Manuskripte

SWR3 Worte

Bruno Reichard, einer der berühmtesten Herzchirurgen, meint:
„Ich denke, die Menschen glauben nicht immer,
dass es nach dem Tod weitergeht.
Aber ich will das glauben.
Und ich denke, es ist auch logisch.
Die Welt ist insgesamt sehr logisch aufgebaut.
Dass mit dem Tod alles zu Ende geht,
wäre extrem unlogisch.
Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
Ich bin Arzt, kein Theologe."

Zitiert nach:
Hanns-Bruno Kammertöns und Stephan Lebert,
Was macht das Leben lebenswert?
S.Fischer-Verlag GmbH, Frankfurt/M. 2010

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Die Krankenhausärztin Claudia Bausewein erzählt von ihrem Alltag:

„Ich habe eine sehr berührende Erinnerung an eine junge Patientin.
Sie war so Anfang dreißig Jahre alt, verheiratet.
Sie litt an Gebärmutterhalskrebs
und hatte nur noch einige Wochen zu leben.
Als ich einmal mit ihr sprach, sagte sie:
´Ich weiß es ganz genau, aber ich will nicht immer drüber reden.'
Sie war noch vier Wochen bei uns,
lag mit ihrem Mann auf einem kleinen Balkon in der Sonne.
Die beiden wirkten wie ein Liebespaar.
Dann ist sie gestorben.
Der Mann sagte mir später,
es seien die schönsten und wertvollsten Wochen
ihres Lebens gewesen."

„Wie wird der Tod zum Freund?",
Claudia Bausewein im Gespräch mit Lisa Seelig;
in: FAZ Nr.89 vom 17.04.10, Seite Z6

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Die Grünen-Politikerin Renate Künast sagt:

 „Ich habe keine Angst vor dem Tod.
Ich fühle mich als Teil der Natur, Teil des Ganzen.
Nach meinem Tod werde ich schlicht und einfach
Teil der Natur sein und in der Natur aufgehen.
Beten werde ich nicht.
Es wird vielleicht ein höheres Wesen geben.
Aber Gott? Was ist der Sinn des Lebens?
Es gibt keinen höheren, übergeordneten Sinn.
Die Frage ist vielmehr:
Was mache ich aus meiner Zeit hier und heute?"

Renate Künast: „Ich schwimme als Wal durch den Ozean";
in: Cicero 8/2009, S. 129

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Der Formel-1-Rennfahrer Felipe Massa,
nachdem er schweren Rennunfall überlebt hat:
„Es war eine unfassbare Situation für mich.
Was soll ich darüber denken?
Natürlich, ich glaube an Gott.
Und ich weiß genau:
Wenn deine Zeit gekommen ist,
dann kannst du nichts dagegen unternehmen.
Aber es war noch nicht meine Zeit."

Felipe Massa im Gespräch mit Michael Winterhagen;
in: FAZ Nr.72 vom 26.03.10, S. 30.

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Bruno Reichard, einer der berühmtesten Herzchirurgen meint:

„Ich glaube, wir haben den gesunden Menschenverstand verloren.
Man möchte alles regeln und organisieren - sogar das Sterben.
Man möchte jede Unsicherheit schließen.
So ist das Leben aber nicht.
Das Gefühl, dass Geschichten einen Anfang, einen Mittelteil
und leider auch ein Ende haben, ist uns abhanden gekommen.
Das ist oft sehr, sehr traurig.
Aber das kann man nicht mit Paragraphen regeln -
das muss man aushalten."

Zitiert nach:
Hanns-Bruno Kammertöns und Stephan Lebert,
Was macht das Leben lebenswert?,
S.Fischer-Verlag GmbH, Frankfurt/M. 2010, S. 192.

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Die deutsche Sängerin Nena sagt über das Altwerden:
„Ich empfinde tiefe Dankbarkeit und Freude darüber,
dass ich schon seit so vielen Jahren
auf unserem Wunderplaneten unterwegs sein darf.
Älter werden ist etwas Heiliges
und beginnt ab dem Moment unserer Zeugung.
Wir sollten diesen Prozess des Lebens
genießen und würdigen."

Zitiert nach: Tobias Rüster, „Die Königin der Neuen Deutschen Welle";
in: Bonner G
eneral-Anzeiger Nr. 72 vom 26.03.10, S.26,

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 „Ich bin ein Sonntagskind - ja, wirklich!
Sonntagskinder sollen Glückskinder sein, so heißt es.
Nicht, dass ich an einem Sonntag geboren wäre.
Nein, an einem ordinären grauen Montag.
Aber das macht nichts. Finde ich zumindest.
Zum Sonntagskind kann man doch auch werden.
Denn, mal ehrlich, warum sollte ich ein Montagskind bleiben wollen?
Der Montag muffelt. Der Sonntag duftet.
Darum bin ich ein Sonntagskind geworden.
Und ich denke mir, all die Montags-bis-Samstags-Kinder
haben sich das nur noch nicht richtig überlegt.
Denn wer ist schon alltäglich? Ich kennen keinen!"

Mathias Morgenroth, Journalist
„Sonntagskind"; in: Sonntags - Erfindung der Freiheit,
Andere-Zeiten-Verlag, Hamburg 2009,

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