Manuskripte

SWR3 Worte

"Vergiss das Träumen nicht,
von einer Welt ohne Krieg und Streit,
von einer Welt, in der Du frei atmen kannst,
von einer Welt, in der Leben immer stärker ist.

Vergiss das Träumen nicht von Menschen,
die noch Menschen sind,
von Menschen, die Liebe, Wärme, Nähe geben,
von Menschen, die vertrauen können.

Vergiss das Träumen nicht
von Hoffnung auf ein besseres Leben,
von Liebe, die DU meint und nicht nur ICH,
vom Glauben an ein Leben jetzt und nach dem Leben."

Hans und Marie-Therese Kuhn-Schädler
Vergiss das Träumen nicht
In: Kursbuch Religion 2000, Kl. 9/10, hrsg. von Gerhard Kraft u.a., Stuttgart (Calwer Verlag) 1999

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Nelson Mandela, der sein Leben lang gegen das rassistische System der Apartheid kämpfte, saß 28 Jahre lang im Gefängnis. Heute vor genau 21 Jahren wurde er freigelassen.
In seiner Autobiographie schreibt er:

„Ich bin nicht mit dem Hunger nach Freiheit geboren worden. [...]
Erst als ich zu begreifen begann, daß meine jugendliche Freiheit eine Illusion war, und ich entdeckte, daß meine Freiheit mir längst genommen war, begann ich nach ihr zu hungern. [...]
Während der langen, einsamen Jahre in Haft wurde aus meinem Hunger nach Freiheit für mein eigenes Volk der Hunger nach Freiheit aller Völker, ob weiß oder schwarz. Ich wußte so gut, wie ich nur irgendetwas wußte, dass der Unterdrücker genauso befreit werden musste wie der Unterdrückte. Ein Mensch, der einem anderen die Freiheit raubt, ist ein Gefangener des Hasses, er ist eingesperrt hinter den Gittern von Vorurteil und Engstirnigkeit."

Nelson Mandela
Der lange Weg zur Freiheit. Autobiographie. Deutsch von Günter Panske. Frankfurt a.M. (S. Fischer Verlag GmbH) 1994

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Wie kann ich andere trösten?Auf diese Frage antwortet die Schweizer Psychoanalytikerin Verena Kast:

Wenn mir ein Mensch, der seinen Partner verloren hat, erzählt, wo er mit ihm zum letzten Mal war, frage ich nach: "Erzähl doch mal! Wie war denn das, als ihr dort gewesen seid?" Und dann höre ich zu!

Denn in Verlustsituationen und Trauerprozessen hilft es am meisten, wenn man einen Menschen hat, der einen in den Arm nimmt und zuhören kann. Dem man sagen kann, wie verlassen man sich fühlt, welche ungeheure Angst oder wahnsinnige Wut man hat.

Sich Zeit nehmen, das ist die Aufgabe der Tröstenden!

Verena Kast
"Wenn das Essen warm ist und gut richt."
In: Zeitschrift: Brigitte woman. Das Magazin für Frauen über 40. SH 1/2011

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An der Universität Tübingen wird in diesem Jahr ein Zentrum für Islamische Studien eröffnet. Islamische Religionslehrerinnen und -lehrer und Imame werden hier ausgebildet. Hierzu Christoph Schwöbel, Universitätsprofessor für Evangelische Theologie:

" Es ist für das Gespräch zwischen Christentum und Islam von herausragender Bedeutung, dass es dabei nicht um Fragen globaler Machtpolitik [...], sondern um die gelebte Religion, die Frage nach Gott, geht. Die Integration der islamischen Theologie in den öffentlichen Diskurs der Universität, die die Grundlage für die Integration islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen sein soll, hat darum auch für Fragen der gesellschaftlichen Integration herausragende Bedeutung."

