Manuskripte

SWR3 Worte

Aber ja, auch ich
reibe mich
an so manchem
in der Kirche,
woran, das will ich hier
nicht weiter vertiefen.

Doch andererseits
lehrt bereits die Physik,
dass Reibung gewöhnlich
Wärme erzeugt.

Man könnte an
Nestwärme denken,
etwas wie Zugehörigkeit
sozusagen.

Denn woran man
sich reibt - nun,
das lässt einen nicht
kalt.

Lothar Zenetti: Reibung - jedenfalls auch eine Perspektive für alle, die sich gestört fühlen von Glauben und Kirche

(in: Lothar Zenetti, Auf Seiner Spur. Texte gläubiger Zuversicht, Grünewald Ostfildern 2011, S.  114)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11293

Im Augenblick stellt Vieles unseren Glauben auf die Probe. Wir sehen nicht, wie die Zukunft sein wird. Wir sehen nicht, dass das, was jetzt erfolgreich erscheint und sich aufbläht, nicht lange währt. (Koalitionen, Parteien, Bündnisse, Berufe ... und Institutionen ... entstehen und vergehen. Sie alle haben ihre Zeit...)
Heute sehen wir, dass Philosophien, Sekten und Clans aufblühen und sich verbreiten. Die Kirche macht einen armseligen und ohnmächtigen Eindruck... Bitten wir Gott, dass er uns belehrt. Es tut uns Not, von ihm belehrt zu werden, denn wir sind gar blind. Als Christi Worte die Apostel einmal auf die Probe stellten, baten sie ihn: „Stärke unseren Glauben".

John Henry Newman, englischer Kardinal vor über hundertzwanzig Jahren - über Zweifel an der Kirche und am Glauben

(in: Sel. John Henry Newman (1801-1890),  Sermons on Subjects of the Day, n°6, « Faith and Experience », 2.4 - Rivingtons - London 1869 S. 71)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11292

Man sucht sich das Land seiner Geburt nicht aus,
und liebt doch das Land,
wo man geboren wurde.

Man sucht sich die Zeit nicht aus,
in der man die Welt betritt,
aber muss Spuren
in seiner Zeit hinterlassen.

Seiner Verantwortung kann sich niemand entziehen.

Niemand kann seine Augen verschließen,
nicht seine Ohren,
stumm werden
und sich die Hände abschneiden.

Es ist Pflicht von allen zu lieben,
ein Leben zu leben,
ein Ziel zu erreichen.

Wir suchen den Zeitpunkt nicht aus,
zu dem wir die Welt betreten,
aber gestalten können wir diese Welt,
worin das Samenkorn wächst,
das wir in uns tragen.

Gioconda Belli, Nicaragua: Niemand sucht sich das aus - jede und jeder hat Verantwortung

(in: Gioconda Belli, Nicaragua - in: missio. Liturgische Hilfen zum Sonntag der Weltmission 2010 - Seite 26)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11291

Einmal wird uns gewiß
die Rechnung präsentiert
für den Sonnenschein
und das Rauschen der Blätter,
die sanften Maiglöckchen
und die dunklen Tannen,
für den Schnee und den Wind,
den Vogelflug und das Gras
und die Schmetterlinge,
für die Luft, die wir
geatmet haben, und den
Blick auf die Sterne
und für all die Tage,
die Abende und die Nächte.

Einmal wird es Zeit,
dass wir aufbrechen und
bezahlen;
bitte die Rechnung.

Doch wir haben sie
ohne den Wirt gemacht:
Ich habe euch eingeladen,
sagt der und lacht,
soweit die Erde reicht:
Es war mir ein Vergnügen!

Lothar Zenetti, Die Rechnung ohne den Wirt gemacht - eine schöne Überraschung gegen Ende der Ferienzeit

(in: Leben liegt in der Luft. Worte der Hoffnung, Grünewald Ostfildern 2007)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11290

Liebe ist die stärkste Kraft,
die der Welt zu eigen ist,
und doch die bescheidenste,
die man sich vorstellen kann.

Mahatma Gandhi - Indian Love

Liebe - die stärkste Kraft der Welt
und doch die bescheidenste,
die man sich vorstellen kann.

(in: Indian Love - missio-Jugendaktion 2010/11 - S. 05)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11289

Es steht geschrieben dass maria sagte
denn (GOtt) hat große dinge an mir getan der da mächtig ist
und dessen namen heilig ist
und seine barmherzigkeit währt von geschlecht zu geschlecht

Heute sagen wir das so
die große veränderung die an uns und durch uns geschieht
wird mit allen geschehen - oder sie bleibt aus
barmherzigkeit wird geübt werden wenn die abhängigen
das vertane leben aufgeben können
und lernen selber zu leben.

Dorothee Sölle, die evangelische Theologin,
übersetzt das Lied in der Bibel, mit dem Maria Gott lobt.
Maria Himmelfahrt heute ist das Fest der Himmelfahrt, der Veränderung, die allen Menschen bevorsteht...

(in: Dorothee Sölle, Die revolutionäre Geduld, Berlin 1974)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11288

Eine kanaanitische Frau ... (eine Fremde also), kam zu Jesus und rief: »Herr, ... hab Erbarmen mit mir! Meine Tochter wird von einem bösen Geist sehr geplagt.« Aber Jesus gab ihr keine Antwort.
Schließlich drängten ihn die Jünger: »Sieh zu, dass du sie los wirst; sie schreit ja hinter uns her!« Aber Jesus sagte: »Ich bin nur zu (meinem) Volk Israel gesandt...«
Da warf die Frau sich vor Jesus nieder... : »Hilf mir doch, Herr!« Er antwortete: »Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.«
»Gewiss, Herr«, sagte sie; »aber die Hunde bekommen doch wenigstens die Brocken, die vom Tisch ... herunterfallen.« Da sagte Jesus zu ihr: »Du hast ein großes Vertrauen, Frau! Was du willst, soll geschehen.« Im selben Augenblick wurde ihre Tochter gesund. Jesus lernt, die nationalen Grenzen zu überschreiten - nachzulesen im Matthäusevangelium

(in: Mattäus 15,21-28 )

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11287