Manuskripte

SWR3 Worte

Dag Hammerskjöld war Generalsekretär der Vereinten Nationen und Friedensnobel-preisträger. Er starb heute vor 50 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. In seinem Tagebuch steht der Satz:

„Das größte menschliche Gebet bittet nicht um den Sieg, sondern um Frieden."

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Wie man mit der Wahrheit in Krisensituationen umgeht, dazu Norbert Pfeiffer, Chef der Uniklinik Mainz:

„Ich bin auch beeinflusst von meinem evangelischen Wahrheitsverständnis. Ich finde es nicht richtig zu lügen. Deine Antworten seien ja, ja und nein, nein. Und nicht irgendwie dazwischen. Dabei würde ich mich nicht wohlfühlen. Die Wahrheit hat auch etwas Befreiendes. Ich denke, die Wahrheit zu sagen, hat viele Vorteile. Es gibt nur ein Problem: Man muss dafür relativ mutig sein."

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Zum Auf und Ab der Börsen in diesem Sommer sagte Wertpapieranalyst Robert Halver:

„Wir haben das Ende der Fahnenstange erreicht, es gibt keinen Retter mehr, denn nach den Staaten und den Notenbanken kommt nur noch der liebe Gott."

(Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 183, 10. August 2011, S. 3.)

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Das Magazin chrismon beschreibt eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft. In Bremen teilen sich die deutsche Kammerphilharmonie und eine Gesamtschule ein Gebäude. Ein Beobachter erzählt von den Proben:

„Immer wieder mischen sich schiefe Töne in den Klangteppich. Rückkopplungen vielleicht. Nur wenige Schritte entfernt sitzen ein paar Fünftklässler und schauen gebannt, wie da einer mit seinem Instrument kämpft. Wieder schiefe Töne. Und dann rutscht dem Musikus ein Kraftausdruck heraus. Wieder schiefe Töne. Es sind vielleicht die wichtigsten Töne an diesem Morgen. Von einem Profimusiker der Kammerphilharmonie. Schiefe Töne. Vielleicht ermutigen sie ein paar Fünftklässler zu selbstständigen Tonbewegungen. Auch mal zu scheitern - dann weiterzumachen. Vielleicht lernt man so die Melodie des Lebens."

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Gesetzt den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt -
„Gesetzt den Fall" heißt „Nehmen wir mal an" -
gesetzt den Fall, es hat den Kopf gesenkt
und ist euch böse - ja, was dann? 

Dann solltet ihr dem Schaf was Liebes sagen,
ihr könnt ihm dabei auch den Rücken streicheln,
ihr dürft nicht „Na? Warum so sauer?" fragen,
ihr müsst dem Schaf mit Freundlichkeiten schmeicheln. 

Sagt mir jetzt nicht: „Ich wohn´ doch in der Stadt,
wo soll ich da um Himmels Willen Schafe kränken?"
Ich gebe zu, dass das was für sich hat,
doch bitte ich euch trotzdem zu bedenken: 

Ein gutes Wort ist nie verschenkt,
nicht nur bei Schafen, sondern überall.
Auch trefft ihr Schafe öfter, als ihr denkt.
Nicht nur auf Wiesen. Und nicht nur im Stall. 

Ein Gedicht von Robert Gernhardt

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„Wir stehen vor der grundsätzlichen Frage, ob wir bereit sind, einen gewissen „Stillstand" zu akzeptieren, eine Phase des Nachdenkens, auch des Verzichts. Aber Verzicht ist unchic. Atomkraft wollen wir nicht, das ist uns zu heikel. Verschandelung durch Windkrafträder wollen wir nicht, aber verzichten wollen wir auch nicht. Das werden wir vielleicht jetzt lernen."

Heinrich Steinfest, Schriftsteller und Künstler

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Am 11.September 2011 ist die Friedensvision des biblischen Propheten Jesaja aktueller denn je. Er schreibt um 800 vor Christus:

1Doch wie aus einem Baumstumpf, wächst aus unserem Volk neues Leben hervor, ein junger Trieb aus unseren Wurzeln bringt Frucht. 2 Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf diesem Leben: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke. 3 Der Retter richtet nicht nach dem Augenschein und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er, 4 sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist.6 Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. 8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. 9 Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist."

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