Christoph Schwöbel
Islamwissenschaften ab 2011 in Tübingen
In: Kirche in der Stadt. Zeitung für die Evangelische Kirche in Tübingen, hrsg. von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Tübingen

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Valerie, Kira, Mareike, Arlane und Mären haben einen Tag lang in der Pforzheimer Vesperkirche geholfen und berichten von ihren Erfahrungen:

"Die komplette Kirche war gefüllt mit Leuten. Man hat all den Leuten angesehen, wie glücklich sie darüber waren, eine warme Mahlzeit zu bekommen und sich mit anderen Leuten zu unterhalten.

Wir sind auch so ins Gespräch mit den Leuten gekommen. Es gibt ja sehr viele Vorurteile gegenüber Obdachlosen und armen Leuten, doch als wir dann mit ihnen geredet hatten, hatte sich herausgestellt, dass die ganzen Leute alle sehr freundlich sind.

Wir waren sehr erstaunt darüber, wie viele Kinder in die Vesperkirche kamen und gleichzeitig waren wir froh, dass es uns so gut geht und dass wir nicht auf der Straße leben müssen.

Wir finden, dass die Vesperkirche eine sehr gute Sache ist und hoffen, dass es noch viele Spenden gibt, damit die Leute wieder kommen können, um zusammen zu sein und zu essen."

Valerie, Kira, Mareike, Arlane und Mären
In: http://www.pforzheimervesperkirche.de/117.0.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9971

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne,
mit Kindergarten und Vorschule, [...],
mit Mengenlehre und Förderunterricht,
mit permanenter Ausbildung, [...]
und er nähme doch Schaden an seiner Fähigkeit, zu lieben?

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne,
aber nur im Fernsehsessel und am Bildschirm?
Was hülfe es ihm, wenn er Berichte aus aller Welt und alle politischen Diskussionen verfolgte,
und er sich [...] dabei nur zu Hause über das Unrecht empörte?
Er nähme doch Schaden an seiner Fähigkeit, mit Initiative, Spenden und politischem Engagement für Gerechtigkeit einzutreten.

Was hülfe es dem Menschen,
wenn er die ganze Welt gewönne,
aber nur als Tourist und Sommerfrischler?
Was hülfen ihm alle Reisen in fremde Länder,
und er nähme doch Schaden an seiner Fähigkeit,
Kontakte zu knüpfen mit Fremden in seiner Nachbarschaft?

Manfred Fischer, Pfarrer und Mitbegründer der Offenen Kirche in Württemberg
So mancher Gewinn verkehrt sich in Schaden
In: Niedergefahren zur Erde. Biblische Texte zum Glaubensbekenntnis weitergeschrieben in unsere Zeit. Stuttgart (Quell Verlag) 1976

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An einem verregneten Sonntagnachmittag packte mein Vater seine Sachen und zog aus. Dass meine Eltern sich scheiden lassen wollten, hatten sie irgendwie vergessen, mir zu sagen. [...]
Nach dem Warum der Trennung traute ich mich lange nicht zu fragen. [...]
Auf den zähen Stellungskrieg, der folgte, war ich nicht vorbereitet. [...] Die Treffen mit meinem Vater, alle vierzehn Tage. [...] Eine quälende Mischung aus Schuld und Sehnsucht, aus Wut und Zärtlichkeit. Und dann das strenge Verhör meiner Mutter beim Nachhausekommen.
Sehnsüchtig hatte ich mir damals gewünscht, dass meine Eltern sich auch gefragt hätten, wie ich mit all dem besser zurechtkommen könnte. Über ihre Streitereien hatten sie einfach vergessen, sich wie Eltern zu benehmen. Dabei hätte ich mir nur klare Regeln und verlässliche Zeiten mit beiden gewünscht - ohne Schuldgefühle und ohne schlechtes Gewissen.

Misha Leuschen, freie Journalistin in Hamburg
en e.V. Hamburg (Alleinvertrieb) 2009

https://www.kirche-im-swr.de/?m=9969