König fragte: „Columbin, was willst Du werden?", antwortete Columbin: „Ich will nichts werden, ich bin schon etwas, ich bin Coulumbin." 

Columbin von Peter Bichsel

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12135

Stell Dir vor, jeden Morgen stellt Dir eine Bank 86.400 Euro auf Deinem Konto zur Verfügung. Du kannst den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings kannst Du nichts sparen, was Du nicht ausgegeben hast, verfällt. Aber jeden Morgen, wenn Du erwachst, eröffnet Dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400 Euro für den kommenden Tag.
Ausserdem kann Dir die Bank das Konto jederzeit ohne Vorwarnung schließen. Sie kann sagen: das Spiel ist aus. Was würdest Du tun?
Dieses Spiel ist Realität.: Jeder von uns hat so eine magische Bank: die Zeit. Jeden Morgen bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Aber jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen.
Was also machst Du mit Deinen täglichen 86.400 Sekunden? 

Das Tagesgeschenk von Marc Levy

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12134

Gast sein einmal.
Nicht immer selbst seine Wünsche bewirten mit kärglicher Kost.
Nicht immer feindlich nach allem fassen.
Einmal sich alles geschehen lassen und wissen:
was geschieht ist gut. 

Rast von Rainer Maria Rilke

https://www.kirche-im-swr.de/?m=12133