Manuskripte

SWR3 Worte

In die Stille gehen heißt nicht immer
Sich entfernen von den Menschen.

Es heißt auch
Ihr Herz suchen
ohne Worte zu brauchen.

Ihnen nahe sein als Gefährten in Gott.

Denn in Gott sein heißt lieben,

die Liebe Gottes aber
ist wie das Licht, das uns gemeinsam tröstet.

Jörg Zink, Am Ufer der Stille, Kreuz Verlag 1985

 

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Vielleicht ist mein Anliegen ja eine Zumutung.
Du hast ohnehin schon genug zu tun, Gott...

Der Andromedanebel darf nicht verschluckt werden von einem schwarzen Loch und die Ringe des Saturn dürfen nicht anfangen zu eiern.

Das Ozonloch musst du im Auge behalten und die Sturmflut in Bangla Desh und ... die Sportler ...rufen dich an unter vielerlei Namen...

Dabei ist die rote Katze unseres Nachbarn
schon wieder schwanger und die Schnecken im Garten
fressen rücksichtslos die Tagetes auf der Terrasse...

Und jetzt komme auch ich noch und möchte, dass du auf mich besonders gut aufpasst bei meiner Operation.
Du hast sicherlich andere Sorgen oder?

Josef Herrmann Coenen, Credo, Kreuz Verlag 2000

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Mutmachwort für einen ganz normalen Donnerstag wie heute:

Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens,
damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.

Brief des Paulus an die Gemeinde von Ephesus

Aus: Die Bibel, Lutherbibel Stuttgart 1985, Eph.1,18

 

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Oft fordern Opfer nicht die Bestrafung des Täters oder ein Schmerzensgeld. Viele erwarten, dass man ihrer Rede glaubt und dadurch die erlittene Erniedrigung aufhebt.
Dafür bedarf es eines geschützten Ortes, wo Opfer und Täter sich mit Hilfe eines Mediators auf Augenhöhe... verständigen können.
Der Täter erfährt, was er angerichtet hat und das Opfer hört eine Antwort auf die Frage, was den Täter bewegt hat und weshalb gerade er oder sie zu leiden hatte.
Wahrheitskommissionen.... haben mit ihrer Arbeit in Südafrika... viel zum Frieden beigetragen. Ein Mitglied einer Wahrheitskommission sagte...:
Gerichte ermutigen Menschen ihre Schuld zu bestreiten, die Wahrheitskommission lädt sie ein, die Wahrheit zu sagen.
Vor Gericht werden Schuldige bestraft, in der Wahrheitskommission werden Reuige belohnt.
Das entspricht christlicher Bußpraxis.

Aus : Publik Forum, 26.3.2010, S. 51, Kommissionen für die Wahrheit, Manfred Etscheid

 

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Philipp Melanchthon war Reformator und Kollege von Martin Luther in Wittenberg. Was hat er unter „Bildung" verstanden?

 Petra Bahr, Kulturbeauftragte der EKD:

Emotionale Bildung ist die vornehmste Orientierung fürs Leben
und unterscheidet sich radikal von den frühkindlichen Bildungsangeboten, in denen schon vierjährige mit Chinesischkursen und Medientraining für erfolgreiche Karrieren abgerichtet werden.
Die Bildung des ganzen Menschen, wie Melanchthon vor Augen hatte, führt nicht in eine Wettbewerbsgesellschaft, wo jeder jedem schon von frühster Kindheit an unliebsamer Konkurrent auf dem Weg nach oben ist.
Bildung, wie Melanchthon sie versteht ist immer Unterwegssein in Gemeinschaft. Ein gemeinsames Projekt, ein geteiltes Ziel, ein Gespräch.
Aus toten Gegenständen wird so ein lebendiges Gegenüber.

aus: Zeitzeichen April 2010, Frei und fröhlich, von Petra Bahr

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Heute vor 450 Jahren starb der Reformator Philipp Melanchthon. Er gilt als der „Lehrer Deutschlands". Was versteht er unter Bildung?

Petra Bahr, Kulturbeauftragte der EKD beschreibt das so:

Bildung braucht Religion. Ein Mensch ist ... halbgebildet, wenn er nicht auch sich selbst gegründet weiß in einer Kraft, die größer und anders ist als er selbst.
Wer sich getragen und von woandersher bestimmt weiß, kann gelassen mit dem Scheitern umgehen...
Zur Bildung im anspruchsvollen protestantischen Sinne gehört die Einsicht in die eigenen Grenzen und das stete Verwiesensein auf andere. Nur wer sich in Gott gegründet weiß, braucht keine Angst zu haben vor der schier uferlosen Welt des Wissens und ihren Herausforderungen.

Aus: Zeitzeichen April 2010, Frei und fröhlich, von Petra Bahr

 

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Vor 450 Jahren ist der Reformator Philipp Melanchthon gestorben. Wie wir beten sollen, beschreibt er so:

Auch wenn Gott seine Hilfe hinauszögert, dürfen wir deshalb nicht aufhören, ihn zu bitten... Denn Gott prüft so unseren Glauben.

Selbst wenn Gott gar nicht gibt, was wir von ihm begehren,
sollen wir dennoch nicht daran zweifeln, dass er unsere Bitte erhört,
denn wir müssen wissen: wenn er das nicht gibt, was wir wollen, wird er etwas anderes, etwas Besseres geben.

Aus: Ich rufe zu dir, Gebete des Reformators Philipp Melanchthon, edition chrismon 2010

 

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