Manuskripte

SWR3 Worte

zum heutigen 11. September, 9 Jahre nach dem Terroranschlag-ein Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, etwas Gutes machen kann. Dazu braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns ... allein auf ihn verlassen.
Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

aus: Friedrich Schorlemmer, Was Protestantisch ist, Herder Verlag Freiburg 2008, S. 291

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Entweder man hat mir
das Leben aufgebrummt
bleut mir seine Regeln ein
und knöpft mich vor
Wenn ich sie nicht begreife
niemand baut mir Eselsbrücken

Oder aber die
Sterne Wolken Haare Sand
und Tränen zählen kann
zählt auch mein Haar
und meine Tränen
und alle Tage meiner Flucht

und lässt mich innewerden
dass er den Grund des Meeres
zum Wege machen und mich
hindurchgehen lassen kann
Eva Zeller

Aus: Friedrich Schorlemmer, Was Protestantisch ist, Herder Verlag Freiburg 2008

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Da ist einer, dem Gott Reichtum, Güter und Ehre gegeben hat,
und es mangelt ihm nichts, was sein Herz begehrt.
Aber Gott gibt ihm doch nicht die Macht, es zu genießen...
Das ist auch...ein schlimmes Leiden. (Pred.6,2)

Aus der Bibel, Buch des Predigers

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Der Mainzer Notarzt Gerhard Trabert kommt in Katastropheneinsätzen immer wieder in lebensbedrohliche Situationen. Er meint:

Und genau in solchen Phasen wo ich genau weiß, ich kann jetzt nichts mehr kontrollieren, dann sag ich:
o.k., ich weiß aber um dich, um Gott, um dieses Getragen werden.
Ich gebe jetzt einfach mal diesen Anspruch, immer alles bestimmen zu können, ab.
Ich lass mich in diese Situation ein, ich lass mich fallen. Und ...... ich hab wirklich die Erfahrung gemacht, dass ich mich immer von Gott getragen gefühlt habe. Das ist ne unheimliche Erkenntnis, eine Sicherheit, ein Glücksgefühl.

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Spitzenkoch Jean- Marie Dumaine über das Glück des Findens:

Wenn ich durch den Wald gehe, sehe ich alles, was man essen kann. Das ist wie eine riesige Speisekammer.
Ich sehe die Blätter, Tannenspitzen und Wurzeln. Die einen schmecken nach Erdnuss, die anderen nach Haselnuss.
Ich organisiere mittlerweile Touren durch die Natur. Und die Menschen entdecken ein riesiges Potenzial. Sie lernen, anders zu denken....
Einmal habe ich im Central Park in New York Kräuter gesammelt. Wilden Schnittlauch habe ich gefunden. Der Park war voll davon. Kein Mensch hat sich danach gebückt.

aus: Froh! Magazin für die schönen Tages des Jahres, Nr.4

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Rüdiger Nehberg, Abenteurer Experte für Überlebenstraining auf die Frage: wie kann man in einer Großstadt wie Köln seinen Horizont erweitern?

Versuchen Sie mal, ein oder zwei Tage ganz ohne Geld und Besitz auszukommen.
Beobachten Sie Menschen ohne Obdach und versuchen Sie, von ihnen zu lernen. Man kann von jedem Menschen etwas lernen.
Suchen Sie sich eine warme Unterkunft unter einer Brücke oder in einem Papiercontainer, mogeln Sie sich in einen Empfang oder eine Premiere und versuchen Sie, etwas vom Buffet zu ergattern.
Plündern Sie die Mülleiner hinter Restaurants und Supermärkten. Da finden sich oft überraschende Delikatessen. Sie werden ein neues Gefühl für die Not anderer bekommen. Dieses Abenteuer können Sie selbst in Köln erleben.

aus: Froh! Magazin für die schönen Tages des Jahres, Nr.4

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Frommsein ist nichts anderes als Vertrauen. Vertrauen hat der einfache gesunde, harmlose Mensch: Das Kind, der Wilde.
Unsereiner, der nicht einfach noch harmlos ist, muss das Vertrauen auf Umwegen finden. Vertrauen zu dir selbst ist der Beginn.
Nicht mit Abrechnungen, ... mit Kasteiung und Opfern wird der Glaube gewonnen. Alle diese Bemühungen wenden sich an Götter, welche außer uns wohnen.
Der Gott, an den wir glauben müssen, ist in uns innen. Wer zu sich selber Nein sagt, kann zu Gott nicht Ja sagen.

Herrmann Hesse
aus: Friedrich Schorlemmer, Was Protestantisch ist, Herder Verlag Freiburg 2008

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