Manuskripte

SWR3 Worte

Der Chefredakteur der „Bild"-Zeitung, Kai Diekmann,
über Kirche und Glauben:

 „Die Menschen suchen in den Kirchen nicht den Lärm des Politischen.
Den finden sie schon in „Bild" - und nicht zu knapp.
In der Kirche suchen sie Trost, Vergebung, Gnade, Hoffnung -
all das, was Glaube bedeutet:
wie man ein gottgefälliges Leben führt;
dass unser Leben zumindest vor Gott einen Sinn hat;
und das der Tod nicht das Ende ist.
Die Kirche muss Orientierung geben,
aber nicht in jeder Allerweltsfrage des Augenblicks.
Die Menschen wissen meist schon selbst, was sich frommt und was nicht,
sofern sie das Wort Gottes kennen.
Genau darauf sollte sich die Kirche besinnen."

Kai Diekmann, „Problem Diesseitigkeit";
in: David Hober [u.a.Hgg.], Ungehaltene Worte zum Sonntag, S.30,
Echter-Verlag-GmbH 2004.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11237

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt über Religion und Gesellschaft:

 „Im Gespräch mit Freunden in China, Korea und Japan
habe ich manches über andere Religionen und fremde Philosophien gelernt.
Diese Bereicherung hat meine Distanz vergrößert;
sie hat zugleich meine religiöse Toleranz entscheidend gestärkt.
Gleichwohl nenne ich mich einen Christen und bleibe in der Kirche:
weil sie Gegengewichte setzt gegen moralischen Verfall
in unserer Gesellschaft - und weil sie Halt bietet.
Wir Deutschen können nicht in Frieden leben ohne
die auf dem Boden des Christentums entwickelten Pflichten und Tugenden."

Helmut Schmidt, „Religion in der Verantwortung", S.21,
Ullstein-Buchverlage-GmbH, Berlin 2011.

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11236

Der Sänger Cat Stevens beziehungsweise Yusuf Islam
über Islam und Christentum:

 „Im Westen begreift man Allah nicht als denselben Gott.
Aber das ist nur ein Sprachproblem, das es zu überwinden gilt.
Fortschritt im Sinne eines inneren Friedens kann nur erzielt werden,
wenn Sie bereit sind, sich auf eine Reise zu begeben,
wenn Sie dazu bereit sind, gewohnte Wegrouten zu verändern.
Schon zu Beginn meiner Karriere habe ich versucht,
mir die Naivität des Kindes zu bewahren,
die kindliche Sicht auf die Welt."

Cat Stevens / Yusuf Islam im Gespräch mit Max Dax,
„Ich will die alten Songs spielen";
in: „Welt am Sonntag" Nr. 17, 24.04.11, S. 54.

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11235

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler über die Chance des Glaubens:

 „Das wichtigste im Glauben ist Gottvertrauen.
Und ein Stück Demut. Die tiefe Überzeugung,
dass es etwas Höheres gibt als uns, schützt uns davor, abzuheben.
Deswegen ist mir der Gottesbezug
in der Präambel des Grundgesetzes auch wichtig.
Diese Verfassung schützt die Minderheit vor der Mehrheit -
und ihr Gottesbezug schützt den Menschen vor sich selbst."

Philipp Rösler im Gespräch mit Thorsten Jungholt und Claus Malzahn,
„Glaube schützt vor Größenwahn";
in: „Welt am Sonntag" Nr. 17, 24.04.11, S. 4.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11234

Der Schaupieler und Sänger David Hasselhoff
über Gott und die Helden des Lebens:

 „Ein wahrer Held ist ein Mensch, dessen Herz groß ist:
ein Mensch, der Gott für jeden neuen Tag und für seine Talente dankt.
Ein wahrer Held stellt die Gefühle der anderen vor seine eigenen.
Ein wahrer Mensch behandelt Menschen mit Respekt.
Und das schöne ist: Ein wahrer Held darf schwach sein.
Denn dann kommen auf einmal alle Menschen,
denen man früher Freude bereitet hat, zu einem zurück.
Und sie nehmen dich auf ihre Arme und tragen dich."

David Hasselhoff im Gespräch mit Michael Defrancesco,
„David Hasselhoff und die Helden";
in: Journal der Rhein-Hunsrück-Zeitung Nr. 90 vom 16.04.11, S.3.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11233

In Bhutan, einem der ärmsten Länder der Welt,
misst der Wissenschaftler Dasho Karma Ura regelmäßig den Glücksindex:

 „Auf den ersten Blick erscheint Deutschland als das große, reiche Vorbild.
Die Menschen haben alles, was ihrer Meinung nach Wohlstand ausmacht.
In Bhutan sind die Verhältnisse einfacher.
Die Menschen leben in selbstgebauten Holzhäusern;
sie ernähren sich von Wurzeln und Pilzen aus dem Wald.
Industrie und größere Städte gibt es kaum, dafür aber eine intakte Natur.
Das mag für einen Menschen, der in einer westlichen Industrienatur lebt,
nicht besonders luxuriös klingen.
Ich meine aber trotzdem,
dass die Menschen in meinem Land glücklicher sind,
weil sie nicht abhängig sind
vom globalen Markt und vom Geld."

Dasho Karma Ura im Gespräch mit Daniela Ramsauer,
„Nur das Glück zählt";
in: „Welternährung" 1/2011, 04.03.11, S.10,
herausgegeben von der Deutschen Welthungerhilfe e.V., Bonn.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11232

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler über Bibel und Politik:

 In der Bibel finden Sie viele Hinweise,
zum Beispiel zum Thema Solidarität.
Nicht nur das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.
Alles, was menschlich ist, wird in der Bibel reflektiert.
Und deshalb ist die Bibel für mich persönlich
auch in der Politik eine wichtige Wertebasis.
Ich habe mitunter andere Auffassungen als die kirchliche Spitze,
aber die Basis ist großartig."

Philipp Rösler im Gespräch mit Thorsten Jungholt und Claus Malzahn,
„Glaube schützt vor Größenwahn";
in: „Welt am Sonntag" Nr. 17, 24.04.11, S. 4

https://www.kirche-im-swr.de/?m=11231