Manuskripte

SWR3 Worte

Selig sind, die da Leid tragen, sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen, sie werden das Land erben.
Selig sind, die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen, sie werden Barmherzigkeit  erlangen. 

Aus dem Matthäusevangelium

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Die Vergangenheit existiert nicht. Die Zukunft hat noch nicht begonnen. Die Gegenwart ist ein winzig kleiner Punkt in der Zeit, in dem die bereits nicht mehr existierende Vergangenheit mit der unmittelbar bevorstehenden Zukunft zusammentrifft. An diesem - zeitlosen Punkt findet das eigentliche Leben des Menschen statt.

 Aus: „Tolstois Kalender der Weisheit"

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Einzeln ist der Mensch ein schwaches Wesen, aber stark in Verbindung mit andern. Einsam müht er sich oft umsonst. Ein Blick des Freundes in sein Herz, ein Wort seines Rates, seines Trostes weitet und hebt ihm den niedrigen Himmel, rückt ihm die Decke des Trauerns hinweg.

 Johann Gottfried Herder

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Wahre Nächstenliebe ist mehr als die Fähigkeit zum Mitleid. Sie ist die Fähigkeit zur Zuneigung. Zuneigung ist das Gefühl der Gemeinschaft mit einem Menschen in Not, mit seinem Schmerz, seinem Leid, seinen Lasten. 

Martin Luther King

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Wann immer Rabbi Moschölöb einen leiden sah, an der Seele oder am Leibe, nahm er daran mit solcher Inständigkeit teil, dass das Leiden zu seinem eigenen wurde. Als ihm jemand einmal seine Verwunderung darüber aussprach, dass er immer so mitleiden könne, sagte er:  Wie denn mitleiden? Das ist doch mein eigenes Leid. Wie kann ich denn anders als es leiden? 

Martin Buber

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Wer die Dinge laufen lässt, dem laufen die Dinge am Ende wirklich aus dem Ruder.
Sünde nennt beim Namen. Fast täglich lesen und hören wir, dass niemand die Verantwortung übernimmt bei tragischen Unglücksfällen und großen Krisen. Verantwortung beginnt aber dort, wo wir mit unserem Namen einstehen. Wer als Sünder oder Sünderin Verantwortung übernimmt, der muss sich nicht vor Scham verstecken. 

Michael Felder, Erdbeeren im Januar, in: „Bibel heute" Heft 1 (2011), Verlag Kath. Bibelwerk, Stuttgart, S. 6

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Geld verdirbt den Charakter eben nicht - aber es verändert ihn nachhaltig. Die Konsumgesellschaft setzt Umstrukturierungen  in der Psyche in Gang, denen man nicht mit moralischen Anforderungen entgegentreten kann. Die Konzentration aufs Geld lässt wichtige soziale Fähigkeiten verkümmern. 

Wolfgang Schmidbauer, in: T. Prüfer, Unser Lebensgefühl ist Unsicherheit, in: ZEIT Magazin Nr. 9 (2011), S. 26

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